Darum gehts
- Eric Schmidt und Gloria-Sophie Burkandt sorgen für Spekulationen über ihre Beziehung
- Schmidt zeigt sich oft mit jüngeren Frauen
- Studie: 50% der Männer über 55 bevorzugen jüngere Frauen, Frauen nur 5% ältere Männer
Eins vorweg: Ausgeschlossen ist Liebe auch bei 43 Jahren Altersunterschied nicht. «Bei Liebespaaren herrscht stets ein Geben und ein Nehmen. Wenn Unähnlichkeiten auftauchen, werden diese durch andere Ressourcen ausgeglichen», sagt Psychologieprofessor Guy Bodenmann, Autor des Ratgebers «Was Paare stark macht», in einem Gespräch mit dem «Beobachter». Will heissen: Es gibt Paare, die auf irgendeiner Ebene – sei es emotional, intellektuell oder auch sexuell – so gleich ticken, dass der Altersunterschied nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
Ist es also tatsächlich Liebe, was Eric Schmidt und Gloria-Sophie Burkandt verbindet? Man weiss es nicht. Zumal die beiden nicht bestätigen, dass sie eine Beziehung haben. Seit Ende des vergangenen Jahres sollen sie sehr viel Zeit miteinander verbringen, vor einiger Zeit zeigten sie sich Arm in Arm am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos. Er, ehemaliger CEO des Tech-Giganten Google, laut «Forbes» 36,7 Milliarden US-Dollar schwer. Sie, Model, Influencerin, Tochter von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59).
Auf den ersten Blick scheint hier alles klar. Macht und Geld trifft auf Schönheit und Jugend, die Mühe mit dem eigenen Älterwerden auf einen Vaterkomplex. Vielleicht. Vielleicht steckt aber auch mehr dahinter: ein Statement. Auf beiden Seiten.
Because he can!
Fakt ist: Je älter Männer werden, desto mehr wünschen sie sich eine jüngere Frau an ihrer Seite. Laut Studien trifft das auf jeden zweiten über 55-Jährigen zu, während nur fünf Prozent der Frauen unter 29 Jahren einen erheblich älteren Mann wollen. «Auf männlicher Seite kann es hier um die Bestätigung des eigenen Status gehen», sagt die Zürcher Psychologin und Paartherapeutin Ramona Zenger. «Eine Demonstration nach aussen, dass man erfolgreich und immer noch begehrt ist.»
Eric Schmidt tut dies sozusagen serienmässig. Er ist zwar seit 1980 mit seiner Frau Wendy (70) verheiratet, zeigt sich aber seit Jahren mit immer wechselnden, sehr viel jüngeren Damen. Bestätigt wurden diese Beziehungen nie, Wendy Schmidt schweigt ebenfalls. Sie finde das Reisen ermüdend und wolle kein Anhängsel ihres Mannes sein, sagte sie einmal in der «New York Times».
Schmidt legt durchaus Wert auf ein gewisses Standing, was seine Begleiterinnen angeht. Da finden sich keine Reality-Sternchen oder Onlyfans-Models, sondern unter anderen eine TV-Moderatorin, eine Konzertpianistin, eine Produzentin, eine Medizinerin oder eine Start-up-Gründerin. Dass Letztere, die Unternehmerin Michelle Ritter (31), mit der Schmidt vier Jahre verbracht haben soll, vergangenes Jahr gegen ihn vor Gericht zog und ihn unter anderem des Missbrauchs und der häuslichen Gewalt bezichtigt, ist lediglich ein Tolggen im sowieso nicht so reinen Reinheft des Milliardärs, der die Vorwürfe zurückweist.
Und jetzt also Gloria-Sophie Burkandt, die sich trotz diesen Vorwürfen voller Stolz öffentlich mit Schmidt zeigt. Das Statement von dessen Seite her ist relativ einfach: «Because I can.» Weil er es kann. Weil sich immer wieder eine findet, die mitmacht.
Mehr als «Tochter von»
Wer sich durch Gloria-Sophie Burkandts Instagram-Profil scrollt, merkt schnell: Hier kämpft jemand mit aller Macht gegen ein öffentliches Bild an. Fotos von Kunst, Oper und Anlässen wie dem WEF oder den Unesco-Awards «For Women in Science» mit entsprechenden Bildunterschriften über Bildung oder Frauenrechte sagen: «Seht her. Ich bin so viel mehr als Model und Influencerin und Tochter von!» Und sie hat recht. Burkandt hat ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium, schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit und engagiert sich sozial.
Einer ihrer Instagram-Posts von Anfang Jahr zeigt ein Interview mit der österreichischen Zeitschrift «Madonna», in dem sie erzählt, dass sie als Kind wegen ihrer Grösse gemobbt wurde – sie misst heute 1,85 Meter – und dass sie unter Magersucht litt. Ihre Modelkarriere mutet da schon mal wie ein Statement gegen all die an, die sie wegen ihres Aussehens hänselten. Modeln sei heute aber in erster Linie ein Job, um Geld zu verdienen, so Gloria-Sophie Burkandt: «Ich musste schon früh arbeiten und eigenes Geld verdienen. Auch wenn ich privilegiert aufgewachsen bin, habe ich nicht automatisch alles bekommen.»
Zu ihrem Vater, sagt sie, habe sie ein gutes Verhältnis, geprägt von «viel Liebe und guten Gesprächen». Auch wenn sich ihre Eltern bereits im Jahr ihrer Geburt trennten und Markus Söder nur ein Jahr später seine jetzige Ehefrau heiratete, mit der er drei weitere Kinder hat. Klar könnte man da einen Vaterkomplex vermuten. Aber sehnt sich diese selbständige, ehrgeizige junge Frau wirklich nach einem Mann, der ihr Sicherheit und Stabilität bietet, wie das bei einem solchen Komplex der Fall ist? Ausserdem ist sie vermutlich klug – oder realistisch – genug, um zu wissen, dass sie wohl nicht die letzte junge Frau in Schmidts Lebenslauf ist.
Oder gar ein Experiment?
«Manche Frauen empfinden ältere Männer als souveräner und interessanter. Ausserdem könnten auf ihrer Seite auch strategische Vorteile hinter dieser Beziehung stehen. Wenn eine Frau sich dabei selbstbestimmt fühlt, kann es für sie Ausdruck von Stolz, Zugehörigkeit oder Anerkennung sein. Grundsätzlich erzeugen Altersunterschiede Spannung, Hierarchie und Andersartigkeit – das kann anziehend und erotisch sein», sagt Ramona Zenger. Und: «Da kann durchaus auch ein bisschen Selbstinszenierung dabei sein.» Ein Statement also: «Dieser erfolgreiche, weltgewandte Mann sieht in mir das, was alle anderen nicht sehen.»
Oder gar ein Experiment? Gloria-Sophie Burkandt beschäftigt sich intensiv mit dem Generationenwechsel, wie sie im Interview mit «Madonna» erzählt: «Ich sehe einen grossen Konflikt zwischen Alt und Jung. Die bestehende Macht muss mit neuer Energie verknüpft werden, und genau daran möchte ich arbeiten.»