Bewusst kinderfrei
27 Gründe, keine Kinder zu bekommen

Viele finden ihr ganz persönliches Glück, indem sie eine Familie gründen und Kinder haben. Die Liste der Gründe, warum Kinder ein Segen sind, ist lang – doch es gibt mindestens genau so viele Gründe, sich für ein Leben ohne Nachwuchs zu entscheiden.
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Ohne Kinder hat man definitiv mehr Ruhe und weniger Verantwortung im Leben.
Foto: Unsplash

Darum gehts

  • Studien zeigen, kinderlose Erwachsene sind oft glücklicher als Eltern
  • Ohne Kinder bleibt mehr Geld, Schlaf und persönliche Freiheit
  • Ein Kind weniger spart fast 60 Tonnen CO2 jährlich
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Schweizer Illustrierte

Kinder sind der Schlüssel zum Glück. Oder etwa doch nicht? Studien belegen, dass Erwachsene ohne Kinder glücklicher sind als Eltern. Ein Leben ohne Kinderwunsch kann befreiend und bereichernd sein.

Hier kommen 27 Gründe, sich bewusst für ein Leben ohne Kinder zu entscheiden:

1

Mehr Geld

Laut genannter Glücksstudien sind Eltern meistens darum unglücklicher, weil die Finanzen mit Kindern unweigerlich knapper werden. Als Paar ohne Kinder hingegen stehen oft zwei volle Einkommen zur Verfügung – das Geld können die sogenannten DINKs («Double Income No Kids», auf Deutsch: Doppeltes Einkommen, keine Kinder) dann auch noch nach Lust und Laune verprassen – neues Auto? Weltreise? Teure Mietwohnung? Designer-Handtasche? – das alles ist viel einfacher möglich, als wenn Eltern wegen der Kinderbetreuung nicht nur weniger arbeiten können, sondern auch noch für Kinderkrippe, Kinderwünsche und allerlei weitere teure Anschaffungen für den Nachwuchs aufkommen müssen.

2

Mehr Schlaf

Fast alle Eltern klagen zumindest in der Anfangszeit darüber, dass sie dauernd müde sind und bei Weitem nicht an genügend Schlaf kommen. Ohne Babys, die alle paar Stunden schreien oder Kids, die morgens um 7 Uhr Tagwache wollen, steht einem erholsamen Schlaf viel weniger im Weg.

3

Mehr Selbstbestimmung

Eltern können sich gleich für ein paar Jahre bis Jahrzehnte von der Selbstbestimmung verabschieden. Ist das Kind noch klein, geht es nur um seine Bedürfnisse. Kinderfreie Menschen hingegen können (fast) alles tun und lassen, worauf sie gerade Lust haben im Leben – spontan und meist ohne grosse Planung.

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4

Weniger Sorgen

Hat das Kind genug Vitamine gegessen, hat es getrunken, braucht es Sonnencreme? Wenn es hüstelt, gleich die Panik vor Bronchitis. Wenn es grösser ist und in den Ausgang geht, fangen die Sorgen erst richtig an. Und die scheinen auch dann nicht aufzuhören, wenn die Kinder längst erwachsen sind, können euch eure Eltern bestimmt bestätigen.

5

Karriere

Menschen (oder immer noch vor allem Frauen?) müssen nicht ständig Beruf und Kinderbetreuung aneinander vorbei jonglieren und können sich – wenn sie das möchten – voll und ganz auf eine erfolgreiche Karriere konzentrieren. Steht der Job nicht im Vordergrund, dürfen kinderlose Menschen sich dennoch dafür entscheiden, Teilzeit zu arbeiten und mit der gewonnenen Zeit einem Hobby nachgehen, statt Kinder zu erziehen.

6

Reisen

Familienferien sind toll. Das Reisen an sich ist aber ohne Kinder zweifelsfrei einfacher und entspannter. Die Destination muss kein kinderfreundliches All-inclusive-Resort mit Planschbecken sein, man muss nicht für Kind und Kegel Koffer packen und kann in den Ferien richtig abschalten, statt die Kinder zu unterhalten oder für deren Sicherheit zu sorgen.

Reisen ohne Kinder eröffnet spannendere Destinationen, mehr Spontanität und mehr Erholung.
Foto: IMAGO/Zoonar
7

Essen, was man will, wann man will

Man muss nicht zwei verschiedene Menüs kochen, wenn man Lust auf ein scharfes rotes Thai-Curry mit Tofu, Aubergine und extra Chili hat, das Kind aber derzeit nur Tomatenspaghetti und Wienerli isst. Das Znacht muss nicht pünktlich um 19 Uhr auf dem Tisch stehen, sondern kann auch mal um 17 Uhr, mal um 22 Uhr eingenommen werden (alternativ zum Esstisch auch auf dem Sofa, vor dem Fernseher), oder auch mal ganz weggelassen werden.

8

Sex, wann und wo man will

Dass das Sexleben bei Paaren mit Kindern oft zu kurz kommt, ist kein Geheimnis. Zweisamkeit wird zur Mangelware, und wenn sich dann mal die Gelegenheit für ein Schäferstündchen (oder eher ein Quickie, weil das Kind gerade Mittagsschlaf hält?) anbietet, ist man entweder zu müde, zu genervt, zu gestresst oder nutzt die Zeit zum Aufräumen. Kommt es doch zum spontanen Liebesspiel der Eltern, gilt es, so leise wie möglich zu sein, damit das Kind ja nichts hört. Und passieren muss es an einem Ort, wo das Kind garantiert nicht reinplatzen kann. Der Küchentisch ist also tabu!

9

Sex ohne Eisprung

Für Paare, die Eltern werden möchten, wird Sex oft zu einem emotionalen Task. Pünktlich zum Eisprung müssen Paare unbedingt Sex haben, egal, ob sie gerade Lust darauf haben oder nicht. Dann folgt das Bibbern, ob es denn eingeschlagen hat. Kinderfreie Paare hingegen können nach Lust und Laune Sex haben, oder auch nicht.

10

Mehr Romantik

Zeit zu zweit kann man geniessen. Sei dies an einem langen Abend zu Hause bei einem gemeinsam gekochten Znacht mit einer guten Flasche Rotwein, einem Picknick am See am Sonntagmorgen oder bei einer Paar-Massage in den Ferien am Strand. Für kinderfreie Paare alles einfache und spontane Unternehmungen, für Eltern eine planerische Herausforderung. Kinder machen Paare im Alltag oft mehr zu einem funktionierenden Betreuungsteam als zu einem Liebespaar.

Für die Romantik bleibt mehr Zeit und Raum, wenn keine Kinder dabei sind.
Foto: IMAGO/Pond5 Images
11

Freundschaften pflegen

Trifft man sich mit seinen Freundinnen, kann man sich als kinderfreie Frau zu 100 Prozent auf das konzentrieren, was sie erzählen, und muss weder die Konversation gefühlt alle 30 Sekunden unterbrechen, weil ein Kind reinredet, noch muss man alle zwei Minuten weglaufen, weil ein Kind umfällt, sich der Strasse nähert, ins Wasser rennt oder schreit. Wenn die Freundin einen braucht, kann man ausserdem sofort bei ihr vorbeigehen und muss nicht darauf warten, bis der Mann, die Grosseltern oder die Kinderbetreuung da ist.

12

Die Wohnung muss nicht kindersicher sein

Kerzen, Topfpflanzen und zerbrechliche Deko-Gegenstände dürfen in kinderfreien Wohnungen problemlos auf dem Boden stehen, die Möbel dürfen Ecken und Kanten haben, die Treppe braucht keine (hässliche!) Kindersicherung. Ausserdem wird der massive Holztisch nicht durch Gabel- und Messerhiebe oder die Malereien der Kinder ruiniert und die Fensterscheiben sind nicht dauernd voller Fingerabdrücke.

13

Das Extrazimmer

Was bei anderen das Kinderzimmer ist, kann bei kinderfreien Menschen vieles sein: vom Ankleidezimmer über das Homeoffice bis hin zu einem Hobbyraum für Sportgeräte, Nähmaschine oder was auch immer das kinderfreie Herz begehrt.

14

Kein schlechtes Gewissen

Sein Geld für Schuhe verprassen, kurzfristig für einige Tage allein in die Ferien oder in ein Yoga-Retreat verreisen, den Haushalt nicht machen, sich selber am wichtigsten sein: alles Dinge, die Eltern sich höchstens mit schlechtem Gewissen leisten.

15

Kein Mum-Shaming

Müttern passiert es öfter als Vätern: Sie werden für ihr Verhalten kritisiert, weil sie Entscheidungen treffen oder Erziehungsmethoden anwenden, die von anderen als unangemessen oder falsch angesehen werden. Erwachsene ohne Kinder werden viel weniger für ihre Entscheidungen bewertet. Eine Ausnahme gibts hier: Für die Entscheidung, eben keine Kinder zu kriegen, hagelt es natürlich immer wieder Bewertungen.

16

Keinen Babysitter finden müssen

Kinderfreie Menschen können spontan entscheiden, auszugehen, und müssen nicht erst einen Babysitter organisieren.

17

Gerne selber babysitten

Die meisten kinderfreien Menschen mögen Kinder. Vor allem die der Schwester, vom Bruder, engen Freunden. Wenn man sich nicht jeden Tag um Kinderbetreuung kümmern muss, kann das eine schöne und erfüllende Aufgabe sein. Und wenn man damit einem lieben Bekannten ein bisschen Zeit für sich selber ermöglicht, umso schöner!

18

Quality-Time mit Patenkindern

Einen Tag im Europapark, einen Ausflug in die Berge, ein Nachmittag im Kino: Zeit mit seinen Patenkindern oder der Nichte/dem Neffen zu verbringen, ist sogar noch schöner als Babysitten. Man macht damit die Kids, deren Eltern und sich selber glücklich. Und das Beste daran: Abends, wenn die Kleinen müde und unzufrieden werden, gibt man sie einfach wieder ab, geniesst einen entspannten Abend und eine ruhige Nacht!

19

Umweltfreundlicher leben

Die Welt ist überbevölkert, die Ressourcen werden immer knapper, der Klimawandel macht sich immer stärker bemerkbar. Laut einer Studie könnte der Verzicht auf ein Kind fast 60 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Beim Leben ohne Auto spart man vergleichsweise läppische 2,5 Tonnen. Ist es verantwortungslos, immer noch mehr Kinder in die Welt zu setzen? Ein Reizthema.

20

Alkohol trinken und einen Kater haben

Eltern, die an einem Fest über den Durst trinken, werden gerne verurteilt, selbst wenn es nur einmal pro Jahr passiert (siehe Punkt 15: Mum-Shaming). Verantwortungslos sei das. Tut man es trotzdem, ist der Kater am nächsten Tag umso schlimmer, wenn die Kinderschar einen morgens um 7 Uhr aus den Federn holt.

21

Eine Risikosportart machen

Gleitschirmfliegen? Surfen? River Rafting oder einfach nur mit dem Snowboard rasant die Piste hinunterdonnern? Alles etwas gefährlich, alles etwas fragwürdig, alles gerne kritisiert, wenn zu Hause kleine Kinder auf einen warten, die einen brauchen.

22

Keine Geburtsschmerzen

Geburtsschmerzen seien die schlimmsten Schmerzen, die man als Frau ertragen kann, liest und hört man immer wieder. Auch über das Tabu von Übergriffen und gar Gewalt bei der Geburt trauen sich betroffene Frauen langsam auch öfter öffentlich zu sprechen. Für Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, klingen all diese Erzählungen mehr nach einem absoluten Horror-Erlebnis als nach dem schönsten Moment im Leben.

23

Der (Frauen-)Körper bleibt erhalten

Schwangerschaftsstreifen, Hängebusen, After-Baby-Body und mühsames Abnehmen nach der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – das kann kinderlosen Frauen alles gestohlen bleiben.

24

Niemandem die Welt erklären müssen

Warum? Wie? Wo? Aber warum? Alle Eltern kennen die (nervigen?) Fragen ihrer Kinder, auf die sie oft selbst keine Antwort haben. «Warum, warum, ist die Banane krumm?», kontern viele Mütter – eine für Kinder jedoch äusserst unbefriedigende Antwort.

Stinkige Aufgabe: das Windelwechseln.
Foto: imago images/Shotshop
25

Die windelfreie Zone

Das Windelwechseln muss wohl eine der Aufgaben sein, die Eltern oft am meisten stinkt.

26

Spontan sein

Du möchtest jetzt sofort raus an die frische Luft, du möchtest morgen für ein langes Wochenende in eine andere Stadt fliegen, du möchtest in die Yogastunde, die in 15 Minuten anfängt. Keine Kinder – kein Problem!

27

Frei sein

Du möchtest dich beruflich umorientieren und noch einmal ein Studium anfangen? Den Job, den du eh nicht magst, kündigen, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben? Deine langjährige Beziehung beenden, weil du nicht mehr glücklich bist oder jemand Neues kennengelernt hast? Auf Weltreise gehen? All das und mehr ist natürlich auch möglich, wenn man Kinder hat – mit viel Abwägung, Planung und vielleicht einem schlechten Gewissen. Kinderfreie Menschen hingegen können solche Entscheidungen von einem auf den anderen Tag fällen, wenn sie möchten.

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