KI-Experte Salathé klagt an
«Schweiz ist im strategischen Blindflug»

KI-Experte Marcel Salathé sieht die Zukunft rosiger als andere – kritisiert aber die Schweizer Politik für fehlende Strategien. Er fordert ein Technologie-Departement. Mit seinem neuen Buch «Kompass Künstliche Intelligenz» ist er Gast im Podcast Prompt Zero.
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Fordert ein Departement für Technologie: EPFL-Professor Marcel Salathé.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • KI-Experte Marcel Salathé sieht keine Massenarbeitslosigkeit durch künstliche Intelligenz
  • Salathé fordert ein Departement für Technologie in der Schweiz
  • Zum dritten Geburtstag von ChatGPT empfiehlt er drei Sachen, die jeder können muss.
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead
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Es ist paradox: Alle reden von KI. Aber wenn man sie mal so nutzt, dass man es merkt, ist es auch nicht gut. Sei es in der Werbung, in einem Text – oder im Beruf. Jemand, der nicht in die Doomsday-Szenarien einstimmen will, ist Marcel Salathé. Der Epidemiologe aus der Corona-Zeit avancierte zum KI-Erklärer der Nation. 

Nun hat der Leiter des AI Center an der Polytechnischen Hochschule in Lausanne (EPFL) ein neues Buch geschrieben: «Kompass Künstliche Intelligenz». Zum Thema Massenarbeitslosigkeit durch KI sagt er etwa im KI-Podcast Prompt Zero von Blick: «Tausendmal befürchtet, nie passiert.» Klar würden sich die Jobprofile ändern, aber: «Uns werden eher die Menschen ausgehen als die Arbeit.» 

Kritik gibts aber trotzdem: an die Adresse der Politik. «Die Schweiz befindet sich im strategischen Blindflug», sagt Salathé. Um im weltweiten KI-Rennen zu bestehen, müsse der Bund die Kräfte bündeln: «Es braucht ein Departement für Technologie», fordert der KI-Experte. «Wir haben eine wahnsinnige Investitionsbremse in der Schweiz. Es muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor man handelt.»

Drei ChatGPT-«Hausaufgaben»

Und weil ChatGPT dieses Wochenende seinen dritten Geburtstag feiert, haben wir ihn gefragt, welche drei KI-Skills jeder Schweizer mindestens haben sollte. Seine «Hausaufgaben»:

  1. Dokumente hochladen: Dann die KI bitten, sich Dinge daraus einfach erklären zu lassen.
  2. Gezielt Fachwissen abfragen: Fragen zu einem Thema zu stellen, in dem man selbst Experte ist. So erkennt man am besten die Grenzen des Modells und merkt schnell, was die KI nicht weiss.
  3. Herumspielen: Nicht nur mit Text arbeiten, sondern auch einmal ein Bild oder Video generieren zu lassen, um ein Gefühl für den Stand der Technologie zu bekommen.

Alle diese Aufgaben sind übrigens auch mit der Gratisversion von ChatGPT möglich.

Gemini – Hype oder neuer Leader

Weiter sprechen wir im Podcast auch über den rasanten Aufstieg von Gemini 3. Das Sprachmodell von Google führte vor ein paar Tagen die KI-Ranglisten an. Ist der Hype gerechtfertigt? Die beiden Hosts Thomas Benkö und Tobias Bolzern erklären, wo Gemini seine Stärken hat – und wo das Geburtstagskind ChatGPT immer noch besser ist.

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