Leser zur Transitabgabe
«Diese Autofahrer-Abzocke geht mir auf den Geist»

Umfahren unsere Nachbarn aus dem Ausland künftig die Schweiz? Mit der möglichen Einführung einer Transitabgabe könnte dies bald Realität sein. Eine Motion des Parlaments hat auch in unseren Kommentaren eine Diskussion in Gang gesetzt.
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Für den blossen Durchgangsverkehr von Grenze zu Grenze soll künftig eine Transitabgabe fällig werden.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Das Parlament fordert eine Transitabgabe für ausländische Durchreisende ohne Aufenthalt
  • Kritiker sehen dies als Diskriminierung, Befürworter begrüssen die zusätzliche Finanzierung durch Gebühren
  • Auch eine Gotthard-Gebühr wird von Lesern diskutiert
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Alessandro KälinRedaktor Community

Für alle, die die Schweizer Strassen nur zur Durchfahrt nutzen, könnte es künftig teuer werden. Das Parlament fordert von SVP-Verkehrsminister Albert Rösti (58) die Einführung einer Transitabgabe. Wer ohne wesentlichen Aufenthalt in der Schweiz von Grenze zu Grenze fährt, soll künftig zahlen. Dies dürfte also vor allem Reisende aus dem Ausland betreffen.

Die Motion dürfte in beiden Kammern durchkommen, Rösti zeigt sich jedoch skeptisch. Er ist vor allem auf die administrativen und finanziellen Hürden fokussiert. Doch wie stehen unsere Leserinnen und Leser zu der Idee? In den Kommentaren hat eine gespaltene Diskussion an Fahrt aufgenommen.

«Diese Abzocke geht mir auf den Geist»

Einige Kommentarschreiber steuern dagegen. Sie finden es unfair, spezifisch Fahrer aus dem Ausland das Geld abzuknöpfen. So schreibt Rosmarie Dubois: «Ausländische Besucher bringen einem Land viel Geld ein. Man sollte diesen Segen nicht bestrafen.» Dementsprechend kommentiert Susanne Schneider sogar: «Ich finde, Ausländer, die durch die Schweiz reisen, sollte man belohnen und nicht strafen.» 

Kurt Wilhelm Meier schliesst sich an: «Wenn man darüber nachdenkt, sollten Gäste in ganz Europa keine Autobahngebühren zahlen müssen.» Auch Kurt Oberle findet das geplante Vorgehen daneben. «Es steht jedem Land frei, seine Strasseninfrastruktur via Steuern oder durch Mautgebühren zu finanzieren», gesteht er zu, fügt aber an: «Was die Schweiz plant, ist jedoch eine Diskriminierung aus Gründen der Nationalität.»

Andere haben mit dem Vorstoss ein grundsätzliches Problem, egal wer zahlt. Manuel Kerres schreibt: «Das dient doch nur dazu, Geld einzukassieren.» Die Vignette und ein Übermass an Blitzern seien bereits teuer für Durchreisende. Er führt weiter aus: «Generell ist die Schweiz sehr teuer für Touristen und wird als Durchfahrroute deswegen schon gemieden.» Kart Schrader stimmt zu: «Egal wo, diese Autofahrerabzocke durch Maut, Bussen und Spritpreise geht mir überall auf den Geist.»

«Die Schweiz sollte sich dieses Geld holen»

Auf der anderen Seite können einige die Durchfahrtsabgabe gar nicht abwarten. «Ist längst überfällig», kommentiert Daniel Rudin. Weiter schreibt er: «In Österreich wird man auch abgezockt, für alle Tunnel und Brücken. Die Schweiz sollte sich dieses Geld auch holen.» Dieter Fankhauser freut sich ebenfalls: «Endlich! Es wird immer noch billiger sein als im Ausland, aber immerhin gibt es zusätzliches Geld in die Kasse!»

Mario Siegenthaler geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert ein Mautsystem: «In Italien gibts doch auch Mautstellen ohne Ende auf Autobahnen. Also muss das bei uns auch eingeführt werden.» Ludwig Bücher stimmt zu: «Es braucht ein vernünftiges Mautsystem, auch für den Transit durch die Schweiz.»

Leser fordern Gebühr am Gotthard

Für einen Teil der Leserschaft würden bereits Massnahmen am Gotthardtunnel ausreichen. So fragt Manfred Rohner: «Warum keine Gebühr am Gotthard? Im Ausland funktioniert es auch.» Stefan Werthmüller schliesst sich an: «Statt schweizerisch kompliziert würde eine Gebühr am Gotthardtunnel schon sehr viel bringen.»

Auch Markus Gygli zeigt ins Ausland: «Warum bringt man es nicht fertig, vor dem Gotthardtunnel 10 Franken zu kassieren? Ist in Österreich oder Italien ganz normal.» 

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