Leser zu leiseren Reifen
«Glaubt der Bund wirklich, dass man den Unterschied hört?»

Jede zehnte Person in der Schweiz leidet unter Verkehrslärm. Deswegen wollte der Bund mit einer Branchenvereinbarung leisere Reifen fördern. Ohne Erfolg. Das sagt unsere Leserschaft.
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Autoreifen sind eine der wichtigsten, oft unterschätzten Quellen von Verkehrslärm.
Foto: Imago/PanoramiC

Darum gehts

  • Schweizer Strassenlärm stört Schlaf, neue Reifen könnten Abhilfe schaffen
  • Geplante leise Reifen könnten Lärm um bis zu drei Dezibel senken
  • Branchenverband verweigert freiwillige Verpflichtung, Diskussionen über alternative Lösungen entbrannt
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Alessandro KälinRedaktor Community

Strassenlärm raubt vielen Schweizerinnen und Schweizern die Ruhe und den Schlaf. Oftmals sind dafür nicht nur die Motoren, sondern hauptsächlich die Autoreifen auf dem Asphalt verantwortlich. Aus diesem Grund plante man in Bern eine Branchenvereinbarung zur Förderung von Reifen, die bis zu drei Dezibel leiser sind. Jedoch vergebens. 

Bereits nach den ersten Gesprächen wurde das Vorhaben verworfen. Mitglieder der Autobranche zeigten keinerlei Interesse an einer freiwilligen Selbstverpflichtung. Das Beratungsbüro im Auftrag des Bundes wurde unter anderem im Logistiksektor abgewiesen. Unsere Leserschaft teilt ihre Meinung zu dem Thema. Viele sind skeptisch.

«Wieder mal viel Lärm um nichts»

Vielen Leserinnen und Lesern kommt es absolut recht, dass die Idee des Bundes schnell wieder beerdigt wurde. Margrit Pfister beanstandet: «Zuerst das Auto und jetzt die Reifen. Bin gespannt, was man uns als Nächstes vorzuschreiben versucht.» Auch Ozy Steiner fühlt sich in seiner Freiheit bedroht: «Wann hört der Bund endlich auf mit dem Mikro-Management und dem planwirtschaftlichen Denken?» 

Viele bangen auch wegen der höheren Kosten, die die neuen Reifen potenziell mit sich bringen. Oliver Thalmann fragt in die Runde: «Diese leisen Reifen sind sicher auch um einiges teurer als normale, oder?» Sandro Müller kommentiert: «Immer kostet alles und wir kriegen noch mehr Einschränkungen.» 

Andere fragen sich, ob der Aufwand bei so einem kleinen Geräuschunterschied wirklich lohnt. So Peter Althaus: «Glaubt der Bund wirklich, dass man zwei bis drei Dezibel Unterschied hören kann?» Marcel Hell stimmt zu: «Drei Dezibel, ja genau. Das hört man natürlich.» Peter Brauer schreibt kurz und knapp: «Wieder mal viel Lärm um nichts.»

«Dann muss der Bund halt Vorschriften einführen»

Die Gegenseite findet es bedauernswert, dass die stillen Reifen keinen Anklang finden. Brigitte Rüegg gehört dazu: «Schade! Elektroautos sind fast gleich laut wie die andern. Die Reifen sind schuld! Hier könnte man wirklich ohne grosse Zusatzkosten den Hebel ansetzen.» Erich Minder schliesst sich an: «Wäre bestimmt viel sinnvoller als vergangene Verkehrsmassnahmen.»

Der Bund wird zudem von vielen für das freiwillige Konzept kritisiert. «Immer das Gleiche, man schiebt es immer auf die Eigenverantwortung», so Marion Jost. Auch Rene Meier schreibt: «Der Branchenverband will nicht, dann macht der Bund nichts. Unglaublich, die Lobbys übernehmen immer mehr.»

Einige sind der Meinung, der Bund sollte stattdessen gesetzlich durchgreifen. So etwa Markus Krebs: «Dann muss der Bund halt Vorschriften einführen, wenn die Branche es nicht freiwillig macht.» So auch Hans-Rudolf Freund: «Verordnung und gut ist.» Andere sehen von einem gesetzlichen Vorstoss ab und vermuten anderorts Potential. 

«Der Strassenbelag ist der entscheidende Faktor beim Lärm»

Nicht wenige in den Kommentaren sehen alternativ Möglichkeiten in Flüsterbelag, der die Abrollgeräusche von Fahrzeugen ebenfalls reduzieren kann. So schlägt Dru Duschki vor: «Wie wäre es, wenn man überall Flüsterasphalt einsetzt? Denn wäre das Problem gelöst.» Auch Rudolf Kobel kommentiert: «Der Strassenbelag ist der entscheidende Faktor beim Lärm, nicht unbedingt die Reifen.»

Nik Grimm berichtet aus Eigenerfahrung: «Wenn nach einer Baustelle der leise Betonbelag eingeführt wird, ist das Abrollen der Pneus merklich leiser.» Als Autofahrer merke er den Unterschied sofort, ob es Flüsterbeton ist, oder nicht. Tom Berger fragt sich: «Wie wärs mit Flüsterbelag? Oder ist das dem Bund zu teuer?»

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