TCS-Test: Bruch und verbotene Materialien bei einem Hersteller
Finger weg von diesen Velo-Kindersitzen

Velokindersitze befestigt man am besten am Gepäckträger oder am Sattelrohr. Doch welches System überzeugt mehr? Der TCS-Test hat beide Systeme anhand von 16 verschiedenen Velokindersitzen getestet. Aber zwei Modelle fallen durch.
Publiziert: 24.06.2024 um 11:12 Uhr
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Aktualisiert: 24.06.2024 um 13:27 Uhr
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Beim Familienausflug verwenden viele Eltern am Rad montierbare Kindersitze, um den Nachwuchs mitzutransportieren. Nur was taugen diese Velokindersitze?
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Raoul SchwinnenRedaktor Auto & Mobilität

Für den Transport im Auto verwenden wir für Kleinkinder spezielle Rückhaltesysteme. Das Gleiche gilt, wenn der Nachwuchs per Velo chauffiert wird: Sobald Kinder selbstständig sitzen können, dürfen sie bis zu einem Gewicht von 22 Kilogramm (meist sind sie dann zwischen fünf und sieben Jahre alt) in speziellen Kindersitzen auf dem Velo transportiert werden.

Aus Sicherheitsgründen wird von am Lenker montierten Velo-Kindersitzen abgeraten. Schon deren Montage ist nur bedingt empfehlenswert. Zudem kann der Velofahrende bei einem Unfall das vor ihm sitzende Kleinkind einklemmen und im schlimmsten Fall mit dem eigenen Körpergewicht erdrücken.

Montage nur hinter dem Fahrenden

Deshalb empfiehlt der TCS, Kindersitze generell hinter dem Velofahrenden zu befestigen – entweder am Gepäckträger oder am Sattelrohr. Je nach Velo ist nur die eine oder andere Montage möglich. Bei normalen Citybikes funktionieren aber häufig auch beide Montagevarianten.

Deshalb hat der TCS beim aktuellen Test acht Modelle für die Montage am Gepäckträger und acht Modelle derselben Hersteller für die Sattelstütze untersucht. Erstes Fazit: Generell überzeugen die am Gepäckträger montierten Kindersitze mehr. Die Gründe sind die einfachere Montage, die direkte Verbindung zum Fahrrad sowie der bessere Komfort fürs Kind.

TCS befürwortet den Helm

Der TCS empfiehlt Velofahrenden, aber auch den zu transportierenden Kindern das Tragen eines Helms. Nicht alle Hersteller gehen allerdings mit dieser Grundvoraussetzung in die Konstruktion ihrer Velo-Kindersitze. Schade, denn die Tester finden es wichtig, dass man ein Kind auch im Sitz fixieren kann, ohne ihm dabei den Helm abnehmen zu müssen.

Wichtig, wenn man den müden Nachwuchs aus der Kita abholt: Der Kopf des Kindes sollte nicht nur beim Unfall geschützt, sondern zum Beispiel auch beim Schlafen während der Fahrt stabilisiert werden. Als sehr praktisch werden von den TCS-Spezialisten deshalb jene Velo-Kindersitze beurteilt, die über eine nach hinten geneigte Schlafposition verfügen.

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Die Testsieger und Verlierer

Doch welche Modelle konnten im Test gefallen – und welche nicht? Bei beiden Montagemöglichkeiten überzeugten die Velo-Kindersitze von OK Baby. Auf dem Prüfstand, der eine Fahrt auf Pflastersteinen simulierte, war der Komfort des am Sattelrohr montierten Sitzes 10+ von OK Baby mit Abstand am besten. Weil der Sitz zudem mit einer Liegefunktion ausgestattet ist und über gute Sicherheitseigenschaften im Kopfbereich verfügt, schnitt dieser Velo-Kindersitz als Testsieger ab.

Ebenfalls überzeugen konnten die beiden Modelle Mr. Fox von Bellelli. Hier kann mit einem Hebel sehr einfach der Schwerpunkt eingestellt werden, und der Helm des Kindes passt gut in die Aussparung des Sitzes.

Übersicht aller 16 getesteten Velokindersitze

Nicht gut schnitten dagegen die beiden Modelle Air der Marke Qibbel ab. Die Fussstütze hielt den Normanforderungen nicht stand und brach bei der Belastung von 22 Kilogramm nach wenigen Sekunden durch. Zudem wiesen die Schadstoffuntersuchungen an beiden Modellen im Gurtpolster an der Brust verbotene Materialien auf. Deshalb stuft der TCS die beiden Air-Modelle von Qibbel als «nicht empfehlenswert» ein.

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