Darum gehts
- Italien erstattet ab 1. Juni Mautgebühren bei Baustellen-Staus
- Erstattung abhängig von Streckenlänge und Verzögerung
- Italien koppelt Mautpreise an Investitionen der privaten Betreiber
Verkehrte Welt! Während die Schweiz an einer Transitabgabe für Durchreisende arbeitet, kommt Italien den Autofahrenden bei der Maut bald entgegen. Davon können auch Touristen in diesem Sommer profitieren.
Konkret genehmigte die italienische Transportbehörde eine Erstattung der Autobahnmaut bei Verzögerungen aufgrund von Baustellen. Sie gilt ab dem 1. Juni für Strecken, die vollständig von einem Konzessionär betrieben werden. Ab dem 1. Dezember gibt es auch dann eine Entschädigung, wenn die Autobahn von mehreren Konzessionären betrieben wird.
Kein Geld nach Unfällen
Der Anspruch richtet sich nach der Streckenlänge, wie die österreichische «Kronen Zeitung» schrieb. Wenn die tatsächliche Fahrzeit über der Sollzeit liegt, wird der Entschädigungsmechanismus ausgelöst.
Bei einer Strecke unter 30 Kilometern gibt es die Erstattung unabhängig vom Ausmass der Verspätung. Zwischen 30 und 50 Kilometern ab zehn Minuten Verzögerung und bei über 50 Kilometern ab 15 Minuten. Die Massnahme gilt nur unter bestimmten Bedingungen. Kein Geld gibt es weiterhin nach Unfällen, extremen Wetterereignissen oder Verzögerungen wegen Rettungseinsätzen.
Neue Regeln in Italien
Verkehrsminister Matteo Salvini (53) sprach im Dezember von einer «wegweisenden Massnahme» für Autofahrer. Die Rückerstattungen sind Teil einer grösseren Reform der Maut in Italien. Diese soll für mehr Transparenz sorgen. Die Preise werden dabei an die tatsächlich getätigten Investitionen der privaten Autobahnbetreiber gekoppelt, wie das Fachblatt «Auto, Motor und Sport» berichtete.
Die rechte italienische Regierung hat zuletzt zahlreiche Änderungen bei den Verkehrsregeln angestossen. So kämpft das Land mit höheren Bussen und Nulltoleranz gegen Autofahrer, die am Steuer das Handy nutzen, und schreibt elektronische Wegfahrsperren für Alkoholsünder vor.
Gleichzeitig gibt es aber auch Erleichterungen: So müssen Blitzer seit letztem Jahr mindestens einen Kilometer vorher durch ein Verkehrsschild angekündigt werden. Versteckte oder getarnte Radarfallen sind nicht mehr erlaubt.