Interview mit PSA-Chef Carlos Tavares
«Die EU hört uns nicht zu»

Als Chef des französischen PSA-Konzerns ist Carlos Tavares für die Marken Peugeot, Citroën, DS und Opel verantwortlich: Drei Fragen zu CO2-Emissionen, der Dieselkrise und künftigen Mobilitätskosten.
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PSA-Chef Carlos Tavares gibt der Politik die Schuld daran, dass die CO2-Emissionen wieder ansteigen.
Foto: Werk
Interview: Joaquim Oliveira

Carlos Tavares, die Politik redet den Diesel tot, und als Konsequenz steigen die CO2-Emissionen der verkauften Autos wieder, womit den Autoherstellern CO2-Bussen drohen. Wie gehen Sie damit um?
Carlos Tavares:
Wir leben in einer Welt, in der Volksvertreter verantwortungslos utopische Massnahmen ankündigen, denen es an wissenschaftlicher oder praktischer Unterstützung mangelt. Fakt ist: Der Dieselmotor stösst 15 bis 20 Prozent weniger CO2 aus als ein Benzinmotor. Weil Politiker den «Dieseltod» ankündigten, sind sie für die Verschlechterung der globalen Erwärmung mitverantwortlich. Jetzt müssen wir in den Übergangsjahren bis zur Elektromobilität unnötigerweise mit höheren CO2-Emissionen leben, weil wir von den gewählten Volksvertretern verraten wurden.

War es Ihnen als Vorsitzendem der europäischen Autobauer-Vereinigung ACEA nicht möglich, die politischen Entscheidungsträger darauf aufmerksam zu machen?
Nein, denn die Europäische Union wollte uns ausdrücklich nicht zuhören. Denn sie will nicht in Verdacht geraten, in der Gunst der Auto-Lobby zu stehen. Das würde viele Wählerstimmen kosten. Dabei wollten wir das Thema rein wissenschaftlich und technisch erläutern, um den eingetretenen Anstieg der CO2-Emissionen zu verhindern. Wir atmen alle dieselbe Luft und sollten versuchen, deren Qualität zu verbessern.

Dieselfahrverbote gibts schon, und höhere Treibstoffsteuern sowie neue CO2-Abgaben werden diskutiert. Ist die Bewegungsfreiheit, wie wir sie kennen, bedroht?
Ja! Einige von uns werden in nicht allzu ferner Zukunft aufwachen und feststellen, dass sie sich die gewohnte Mobilität nicht mehr leisten können. Elektroautos sind und bleiben teurer als Benzin- und Dieselautos. Und auch der Strom an Schnellladesäulen wird teurer werden, weil der Aufbau genügender Ladesäulen einfach teurer ist. Dazu kommt, dass die Regierungen in der EU heute jährlich 440 Milliarden Euro an Treibstoffsteuern verdienen. Mit der Elektromobilität wird diese Summe immer kleiner, und die Staaten werden andere Einnahmequellen suchen.

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