Darum gehts
- Schweizer Auto des Jahres 2026 im Emil Frey Classic Center gekürt
- Audi Q3 Sportback gewinnt Publikumswahl mit grosser Beteiligung
- BMW iX3 siegt bei Fachjury mit 92 Punkten vor Smart und Kia
Ist es gute Miene zum bösen Spiel? Eine Art Verdrängungsprozess? Oder aber purer Zweckoptimismus? 2025 geht als Katastrophenjahr für die Schweizer Autoimporteure in die Geschichte ein – doch von Katerstimmung ist an diesem Abend im Emil Frey Classic Center in Safenwil AG kaum etwas zu spüren. Die schlechten Verkaufszahlen, die vielen Marken 2025 zugesetzt haben, sind bei den Apéro-Gesprächen an der grossen Galaveranstaltung zur Wahl des Schweizer Auto des Jahres 2026 nur punktuell ein Thema.
«Die Zahlen werden sich 2026 gegenüber dem schlechten Vorjahr kaum markant verbessern», befürchtet Auto-Schweiz-Geschäftsführer Thomas Rücker (49). Ab 2027 erwarte er aber wieder steigende Absätze. «Bis dann wird der durchschnittliche Fuhrpark in der Schweiz so alt sein, dass neue Autos gekauft werden müssen», begründet er. Andere Gäste gehen davon aus, dass sich die Verkaufszahlen schon 2026 wieder erholen werden.
Mit dem Polo nach Rom
Pünktlich um 18.30 Uhr, der Grossteil der 180 geladenen Gäste ist trotz Stau zwischen Bern und Zürich in der Aargauer Provinz angekommen, bittet Moderator Jann Billeter (53) zum offiziellen Akt in die neu aufgebaute Arena, deren Mittelpunkt die vergrösserte und verstärkte Drehbühne bildet. Bis zu sieben Tonnen Gewicht halte die Bühne aus. «Auch wenn die Autos immer grösser und schwerer werden, wir sind für alles gerüstet», scherzt Billeter, der in einem alten VW Bulli «Samba» vor dem Publikum vorfährt.
Bevor der bekannte TV-Moderator zur Bekanntgabe der Sieger der Fach- und Publikumswahl des Schweizer Auto des Jahres 2026 übergeht, begrüsst er die Gastgeberin des heutigen Abends: Ringier-Medien-Schweiz-CEO Ladina Heimgartner (45). Ob sie auch ihre eigene Bulli-Geschichte im Gepäck habe, fragt Billeter die gebürtige Bündnerin. «Einen Bulli konnte ich mir früher nicht leisten. Aber als ich mit 18 meinen Führerausweis bekam, habe ich mir einen alten VW Polo gekauft und bin damit sofort nach Rom gefahren!», erinnert sich Heimgartner an die Anfangszeiten ihres Autofahrerlebens. Um danach auf die heutige Situation zu sprechen zu kommen: «Nicht nur unsere Medien-, auch Ihre Autobranche erlebt aktuell schwierige Zeiten», begrüsst sie die zahlreich erschienenen Gäste, «aber wir werden beide gestärkt die Transformation schaffen», macht Ladina Heimgartner Mut.
Audi siegt bei Publikumswahl
Dass das Auto bei den Schweizerinnen und Schweizern weiterhin einen hohen Stellenwert geniesst, wird bei der anschliessenden Verkündung der drei Sieger der Publikumswahl deutlich. Tausende Leserinnen und Leser der Ringier-Medien-Schweiz-Titel sowie die User von Carmarket.ch haben bei der sprachübergreifenden Wahl mitgemacht und aus 39 neuen Modellen ihre Favoriten gewählt. Nachdem Skoda bei den letzten fünf Publikumswahlen stets gewonnen hatte, dieses Jahr aber mit keinem neuen Modell antritt, muss es einen neuen Sieger geben. Doch mit dem Audi Q3 Sportback gewinnt ebenfalls ein Amag-Modell die prestigeträchtige Publikumswahl. Audi-Markenchef Dieter Jermann (58) darf von Daniele Marangi, Geschäftsführer des Hauptsponsors Carmarket, die Siegestrophäe in Empfang nehmen.
Der dann folgende Kurzauftritt von Soul-Sängerin Nicole Bernegger (48) mit Band ist mehr als nur ein Intermezzo. Schon beim zweiten Song der Baslerin mit der kräftigen Stimme klatscht das Publikum mit – und mit ihrem dritten und leider bereits letzten Song schafft sie gar das Kunststück, dass die versammelte Autobranche mitsingt.
BMW kann Jury überzeugen
Derart beschwingt leitet Moderator Billeter schliesslich zum Höhepunkt über: der Bekanntgabe des Schweizer Auto des Jahres 2026, gewählt von der 15-köpfigen Fachjury, bestehend aus Autojournalisten, Umweltfachleuten und Rennprofis – und dem neuen Jurypräsidenten Nico Müller (33). Der Rennprofi und TV-Kommentator muss sich zwar wegen Testfahrten in Spanien für die Gala in Safenwil entschuldigen, wird bei der Übergabe von Rennfahrer- und Jurykollege Marcel Fässler (49) jedoch würdig vertreten.
Und zur grossen Freude von BMW-CEO Sergio Solero (53) verkündet der frühere Le-Mans-Sieger Fässler schliesslich den BMW iX3 mit grossem Vorsprung (92 Jurypunkte) als Schweizer Auto des Jahres 2026. Hinter dem BMW folgen mit Respektabstand der Smart #5 (52 Punkte) auf Platz 2 und der Kia EV4 (42) auf Rang 3. Somit räumt an diesem Abend BMWs erster Stromer der Neuen Klasse mit einem ersten und einem zweiten Platz ganz gross ab. Was den italienischen BMW-Chef Solero, wohl noch inspiriert von Berneggers Auftritt, gleich zu einem spontanen Freudentänzchen mit Gesangseinlage motiviert.