Darum gehts
- BYD kündigt Flash-Charger mit 1500 kW Leistung an, Tests in Shenzhen laufen
- Ladevorgang von 10 auf 70 Prozent ist in nur 5 Minuten möglich
- BYD plant bis Ende 2026 über 20'000 Megawatt-Lader in China
Bereits letztes Jahr hat der weltweit grösste Hersteller von Plug-in-Hybriden und E-Autos BYD sogenannte Megawatt-Lader (mehr dazu hier) in Aussicht gestellt: Ladestationen, die mit Leistungen von bis zu 1000 kW in nur fünf Minuten Strom für weitere 400 Kilometer in die Batterien pumpen können. Das wäre fast dreimal schneller als heutige Hypercharger, die meist maximal 400 kW bereitstellen. BYD betreibt in China bereits ein Netz von mehr als 4000 Megawatt-Ladern, an denen neue Modelle wie Tang und Seal 07 oder der ab diesem Jahr auch in Europa erhältliche Z9GT von BYDs Edelmarke Denza in wenigen Minuten Hunderte Kilometer Reichweite nachladen können. Bis Ende Jahr soll das Netz auf über 20'000 Stationen wachsen.
Nun hat BYD bereits die nächste Evolutionsstufe des Schnellladens angekündigt: Die sogenannten Flash-Charger sollen laut eigenen Angaben eine maximale Ladeleistung von 1500 kW bereitstellen. Videos von der Teststation in der Technologie-Metropole Shenzhen nahe des BYD-Hauptsitzes zeigen, wie ein BYD Seal 07 in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent lädt – nach neun Minuten sind die Akkus zu 97 Prozent fast komplett gefüllt. In einem weiteren Test in einer Kältekammer, in der das Fahrzeug zuvor 24 Stunden auf minus 30 Grad runtergekühlt wird, dauert der Ladevorgang von 20 auf 97 Prozent ebenfalls nur 12 Minuten, womit BYD demonstrieren will, dass extreme Bedingungen in Zukunft keine Herausforderungen für moderne Stromer mehr mit sich bringen.
In Europa sind maximal 400 kW Standard
Um die beeindruckenden Ladeleistungen realisieren zu können, sind zum einen Fahrzeuge mit entsprechender Leistungselektronik nötig. Das E-Auto mit der höchsten Schnellladeleistung auf dem Schweizer Markt ist aktuell der Familien-SUV G9 des seit Herbst erhältlichen chinesischen Herstellers XPeng, das mit maximal 525 kW die Batterie in 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen kann. Theoretisch – denn Ladestationen mit mehr als 400 kW gibts in der Schweiz bisher nicht.
Die neuesten Modelle von Mercedes und BMW, die SUV-Konkurrenten GLC EQ und iX3, laden ihre Lithium-Ionen-Akkus mit maximal 330 bzw. 400 kW. BMW verspricht in zehn Minuten einen Reichweitenzuwachs von knapp 400 Kilometern. Welche Batterietechnik bei BYD zum Einsatz kommt, ist unklar. Laut Experten dürften die Chinesen auf relativ günstige Lithium-Eisenphosphat-Batterien der zweiten Generation setzen.
Ähnlich wie Spülkasten beim WC
Zum anderen braucht es auch bei den Flash-Chargern selber spezielle Technik: Das Stromnetz allein kann die gewaltigen Ladeleistungen nicht bereitstellen, weshalb Pufferbatterien zum Einsatz kommen, die konstant geladen werden und bei Bedarf die geforderte Leistung abgeben – ähnlich wie das Spülkasten-Prinzip beim WC. Dazu kommt ein ausgeklügeltes Thermomanagement mit wassergekühlter Säule und Kabeln, um die Verlustleistung, die grösstenteils durch Wärme entsteht, zu reduzieren. Auch die Leistungselektronik und die Batterie im Fahrzeug selbst muss temperiert werden.
Einige Testkunden können die neuen Flash-Charger in Shenzhen bereits über eine Lade-App nutzen, die automatisches «Plug & Charge» unterstützt: Nach dem Einstecken des herabhängenden Kabels, dessen Handling dank des T-förmigen Designs der Stationen deutlich einfacher ist als bei herkömmlichen Chargern, startet der Ladevorgang innerhalb von zehn Sekunden selbständig.
Flash-Charging kommt
Die neuen revolutionären Megawatt-Schnellladestationen dürften in absehbarer Zeit auch nach Europa kommen: Neben dem wohl noch im Frühjahr startenden Denza Z9GT mit mächtiger 122-kWh-Batterie und bis zu 960 PS sollen schon bald auch günstigere Modelle von Superschnellladen profitieren, wie ein BYD-Sprecher gegenüber der deutschen «Autobild» bestätigt: «Im Laufe des Jahres kommt auch ein BYD-Modell nach Deutschland, das Flash-Charging unterstützt». Vorerst seien entsprechende Stationen bei BYD-Händlern und an grossen Autobahnkreuzen geplant, heisst es weiter. Für die Schweiz gibts dagegen noch keine konkreten Pläne.
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