Autohersteller an der CES 2026 in Las Vegas
Die grosse Show ist vorbei

Die Zeiten, als Autohersteller auf der Consumer Electronics Show (CES) den grossen Techgiganten die Show stahlen, sind vorbei. 2026 gibts von den Autoherstellern hauptsächlich müde Hausmannskost und kaum Innovationen – mit wenigen Ausnahmen.
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BMW zeigte an der CES 2026 zum ersten Mal auf nordamerikanischem Boden den neuen BMW iX3.
Foto: ZVG.

Darum gehts

  • Europas Autobauer zeigen schwache Präsenz an der CES 2026 in Las Vegas
  • Hyundai gewinnt Innovationspreis für Robotik-Plattform MobED mit vielseitigen Funktionen
  • Uber testet autonomes Robotaxi Lucid Gravity mit Nvidia-Technologie in San Francisco
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Was feierten Audi, BMW, Mercedes oder VW an der Consumer Electronics Show CES in Las Vegas (USA) nicht schon für gigantische Auftritte! Sie wollten damit der Techwelt zeigen, dass auch Autohersteller innovativ und viel mehr als nur langweilige Automarken sein können. Doch diese Zeiten sind vorbei. Und es macht fast den Anschein, als hätten sich die grossen europäischen Autobauer entschieden, nun doch nicht zu Techkonzernen zu werden.

Immerhin schwänzte BMW in der ersten Januarwoche an der CES 2026 nicht komplett. Doch der Auftritt fiel deutlich bescheidener als in den Vorjahren aus. Der bei uns gross zelebrierte neue BMW iX3 stand bei seinem ersten Auftritt auf nordamerikanischem Boden lediglich im Aussenbereich der Messe. Dort zeigten die Münchner zusätzlich ihren neuen persönlichen Sprachassistenten Amazon Alexa+, der selbstredend von künstlicher Intelligenz unterstützt wird.

Noch zurückhaltender als BMW zeigte sich Rivale Mercedes. Die Stuttgarter präsentierten nach der grossen Show an der Münchner IAA im letzten Herbst den direkten iX3-Konkurrenten GLC EQ nur noch als kleine Messepremiere. Mehr im Vordergrund – und zur Veranstaltung passend – stand beim Mercedes-Auftritt das neue Betriebssystem MB.OS mit 39-Zoll-Bildschirm und KI-Integration von Microsoft- und Google-Diensten. Die neu überarbeitete S-Klasse war in Las Vegas jedoch nicht zu sehen. Sie wird erst Ende Januar mit einem kleinen Event im eigenen Mercedes-Museum in Stuttgart enthüllt.

Das zeigt, dass sowohl die BMW- als auch die Mercedes-Präsenz dieses Jahr in keiner Relation zu den glamourösen Auftritten aus früheren Jahren stand, als der jetzt abtretende BMW-Chef Oliver Zipse (61) noch mit Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger (78) für eine grosse Show sorgte – oder Mercedes-Chef Ola Källenius (56) mit visionären Avataren über die CES-Bühne hüpfte. Und selbst der Stellantis-Konzern bevorzugte trotz seiner zahlreichen US-Marken (Chrysler, Jeep, Dodge, Ram) die fast parallel stattfindende, aber unbedeutendere Motorshow in Brüssel (9.–18. Januar), um dort einige Neuheiten zu präsentieren.

Hyundai gewinnt Roboterpreis

Doch komplett hat die Autoindustrie der Consumer Electronics Show den Rücken noch nicht gekehrt. So zeigte Hyundai zwar kein neues Fahrzeug oder Antriebstechnologie, sondern gewährte einen Ausblick in die Zukunft der Robotik. Der sogenannte MobED (Mobile Eccentric Droid) kam auf der Messe so gut an, dass die Südkoreaner erstmals den Best of Innovation Award in Robotics gewannen. MobED wurde als vielseitig einsetzbare Mobilitätsplattform erstmals letzten Monat auf der International Robot Exhibition 2025 in Tokio vorgestellt. Sie verfügt über eine vom Robotics LAB entwickelte «Drive and Lift»-Technologie, die auch in schwierigen Umgebungen eine stabile Funktion auf unebenen Oberflächen und Steigungen ermöglicht. Die Plattform ist in den zwei Modellen MobED Basic und MobED Pro zu bekommen. MobED Basic wird über eine Steuerung bedient und bietet Flexibilität für Forschung und Entwicklung, während MobED Pro dank Lidar-Kamerasensoren über autonome Funktionen verfügt.

Bereits vor einem Jahr enthüllten Sony und Honda an der CES ihr hauseigenes Kooperationsmodell Afeela 1. Viel Neues zum Projekt haben die zwei Grosskonzerne nicht zu berichten, ausser einem aktualisierten Prototyp und der Auskunft, dass die Entwicklungen auf Hochtouren laufen, sich aber verzögern. Immerhin erfahren wir dann, dass die E-Limousine über ein 91-kWh-Akkupaket für eine allerdings bescheidene Reichweite von 300 Meilen, also rund 480 Kilometer, verfügt. Und auch die maximale Ladegeschwindigkeit von 150 kW ist ernüchternd. Dennoch startet die E-Limousine voraussichtlich Ende Jahr – vorerst nur in Kalifornien – erst ab stolzen 90’000 Dollar. 2027 soll der Afeela 1 dann auch in Arizona und der Sony/Honda-Heimat Japan angeboten werden.

2028 könnte dann auch der jetzt gezeigte Crossover Afeela Prototype 2026 in Serie gehen. Beide Afeela-Modelle basieren auf einer variablen Digitalplattform mit neuster Qualcomm-Snapdragon-Technologie. Sie soll einen kreativen Entertainment-Raum schaffen, um die Zeit im Fahrzeug effizienter nutzen zu können. Zum Serienstart wird der Afeela 1 noch mit Fahrerassistenz Stufe 2+ unterwegs sein – soll aber bald schrittweise bis Level 4 erweitert werden. Produziert wird das Fahrzeug in der East Liberty Autoplant in Ohio (USA). Spannend: Zum Laden dürfen Afeela-1-Fahrer auch bei Elon Musks Tesla-Superchargern andocken.

Uber spannt mit Lucid zusammen

Während Autobrands wie Byton, Vinfast oder Faraday Future an der CES einst mit grossen Shows auftrumpften, spielten sie heuer keine Rolle oder sind inzwischen gar ganz vom Markt verschwunden. Nicht so das Firmentrio Lucid, Nuro und Uber, das an der Techmesse ein neues Robotaxi präsentierte. Dabei setzt Uber als Kooperationspartner künftig auf den Lucid Gravity, der bei uns seit Ende Jahr bestellt werden kann. Seit einem Monat laufen unter Nuro-Aufsicht offizielle Testfahrten, ehe der autonom funktionierende Gravity in der zweiten Jahreshälfte zunächst im Grossraum San Francisco zum Einsatz kommen soll.

Dieser elektrische Uber-Gravity verfügt über die neuste Nvidia-Drive-AGX-Assistenztechnologie mit Radar, 360-Grad-Kameras und Lidar-Sensoren, die in einer Elektronikeinheit auf dem Fahrzeugdach untergebracht sind. Über Bildschirme im Innern können bis zu sechs Fahrgäste zwischen Abholung und Endpunkt Klimatisierung, Sitzheizung oder Entertainmentfunktionen bedienen. «Uber ist stolz, gemeinsam mit Lucid und Nuro noch in diesem Jahr ein hochmodernes Robotaxi auf den Markt zu bringen», sagt Sarfraz Maredia, Global Head of Autonomous Mobility & Delivery bei Uber. «Durch die Kombination führender Expertise in den Bereichen E-Fahrzeuge, autonomes Fahren und Fahrdienstvermittlung schaffen wir eine einzigartige neue Option für erschwingliche und skalierbare autonome Fahrten in der San Francisco Bay Area – und darüber hinaus.»

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