Darum gehts
- Zwei neue Wolga-Modelle kommen im Sommer in Russland auf den Markt
- Die Autos basieren auf chinesischen Geely-Fahrzeugen mit kosmetischen Anpassungen
- Die Produktion erfolgt im ehemaligen VW-Werk in Nischni Nowgorod
In der Sowjetunion liessen sich die Eliten der kommunistischen Partei mit Vorliebe mit Wolga-Limousinen durch die Gegend kutschieren. Doch nach dem Ende des Kommunismus hatten die reichen Russen kein Interesse an der einheimischen Marke mehr. 2010 wurde die Produktion eingestellt – bis heute.
Seit April laufen wieder Wolgas vom Band. Zwei neue Modelle kommen in Russland im Sommer auf den Markt. Die legendäre Sowjet-Marke wird mit chinesischer Hilfe wiederbelebt. Denn sowohl der SUV K50 als auch die Limousine C50 sind eigentlich Modelle des Herstellers Geely.
Kosmetische Anpassungen
Der 4,77 Meter lange SUV Wolga K50 ist ein Geely Monjaro mit kosmetischen Anpassungen an Front und Heck, wie «Auto, Motor und Sport» berichtet. Der Zweiliter-Turbobenziner liefert 238 PS (175 kW) und ist im Segment der oberen Mittelklasse angesiedelt (vergleichbar mit dem VW Tayron).
Die Limousine Wolga C50 entspricht dem Geely Preface und wird ebenfalls von einem Zweiliter-Turbobenziner mit wahlweise 150 PS oder 200 PS angetrieben. Auch der 4,82 Meter lange C50 ist in der Mittelklasse angesiedelt. Beide Autos verfügen über moderne Assistenzsysteme und – für chinesische Autos typisch – über einen grossen Touchscreen für das Entertainment-System.
Im ehemaligen VW-Werk gebaut
Der Hintergrund der Neulancierung ist offensichtlich: Nach dem Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 verliessen die westlichen Marken wegen der Sanktionen den russischen Markt. Passend dazu werden der K50 und der C50 nun im ehemaligen VW-Werk in Nischni Nowgorod (Russland) hergestellt. VW zog der Produktion wegen des Ukraine-Krieges den Stecker. Die Deutschen trennten sich von der Partnerschaft mit dem Automobilwerk Gorki (GAZ), wo die Wolga-Modelle seit 1956 hergestellt wurden. Gorki war der sowjetische Name der Stadt Nischni Nowgorod.
Russland orientiert sich derweil in Richtung China. Heute ist die einst stolze russische Autoindustrie auf chinesische Hersteller angewiesen, um moderne Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Dass diese jemals im Westen verkauft werden, ist trotz des bekannten Markennamens unwahrscheinlich.