Darum gehts
- E-Autos verbessern Luftqualität und damit die Gesundheit laut neuer US-Studie
- Stickstoffdioxid reduzierte sich in kalifornischen Wohngegenden pro 200 Stromer um 1,1 Prozent
- Steckerfahrzeuge sind immer noch in der Minderheit: Es gibt noch viel Potenzial zur Verbesserung der Luftqualität
Die Umstellung von Verbrenner- auf E-Autos zielt vor allem darauf ab, langfristig den Klimawandel abzumildern. Doch eine Studie aus den USA zeigt: Stromer haben schon viel früher eine positive Wirkung auf die Luftqualität – und damit auf die Gesundheit.
Forschende der University of Southern California (USC) konnten mit Satellitendaten einen Rückgang der Luftverschmutzung in kalifornischen Stadtvierteln nachweisen, als dort die Zahl der E-Autos und Plug-in-Hybride stieg. Konkret sank der Gehalt von Stickstoffdioxid (NO₂) in der Luft pro 200 zusätzliche Stromer um 1,1 Prozent.
Gefährlicher Schadstoff
«Die Auswirkungen auf die Luftverschmutzung sind wichtig, da sie sich unmittelbar auf die Gesundheit auswirken», wird Studien-Mitautorin Erika Garcia in einer Mitteilung der Universität zitiert. Stickstoffdioxid ist ein Schadstoff, der die Atemwege reizt. Langfristig kann er Asthma auslösen und das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle erhöhen.
Aktuell steht die E-Mobilität in den USA unter Beschuss. Die Regierung von Präsident Donald Trump (79) hat jede Unterstützung für E-Autos gestrichen. Doch die Ergebnisse der Studie sprächen dafür, an der Verbreitung von Elektrofahrzeugen festzuhalten, schreibt die Universität. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (58) kämpft an vorderster Front gegen Trump und für ein Verbrenner-Aus in seinem Bundesstaat.
Noch viel Potenzial
«Wir haben noch nicht vollständig auf Elektromobilität umgestellt, aber unsere Forschung zeigt, dass der Übergang Kaliforniens zu Elektrofahrzeugen bereits messbare Unterschiede in der Luft bewirkt», sagt Mitautorin Sandrah Eckel.
Während des Untersuchungszeitraums von 2019 bis 2023 stieg der Anteil der Zulassungen von emissionsfreien Fahrzeugen in Kalifornien von 2 auf 5 Prozent. Als emissionsfrei galten in der Studie E-Autos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos.
Es besteht also noch viel Potenzial, die Luftverschmutzung weiter zu senken. Zum Vergleich: In der Schweiz lag der E-Auto-Anteil 2025 bei 22 Prozent der Zulassungen. Steckerfahrzeuge machten ein Drittel aller Neuwagen aus.
Dass E-Autos für eine bessere Stadtluft sorgen, liegt zwar auf der Hand. Doch bisher gab es nur wenige Studien, die diese Annahme mit tatsächlichen Daten überprüft haben. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass sauberere Luft nicht nur Theorie ist, sondern in Gemeinden in ganz Kalifornien bereits Realität», so Eckel.