Interview mit Moto-Zürich-Organisator Yves Vollenweider
Warum die neue Töffmesse anders ist

Nach einem Jahr Pause hat die Schweiz mit der nächste Woche stattfindenden ersten Moto-Zürich wieder eine Zweirad-Fachmesse. Wir befragten Organisator Yves Vollenweider zum Messekonzept und Unterschied zur früheren Swiss Moto.
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Der frühere Swiss-Moto-Messeleiter Yves Vollenweider bringt Zürich-Oerlikon eine neue Zweirad-Messe zurück.
Foto: ZVG.

Darum gehts

  • Moto-Zürich startet nächste Woche als neue Töff-Messe mit modernem Konzept
  • Höhepunkte: Stuntshows, Live-Talks und Trends der kommenden Motorradsaison
  • Eintrittspreise höher als einst bei der Swiss Moto, dennoch werden mehrere Tausend Besuchende erwartet
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Raoul SchwinnenRedaktor Auto & Mobilität

Ein Vergleich zur früheren Töffmesse Swiss Moto drängt sich auf: gleicher Messeleiter, gleiche Austragungsstadt, ähnliches Konzept. Dennoch ist die Moto-Zürich anders. Wo sind die Unterschiede?
Yves Vollenweider: Der Vergleich ist naheliegend, wird unserer Positionierung aber nicht vollständig gerecht. Ich bin zwar noch die gleiche Person, aber die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert. Die Moto-Zürich ist kein Projekt eines börsenkotierten Messekonzerns, sondern ein eigenständig entwickeltes Event mit völlig anderen Voraussetzungen, Möglichkeiten und auch Verantwortlichkeiten. Die Moto-Zürich versteht sich bewusst nicht als nationale Messe, sondern als überregionale Veranstaltung. Sie ist auch nicht als klassische Messe im eigentlichen Sinn konzipiert. 

Was heisst das?
Selbstverständlich werden die Neuheiten und Trends der kommenden Motorradsaison präsentiert. Gleichzeitig haben wir das Konzept an die veränderten Bedürfnisse der Branche angepasst. Die Bereitstellung grosser Standflächen entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Dennoch besteht bei den Motorradfahrern weiterhin der Wunsch nach einem Treffpunkt und dem Austausch untereinander. Zudem besteht das Interesse, die Neuheiten der Saison vor Ort zu erleben. Die Moto-Zürich ist genau die richtige Adresse für diesen Zweck.

Was sind die Highlights der ersten Moto-Zürich?
Das eigentliche Highlight ist das neue Format selbst. Wir demonstrieren, dass Motorradkultur auch ohne klassische Messemechanik erfolgreich sein kann. Neuheiten und Trends sind präsent, aber eingebettet in ein Umfeld, das Austausch, Nähe und Erlebnis in den Vordergrund stellt. In der Action-Zone sorgen Stunt- und Freestyle-Shows für Dynamik und Emotion, während die Live-Arena Raum für Vorträge, Talks und inhaltlichen Austausch bietet.

Man hört leise Kritik wegen den Ticketpreisen. Der Eintritt zur Moto-Zürich ist vier Franken teurer als damals bei der grösseren Swiss Moto. Warum?
Vier Franken Preisunterschied entspricht einer Alltagsgrösse. In diesem Fall ist weniger die Grösse der Veranstaltung von Relevanz als vielmehr das gewählte Format. Die Moto-Zürich versteht sich nicht als klassischer Messebetrieb, sondern als vielseitiger Event mit Live-Formaten, Action-Zonen, Vorträgen und vielem mehr. Wir investieren bewusst in ein vielfältiges Programm und schaffen gleichzeitig Raum für nicht kommerzielle Akteure aus Rennsport, Interessensgemeinschaften und der Szene. Diese Gruppen prägen die Motorradkultur wesentlich, tragen jedoch finanziell nichts bei. Die Durchführung einer solchen Veranstaltung erfordert einen hohen finanziellen Aufwand, der unabhängig von der Grösse der Veranstaltungsfläche entsteht. Im Vergleich zu ähnlichen Event-Formaten ist der Eintritt moderat und marktgerecht. Die Nachfrage, der Vorverkauf läuft erfreulich, bestätigt, dass dieses Format auf grosse Resonanz stösst.

Mit wie vielen Besuchenden rechnen Sie?
Für die erste Moto-Zürich rechnen wir mit mehreren Tausend Besuchenden über die drei Veranstaltungstage. Für uns ist dabei nicht eine möglichst hohe Zahl entscheidend, sondern eine stimmige Grösse, die Nähe, Austausch und Erlebnisqualität ermöglicht.

Sehen Sie bei einem allfälligen Erfolg Ausbau-Potenzial – oder ist das gar nicht erwünscht?
Wir erkennen Potenzial, möchten jedoch vermeiden, dass sich unser Auftritt zu einer klassischen Messe entwickelt. Eine klassische Messe steht im Widerspruch zu unserer Strategie und würde in dieser Form heute nicht zum Erfolg führen. Der Fokus liegt jetzt auf der erfolgreichen Durchführung der ersten Moto-Zürich. Im Anschluss daran werden wir die Resultate sowie das Feedback von Besuchenden, Ausstellern und Partnern systematisch auswerten und das Konzept entsprechend verfeinern.

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