70 Jahre VW Bulli in Hannover
Erfolgsgeschichte mit 11 Millionen Fahrzeugen

Vor 70 Jahren lief in Hannover (D) der erste der legendären VW Bullis vom Band. Heute blickt das Werk zurück auf über elf Millionen produzierte Fahrzeuge. Und ist gerüstet für die autonome Zukunft.
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1950 begann die Produktion des VW Bulli in Wolfsburg. Weil dort die Fertigung aber schon nach fünf Jahren die Kapazitätsgrenze erreichte, musste für den Bulli ein neues Werk her.
Foto: ZVG.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der VW Bulli wird seit 70 Jahren in Hannover gebaut
  • Über elf Millionen Fahrzeuge wurden in Hannover produziert, darunter der VW ID. Buzz
  • 2027 startet in Hannover die Serienproduktion des autonomen VW ID. Buzz AD
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Seit 70 Jahren rollt in Hannover der legendäre VW Bulli vom Band. Seit 70 Jahren? Feierte der VW Bulli nicht im letzten Jahr seinen 75. Geburtstag? Stimmt. Der «Typ 2 T1», wie der VW Bus konzernintern hiess, wurde zunächst im VW-Stammwerk in Wolfsburg (D) gebaut. 

Doch eigentlich hatte VW gar nie geplant, einen Bus zu bauen. Die Idee dazu, so die Geschichte, kam vom niederländischen VW-Generalimporteur Bernardus Marinus «Ben» Pon (1904–1968). Ihm schwebte 1947 ein schlichtes Konzept vor. Ein kastenförmiger Transporter, der so robust sein sollte wie der VW Käfer und bei dem der Fahrer vorn und der Motor hinten sitzt. Pon brachte seine simple Idee zu Papier – mit zwei kleinen Kreisen, die mit einem Strich verbunden wurden, und einem darüber liegenden grossen Bogen fürs Dach. Rechts oben schrieb er noch «750 kg» hin. Die Skizze ähnelte einer Kinderzeichnung. Doch drei Jahre später, am 8. März 1950, lief der erste VW Typ 2 T1 in Wolfsburg vom Band. Mit genau 750 Kilogramm erlaubter Zuladung.

Wolfsburg platzte bald aus allen Nähten

Der Erfolg war riesig. Schon vier Jahre später waren über 100’000 Bullis gebaut – und die Kapazitätsgrenzen im Stammwerk Wolfsburg, wo gleichzeitig die Produktion des VW Käfers auf Hochtouren lief, bald erreicht. Und so beschloss man 1954 den Bau eines «Zweigwerkes», wie es damals hiess. Unter Generaldirektor Heinrich Nordhoff (1899–1968) wurden verschiedene Standorte evaluiert, schliesslich entschied man sich für eine 1,1 Quadratkilometer grosse Fläche in Hannover im Stadtteil Stöcken. Am 1. März 1955 begann der Bau des neuen Werks – und bereits am 8. März 1956 rollte der erste VW-Transporter in der neuen Produktionsstätte vom Band. Die Vierzylinder-Boxermotoren im Heck des Bullis, baugleich mit jenen des Käfers, wurden zunächst noch angeliefert. Erst ab 1959 entstand auch eine eigene Motorenfertigung in Stöcken.

Seither wurden in Hannover über elf Millionen Fahrzeuge produziert. 16 verschiedene Modelle liefen vom Band, darunter zeitweise auch der Pick-up Amarok. 2021 erfolgte im VW-Nutzfahrzeugwerk ein radikaler Umbau, der es ermöglichte, auch den elektrischen VW ID. Buzz in Hannover zu bauen. Es folgten drei Jahre, während denen der ID. Buzz vom selben Band lief wie der letzte Verbrenner-Bulli, der T6.1. Dessen Produktion lief schliesslich 2024 aus. Für den Nachfolger der Ikone hatte sich VW zu einer Kooperation mit Ford entschieden. Der aktuelle Transporter wird seither im Ford-Werk in der Türkei gebaut. Für die stolzen Arbeiterinnen und Arbeiter in Hannover ein herber Schlag.

Amag Classic: Mehr als nur sentimentaler Wert

Am 29. April 1948 unterschrieb der damalige Amag-Besitzer Walter Haefner (1910–2012) den Importvertrag für Volkswagen in die Schweiz. Schon bald darauf rollten die ersten VW Käfer in die Schweiz – nicht auf Lastwagen oder mit der Bahn, sondern auf eigener Achse, abgeholt von Amag-Mitarbeitern direkt im Werk in Wolfsburg (D).

Es ist eine Vergangenheit, die verpflichtet. Und der die Amag jetzt noch mehr gerecht werden will. Schon heute unterhält sie in Schinznach-Bad AG ein Kompetenzzentrum für die Klassiker ihrer Marken. In Zukunft wird der Historie aber noch mehr Bedeutung beigemessen, indem Amag Classic in einen eigenen Geschäftsbereich ausgegliedert wird, der sich gezielt den historischen Fahrzeugen widmet.

Dino Graf, bisher Kommunikationsverantwortlicher der Amag Group und selbst leidenschaftlicher Oldtimerfahrer, wird voraussichtlich Anfang Juli die Leitung des neu geschaffenen Bereichs übernehmen. Zu seiner Kernaufgabe wird die strategische Weiterentwicklung des Classic-Segments innerhalb der Amag werden. Sodass die Klassiker dereinst nicht mehr bloss Liebhaberprojekte sind, sondern zu einem wirtschaftlich nachhaltigeren Geschäftszweig werden. Denn jährlich werden über 800 Millionen Franken in der Schweizer Oldtimerszene umgesetzt. Das zeigt: Die Vergangenheit hat mehr als nur sentimentalen Wert.

Die ersten VW Käfer kamen noch auf Achse in die Schweiz. Später wurden sie mit LKW und per Bahn importiert.
zvg.

Am 29. April 1948 unterschrieb der damalige Amag-Besitzer Walter Haefner (1910–2012) den Importvertrag für Volkswagen in die Schweiz. Schon bald darauf rollten die ersten VW Käfer in die Schweiz – nicht auf Lastwagen oder mit der Bahn, sondern auf eigener Achse, abgeholt von Amag-Mitarbeitern direkt im Werk in Wolfsburg (D).

Es ist eine Vergangenheit, die verpflichtet. Und der die Amag jetzt noch mehr gerecht werden will. Schon heute unterhält sie in Schinznach-Bad AG ein Kompetenzzentrum für die Klassiker ihrer Marken. In Zukunft wird der Historie aber noch mehr Bedeutung beigemessen, indem Amag Classic in einen eigenen Geschäftsbereich ausgegliedert wird, der sich gezielt den historischen Fahrzeugen widmet.

Dino Graf, bisher Kommunikationsverantwortlicher der Amag Group und selbst leidenschaftlicher Oldtimerfahrer, wird voraussichtlich Anfang Juli die Leitung des neu geschaffenen Bereichs übernehmen. Zu seiner Kernaufgabe wird die strategische Weiterentwicklung des Classic-Segments innerhalb der Amag werden. Sodass die Klassiker dereinst nicht mehr bloss Liebhaberprojekte sind, sondern zu einem wirtschaftlich nachhaltigeren Geschäftszweig werden. Denn jährlich werden über 800 Millionen Franken in der Schweizer Oldtimerszene umgesetzt. Das zeigt: Die Vergangenheit hat mehr als nur sentimentalen Wert.

Noch heute steht das Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge mit mehr als 13’000 Angestellten an der Spitze der grössten Arbeitgeber der Region. Nicht nur für VW Nutzfahrzeuge wird produziert, sondern auch für die übrigen Konzernmarken. So werden beispielsweise auch Teile für Skoda in Hannover gefertigt. Und sogar Karosserien für den Porsche Panamera wurden zeitweise aus Hannover nach Leipzig zur Endmontage der Porsche-Limousine geliefert.

Betriebsratschef: «Nichts ist mehr wie früher»

Derzeit laufen im Werk die Wahlen für den Betriebsrat. Es gibt verschiedene Kandidaten und Listen, überall hängen Plakate – ganz, als ob ein hochrangiges Regierungsamt zu besetzen wäre. Es zeichnet sich ein Sieg der IG Metall ab. Aber egal, wer sich am Ende durchsetzen kann – der Stolz im Werk ist offensichtlich, der Zusammenhalt wird beschworen. Es sei eine schwierige Zeit mit schwierigen Rahmenbedingungen für die Autoindustrie, sagt Stavros Christidis, der aktuelle Betriebsratschef von VW Nutzfahrzeuge: «Nichts ist mehr wie früher.» Der Stellenwert der menschlichen Arbeitskräfte ist aber weiterhin hoch. In Bereichen wie der Montage beträgt der Automatisierungsgrad nur 20 Prozent, alles andere ist Handarbeit.

VW Nutzfahrzeuge: Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Der VW-Konzern hat 2025 einen Ergebniseinbruch um rund die Hälfte erlitten. Der Nettogewinn sank um 44 Prozent. Sondereffekte von fast neun Milliarden Euro belasteten die Bilanz, darunter hohe Kosten für die Neuordnung von Porsches Elektrostrategie und die US-Zölle. Doch die Sparte VW Nutzfahrzeuge hat im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Umfeld einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt und zugleich eine starke Cash-Performance abgeliefert: Der Absatz stieg auf 428’000 Fahrzeuge (+6 Prozent), der Umsatz auf 16,9 Milliarden Euro (+11 Prozent). Das operative Ergebnis lag bei 245 Millionen Euro (2024: 743 Millionen), die operative Umsatzrendite bei 1,5 Prozent (2024: 4,9 Prozent).

Der Umsatzanstieg fiel überproportional zum Absatz aus, weil VW Nutzfahrzeuge 2025 mehr hochwertige Modelle verkaufte. Gleichzeitig belasteten die Rückstellungen für mögliche CO2-Strafzahlungen oder die Herausforderungen auf dem US-Markt (Zölle und der Wegfall der E-Auto-Förderungen) das operative Ergebnis. Das hat in den USA auch den ID. Buzz ausgebremst. Doch die Auftragseingänge lagen 2025 knapp ein Drittel über dem Vorjahr. Ein Teil dieser Bestellungen wird erst jetzt ausgeliefert. Das gut gefüllte Bestellbuch, Fahrzeug-Updates und anstehende neue Varianten lassen Stefan Mecha (55), Vorstandsvorsitzender VW Nutzfahrzeuge, zuversichtlich in die Zukunft blicken. «All unsere Produkte geben uns für 2026 den Vortrieb, den wir brauchen.»

Der VW-Konzern hat 2025 einen Ergebniseinbruch um rund die Hälfte erlitten. Der Nettogewinn sank um 44 Prozent. Sondereffekte von fast neun Milliarden Euro belasteten die Bilanz, darunter hohe Kosten für die Neuordnung von Porsches Elektrostrategie und die US-Zölle. Doch die Sparte VW Nutzfahrzeuge hat im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Umfeld einen deutlichen Umsatzanstieg erzielt und zugleich eine starke Cash-Performance abgeliefert: Der Absatz stieg auf 428’000 Fahrzeuge (+6 Prozent), der Umsatz auf 16,9 Milliarden Euro (+11 Prozent). Das operative Ergebnis lag bei 245 Millionen Euro (2024: 743 Millionen), die operative Umsatzrendite bei 1,5 Prozent (2024: 4,9 Prozent).

Der Umsatzanstieg fiel überproportional zum Absatz aus, weil VW Nutzfahrzeuge 2025 mehr hochwertige Modelle verkaufte. Gleichzeitig belasteten die Rückstellungen für mögliche CO2-Strafzahlungen oder die Herausforderungen auf dem US-Markt (Zölle und der Wegfall der E-Auto-Förderungen) das operative Ergebnis. Das hat in den USA auch den ID. Buzz ausgebremst. Doch die Auftragseingänge lagen 2025 knapp ein Drittel über dem Vorjahr. Ein Teil dieser Bestellungen wird erst jetzt ausgeliefert. Das gut gefüllte Bestellbuch, Fahrzeug-Updates und anstehende neue Varianten lassen Stefan Mecha (55), Vorstandsvorsitzender VW Nutzfahrzeuge, zuversichtlich in die Zukunft blicken. «All unsere Produkte geben uns für 2026 den Vortrieb, den wir brauchen.»

Während Volkswagen gerade über den Abbau von mehreren Zehntausend Arbeitsstellen diskutiert, wird in Hannover-Stöcken aufgestockt und noch in diesem Jahr die Produktion der Camperversion VW California vom kleineren Werk in Hannover-Limmern nach Stöcken verlegt. Auch der vollelektrische ID. Buzz läuft weiterhin in Hannover vom Band – und nicht nur Karosserie und Antrieb werden dort montiert, sondern auch die Batterien zusammengebaut. Und ab 2027 soll in Stöcken ebenfalls der autonom fahrende ID. Buzz AD gebaut werden. Nicht als Nebenprojekt, sondern in Serie – komplett integriert in die normale Fertigungsstrasse. Die Erfolgsstory des Bulli geht also weiter.

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