Darum gehts
- Tesla verkauft «Full Self Driving» ab 14. Februar nur im Abo
- Auch andere Hersteller setzen auf Abomodelle für Leistung und Software
- VW bietet ID.3-Leistungssteigerung in England für 18 Franken pro Monat
Mit einem Abozwang will sich Tesla eine neue ständige Einnahmequelle erschliessen. CEO Elon Musk (54) kündigte kürzlich auf seiner Plattform X an, dass das «Full Self Driving»-Assistenzsystem (FSD) nur noch im Monatsabo erhältlich sein wird.
«Tesla wird den Verkauf von FSD nach dem 14. Februar stoppen», schrieb der Multimilliardär. Bisher hatten Fahrer in den USA die Wahl zwischen einem Abo für 99 Dollar pro Monat und einer einmaligen Bezahlung von 8000 Dollar.
«Glücklich, dass ich keinen Tesla besitze»
FSD ist kein echter Autopilot, sondern ein Assistenzsystem, das Beschleunigen, Bremsen und die Spur halten und wechseln kann. Dennoch muss der Fahrer bei Bedarf eingreifen können, wie die Fachplattform Electrive schreibt. Das System ist bisher nur in den USA sowie in Australien, Kanada, China, Mexiko und Neuseeland erhältlich.
Auf X sind die Reaktionen auf Musks Tweet mehrheitlich negativ. «Bald brauchen wir ein Abonnement für die Luft zum Atmen», schreibt ein User. Und ein anderer ergänzt: «Ich bin so glücklich, dass ich keinen Tesla besitze».
VW mit PS-Abonnement
Klar ist: Tesla lässt sich nicht als einziger Autohersteller vom Geschäftsmodell der US-Techgiganten inspirieren. Schliesslich verspricht ein Abomodell mit freischaltbaren Funktionen eine kleinere Einstiegshürde und oft höhere Gesamteinnahmen über die gesamte Lebensdauer eines Produkts.
Letztes Jahr sorgte VW in Grossbritannien für Aufsehen: Der Konzern aus Wolfsburg limitierte die Leistung des Stromers ID.3 auf 204 PS. Die volle Leistung von 230 PS muss man nun für umgerechnet fast 18 Franken freischalten.
BMW verkaufte Sitzheizung im Abo
Nicht immer gehen die Abopläne auf: So erntete BMW mit der Sitzheizung on demand vor einigen Jahren Spott und Kritik. Schliesslich ist es nicht kundenfreundlich, wenn die Hersteller vorhandene Funktionen künstlich blockieren, um sie zu verkaufen. Das Angebot wurde bald wieder eingestellt.
Doch trotz Fehlschlägen werden die Abomodelle nicht verschwinden. Mit der Entwicklung des Autos zum fahrenden Smartphone sind die Möglichkeiten zur nachträglichen Geldmacherei für die Hersteller schier unerschöpflich.
Hersteller betonen Kundennutzen
Autokonzerne betonen dabei den Kundennutzen: Schliesslich können sich die Bedürfnisse ändern. Und wenn man einen Service nicht braucht, dann muss man auch nicht dafür bezahlen. Dazu kommt: Nach einem Halterwechsel kann der neue Besitzer das Auto den eigenen Wünschen anpassen. Dass die Hersteller so auch an den Occasionen mitverdienen können, ist für sie natürlich ein schöner Nebeneffekt.