Darum gehts
- Serbiens Strassenverkehr wirkt chaotisch, folgt aber klaren ungeschriebenen Regeln.
- Das Durchschnittsalter serbischer Autos liegt bei 17 Jahren, kaum Elektrofahrzeuge.
- Maut: 5,50 CHF/120 km, Benzin: 1,50 CHF/Liter, Strom: 0,11 Euro/kWh
Bevor ich mich kürzlich erstmals in den Strassenverkehr Serbiens wagte, war ich mir sicher, dass die Strassen des Balkans keinen guten Ruf geniessen. Auf den ersten Blick wirkt alles chaotisch. Wenn Autos in Städten die Spur wechseln, scheint der Blinker eher Empfehlung als Pflicht, und irgendwo hupt immer jemand. Doch je länger ich im Auto auf Serbiens Strassen unterwegs bin, desto klarer wird: Dieses Chaos hat Regeln. Und wer sie versteht, kommt erstaunlich entspannt ans Ziel. Willkommen im täglichen Strassenverkehr von Serbien – einem Land, das mit Vorurteilen aufräumt und Autofahrer immer wieder überrascht. Der Verkehr ist lebendig, aber längst nicht so unberechenbar, wie erwartet.
Alt und klassisch statt neu und elektrisch
Wer durch serbische Städte und Dörfer fährt, merkt schnell: Hier dominiert nicht das Neueste vom Neuen, sondern das Altbewährte. Das Durchschnittsalter eines PWs beträgt hier rund 17 Jahre und gehört damit zum ältesten in Europa. Insgesamt sind bei rund 6,6 Millionen Einwohnern etwa 3 Millionen Autos zugelassen – ein Wert, der die Bedeutung des Autos im Alltag deutlich macht. Viele tragen sichtbare Gebrauchsspuren in Form von Beulen, Kratzern oder abblätterndem Lack. Marken wie Skoda, Toyota, Peugeot oder Citroën prägen das Bild. Autos sind hier in erster Linie eines: ein praktisches Fortbewegungsmittel.
Elektroautos? Fehlanzeige – jedenfalls fast. Während der gesamten Reise fallen mir nur vereinzelt ein paar Stromer auf – zum Beispiel einige Skoda Elroq. Doch im Vergleich zu Westeuropa wirkt die E-Mobilität in Serbien noch wie Zukunftsmusik. Erst im Oktober letzten Jahres wurde das 6000. E-Auto zugelassen.
Passend dazu ist auch die Ladeinfrastruktur noch überschaubar. Selbst in der Hauptstadt Belgrad sind Ladestationen nur in grossen Einkaufszentren vorhanden – doch viele davon bleiben ungenutzt. Das liegt weniger an mangelnder Funktionalität als vielmehr daran, dass es schlicht kaum E-Autos die öffentlichen Ladestationen nutzen.
Dabei wären die Voraussetzungen teilweise gar nicht so schlecht: Strom ist in Serbien mit rund 0,11 Euro pro Kilowattstunde vergleichsweise günstig, was das Laden eines E-Autos deutlich preiswerter macht als in vielen westeuropäischen Ländern. Eine Vollladung mit einer durchschnittlichen Batteriegrösse von etwa 60 kWh kostet so gerade mal 6 bis 7 Euro. Ein Vorteil, der aktuell allerdings kaum genutzt wird.
Preise für Maut und Sprit
Ein besonders spannender Kontrast zeigt sich bei der Qualität der Strassen. Die Autobahnen sind überraschend gut ausgebaut: breite Fahrbahnen, klar markiert und oft sogar mit zusätzlichen Nebelsignalspuren ausgestattet – ein Detail, das man so nicht überall sieht. Diese Qualität hat allerdings ihren Preis: Für die 120 Kilometer lange Fahrt in Richtung Belgrad werden rund 710 Dinar (umgerechnet 5.50 Fr.) Maut fällig – und für den Rückweg nochmals derselbe Betrag. Im Vergleich zu westeuropäischen Verhältnissen bleibt das jedoch moderat.
Auch beim Tanken zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Spritpreise liegen spürbar unter dem Niveau vieler westlicher Länder, was das Autofahren insgesamt erschwinglich macht. An einer Autobahnraststätte machen wir einen Halt und tanken unseren Mietwagen mit Bleifrei 95 für 191 Dinar den Liter voll, was umgerechnet 1.50 Franken für den Liter entspricht. Ein voller Tank kostet uns damit knapp 90 Franken – da gibts nichts auszusetzen.
Innenstadt Abenteuer
Doch kaum verlässt man die Autobahn und taucht in die Innenstädte ein, verändert sich das Bild schlagartig. Enge Strassen, teils bröckelnder Asphalt und kaum erkennbare Fahrbahnmarkierungen sorgen dafür, dass man plötzlich deutlich aufmerksamer unterwegs ist. Beschilderungen sind nicht immer eindeutig oder schlicht nicht mehr vorhanden – wer hier fährt, verlässt sich besser auf sein Navi als auf das, was auf der Strasse ausgeschildert ist.
Gerade im Zentrum wird Autofahren damit schnell zur kleinen Herausforderung – allerdings zu einer, an die man sich schnell gewöhnt. Denn genau hier zeigt sich, was der Verkehr in Serbien wirklich ausmacht: das Fahrverhalten der Menschen. Was zunächst unkoordiniert erscheint, folgt in Wahrheit einem eigenen Rhythmus. Es wird gehupt und viel gestikuliert – aber selten ohne Grund. Wer zögert oder eine Spur blockiert, bekommt einen kurzen Hinweis. Nicht böse gemeint, sondern als Teil einer direkten, fast schon eingespielten Kommunikation im Strassenverkehr.
Zwischen Hupen, spontanen Manövern und kleinen Gesten der Rücksicht entsteht ein Verkehrsfluss, der überraschend harmonisch wirkt. Man passt sich an, lernt mitzudenken – und merkt plötzlich, dass man viel entspannter unterwegs ist, als noch zu Beginn.
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