Ukrainische Atombehörde klagt an
Mitarbeiter des AKW Saporischschja von Russen entführt

Mit Serhii Potynh soll ein weiterer ukrainischer AKW-Mitarbeiter von den Russen entführt worden sein. Jetzt appelliert die ukrainische Atombehörde Energoatom an IAEA-Chef Rafael Grossi und die internationale Gemeinschaft und bittet um die Freilassung des Ingenieurs.
Publiziert: 29.07.2023 um 13:04 Uhr
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Der Ingenieur Serhii Potynh soll von den Russen entführt worden sein.
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Marian NadlerRedaktor News

Russische Besatzer sollen Serhii Potynh, einen Arbeitsschutzingenieur der zentralen technischen Verwaltungsabteilung des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja, entführt haben. Das schreibt die ukrainische Energiebehörde Energoatom auf Telegram. Demnach sei der Mann nun regelmässig Folter und körperlicher Gewalt ausgesetzt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Potynh soll am 23. Juni 2023 entführt worden sein, ist mittlerweile also seit mehr als einem Monat in russischer Gefangenschaft. Er war trotz der Eroberung durch die Russen in der Stadt Enerhodar geblieben, in der sich das Kernkraftwerk Saporischschja befindet, um in dem AKW weiterzuarbeiten. Nach Angaben von Energoatom wurde Potynh auf einer örtlichen Polizeistation gesehen, wo Russen neben ihm auch noch weitere Stadtbewohner und AKW-Mitarbeiter festhalten sollen.

Noch lebt Serhii Potynh

Im Anschluss an die Folter werde der Ingenieur jedes Mal ins Spital geschickt. So werde verhindert, dass er stirbt. Gegen Potynh sei noch gar keine Anklage erhoben worden, «aber sie misshandeln und unterdrücken ihn weiterhin».

Angehörige des AKW-Mitarbeiters, die in der besetzten Stadt leben, sollen bestätigt haben, dass er noch lebt. Energoatom appelliert an IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi (62) und die gesamte internationale Gemeinschaft, alle Anstrengungen zu unternehmen und alle möglichen Massnahmen zu ergreifen, um alle von den Russen gefangen genommenen Mitarbeiter des Kernkraftwerks freizulassen.

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