Wegen des Krieges in der Ukraine fliesst seit Januar kein russisches Öl mehr nach Osteuropa. In Staaten wie Ungarn geht der wichtige Rohstoff deshalb langsam zur Neige. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban will darum die Ukraine erst dann finanziell unterstützen, wenn wieder russisches Öl nach Ungarn fliesst.
Am Donnerstag, kurz vor einem wichtigen EU-Gipfel, gab Orban bekannt, einen 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine auch weiterhin zu blockieren. Das berichtet unter anderem die «Bild». Das sind umgerechnet über 80 Milliarden Franken, die das Land für seine Verteidigung benötigt. Auch neue Sanktionen gegen Russland wolle Ungarn erst dann mittragen, wenn das Land wieder russisches Öl erhalte.
Sowjetische Pipeline zerstört
Ungarn erhielt sein russisches Öl bislang über die Druschba-Pipeline. Diese liefert seit den Zeiten der Sowjetunion Öl von Russland durch die Ukraine nach Osteuropa. Kiew zufolge hat ein russischer Angriff Teile der Druschba-Infrastruktur in der westlichen Ukraine zerstört, wie «Focus» schreibt.
Dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (48) zufolge, arbeitet die Ukraine derzeit an einer Notlösung für die Druschba-Pipeline. Diese soll innerhalb von maximal anderthalb Monaten fertig sein.