Darum gehts
- Heftige Schneefälle in Alpen und Südosteuropa, hohe Lawinengefahr seit Tagen
- In Österreich starben allein am Freitag fünf Menschen durch Lawinen
- 29'000 Haushalte in Slowenien am Samstag ohne Strom nach Schneefall
Die Alpen und Regionen Südosteuropas haben mit den Folgen heftiger Schneefälle zu kämpfen. Die Lawinengefahr bleibt hoch. In Österreich, Norditalien und der Schweiz sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. In Slowenien waren am Samstag Zehntausende Menschen ohne Strom.
Besonders in Österreich ist die Lage prekär. Das Bundesland Tirol hat eine Warnung an alle Handys geschickt, die in der Region eingeloggt sind.
Fünf Lawinen-Tote in Österreich
Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen. Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden immer wieder schwere Lawinenabgänge. Auch die Schweiz ist betroffen. Während Anfang Woche vor allem das Wallis im Fokus stand, ist die Lawinengefahr momentan vor allem im Kanton Graubünden gross (Lawinengefahr Stufe 4).
In Österreich kamen allein am Freitag fünf Menschen ums Leben. In St. Anton am Arlberg konnten zwei Menschen nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Von den drei zunächst verletzt geborgenen Personen sei am Abend eine im Krankenhaus gestorben.
Vater und Sohn in Tirol verunfallt
Im Tiroler Skigebiet Nauders wurde laut Polizei ein 42-jähriger Skifahrer aus Thüringen abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt. Die beiden wollten demnach einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss.
Am Samstag erfasste eine Lawine in Serfaus in Tirol eine Person. Die Retter versuchten, das Opfer wiederzubeleben, teilte die Polizei mit. Der 41-Jährige starb jedoch wenig später im Spital.
Tirol schickt Alarm-Meldung
Das Land Tirol hat am Samstag 13.30 Uhr eine behördliche Gefahreninformation via AT-Alert an alle in Tirol eingeloggten Mobiltelefone geschickt. Die Strassen in das bekannte Skigebiet Lech-Zürs am Arlberg musste gesperrt werden. Die Orte sind nicht mehr erreichbar.
In Österreich starben in dieser Saison bereits 18 Menschen bei Lawinenabgängen. Durchschnittlich liegt die Zahl der Lawinenopfer in der gesamten Wintersaison bei rund 20.
Österreich setzt Armee ein
In Tirol waren zuletzt bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen. Die Lawinenlage ist brisant. Allein am Freitag zählten die Behörden mehr als 30 Lawinen-Einsätze in dem auch bei deutschen Wintersportlern beliebten Bundesland. Insgesamt waren es in den vergangenen sieben Tagen 200.
Am Samstag wurde laut österreichischer Nachrichtenagentur APA das Bundesheer eingesetzt. Vorgesehen seien Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung sowie Personentransporte der Bergrettung, die in weiterer Folge Lawinensprengungen und Windenbergungen durchführen solle.
Auch Ungarn und Slowenien leiden
Heftige Schneefälle wurden auch aus dem Westen Ungarns berichtet. In der Kleinstadt Köszeg wurden am Freitag 36 Zentimeter Neuschnee gemessen, in der Sopron an der Grenze zu Österreich am Samstag 27 Zentimeter, wie der ungarische Wetterdienst HungaroMet mitteilte. Starke Windstösse sorgten in dem betroffenen Gebiet ausserdem für Schneeverwehungen.
Von starken Schneefällen betroffen war auch der Nordosten Sloweniens. In der Umgebung von Maribor waren am Samstag immer noch 29'000 Haushalte ohne Strom, wie der Versorger Elektra Maribor mitteilte. Am Freitag hatten sogar noch 70'000 Kunden unter Stromausfall gelitten. Montageteams aus dem ganzen Land würden unter Hochdruck daran arbeiten, die von den Schneefällen ausser Kraft gesetzten Transformatoren wieder zum Laufen zu bringen, hiess es.
In der Slowakei wurde zudem ein vermisster 30-Jähriger tot in der Hohen Tatra aufgefunden. Alles deute darauf hin, dass es sich bei dem Toten um einen Touristen handelte, der seit der vergangenen Woche im Grenzgebiet zu Polen verschwunden sei, sagte ein Sprecher der polnischen Bergwacht der Nachrichtenagentur PAP. Der Mann war am 14. Februar mit der Seilbahn auf den Berg Kasparowy Wierch gefahren, wie Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten. Danach verlor sich seine Spur. Eine am Mittwoch begonnene Suchaktion mit Spürhunden und Helikoptern führte die Retter am Donnerstag in ein Lawinengebiet. Vermutlich kam der Mann dort ums Leben.