Darum gehts
- Frau verliert Gliedmassen durch Sepsis nach Hundekontakt in Zürich
- Ärzte vermuten Lecken oder Kratzer als Auslöser der Infektion
- Sepsis betrifft jährlich weltweit etwa 49 Millionen Menschen laut WHO
Was diese Frau durchmachen musste, ist nur schwer zu beschreiben: Manjit Sangha aus Grossbritannien verlor beide Hände und beide Beine.
Die 56-Jährige kehrte an einem Sonntagnachmittag im Juli letzten Jahres mit Unwohlsein von der Arbeit nach Hause zurück. Am nächsten Morgen war sie bewusstlos. Ihre Hände und Füsse waren eiskalt, ihre Lippen hatten sich violett verfärbt und sie hatte Schwierigkeiten beim Atmen, erzählt sie der BBC.
«Am Samstag spielt sie noch mit dem Hund und am Montag liegt sie im Koma»
Sanghas Zustand verschlechtert sich von Stunde zu Stunde. Ihr Körper baut immer mehr ab. Im Spital fällt sie ins Koma. «Man ist völlig durcheinander», sagt ihr Ehemann Kam gegenüber BBC. «Man denkt: Wie kann so etwas in weniger als 24 Stunden passieren?» Der Familie kam alles total surreal vor. «Am Samstag spielt sie noch mit dem Hund, am Sonntag geht sie zur Arbeit und am Montagabend liegt sie im Koma», fasst Sangha zusammen.
Sie landete mit einer Blutvergiftung (Sepsis) auf der Intensivstation. Ihr Herz blieb sechsmal stehen. Chirurgen mussten ihr später aufgrund der Ausbreitung der Sepsis beide Beine unterhalb des Knies sowie beide Hände amputieren.
Schwere Symptome
Die Ärzte vermuten, dass die Sepsis durch ein harmloses Lecken ihres Hundes in Kombination mit einer kleinen Wunde ausgelöst wurde. Die Erkrankung tritt auf, wenn das Immunsystem des Körpers, das eigentlich Krankheiten und Infektionen bekämpfen soll, beginnt, das körpereigene Gewebe und die Organe anzugreifen. Bei Erwachsenen können die Symptome unter anderem undeutliche Sprache, extremes Zittern oder Muskelschmerzen, starke Atemnot und fleckige oder verfärbte Haut umfassen.
«Es ist schwer, das zu beschreiben», sagt sie. «In kurzer Zeit seine Beine und Hände zu verlieren, ist eine sehr einschneidende Erfahrung.» An den ersten Monat im Spital kann sie sich überhaupt nicht erinnern.
Nun baut Sangha ihr Leben langsam wieder auf. Sie möchte anderen warnen: «Das kann jedem passieren.» Sie kämpft für ihre Zukunft und setzt sich zum Ziel, mit Hilfe von Prothesen wieder laufen zu können. «Ich habe genug in meinem Sessel und meinem Bett gesessen. Jetzt ist es Zeit, spazieren zu gehen.»