Darum gehts
- Erdrutsch im Rubaya-Bergwerk in der Demokratischen Republik Kongo fordert über 200 Tote, darunter 70 Kinder
- Das Bergwerk wird seit 2024 von der Rebellengruppe M23 kontrolliert
- Rubaya liefert zwischen 15 und 30 Prozent der globalen Coltanproduktion
Mehr als 200 Todesopfer: Das ist laut Regierungsangaben die Bilanz eines Erdrutsches auf dem Gelände des Rubaya-Bergwerks in der Demokratischen Republik Kongo. Das Gelände wird seit 2024 von der Rebellengruppierung M23 kontrolliert. Seitdem waren kongolesische Behörden dort nicht mehr präsent.
Das mehrere Dutzend Quadratkilometer grosse Gelände von Rubaya liegt etwa 70 Kilometer westlich von Goma, der Hauptstadt der für Unruhen bekannten Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Laut Augenzeugen ereignete sich der Erdrutsch am Dienstagnachmittag.
Unglück in Konfliktregion
«Die vorläufige Zahl der Todesopfer liegt bei über 200 kongolesischen Staatsbürgern, darunter etwa 70 Kinder, die im Bergwerk arbeiteten. Zahlreiche Verletzte wurden in medizinische Einrichtungen in Goma gebracht», heisst es in einer Erklärung des kongolesischen Bergbauministeriums, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Am Mittwoch meldeten Augenzeugen sechs weitere Todesfälle.
Seit ihrem Wiederaufleben Ende 2021 hat die regierungsfeindliche Gruppe M23 mit Unterstützung der ruandischen Armee weite Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo erobert, die reich an Ressourcen und seit drei Jahrzehnten von Konflikten gezeichnet sind.
Die Bergbaustadt Rubaya, die zwischen 15 und 30 Prozent der weltweiten Coltanproduktion liefert, fiel im April 2024 an M23. Die Demokratische Republik Kongo ist reich an dem für die Elektronikindustrie strategischen Mineral. Schätzungen zufolge verfügt die Demokratische Republik Kongo über mindestens 60 Prozent der weltweiten Reserven.