Gebärende Mütter sind zu laut
Nachbar klagt gegen Geburtshaus in Trier

Ein Nachbarschaftsstreit bedroht ein neu eröffnetes Geburtshaus im deutschen Trier. Wegen Lärmbeschwerden eines Anwohners musste der wichtigste Raum geschlossen werden. Die Zukunft der Einrichtung und der betroffenen Familien ist ungewiss.
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In Trier wurde vergangenes Jahr ein Geburtshaus eröffnet.
Foto: Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Geburtshaus Trier muss schliessen
  • Nachbar klagt wegen Lärm aus Gebärzimmer 10 Meter vom Balkon entfernt
  • Bisher drei bis sechs Geburten pro Monat in der Einrichtung
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Angela RosserJournalistin News

Neues Leben auf diese Welt zu bringen, ist anstrengend, schmerzhaft und verlangt dem weiblichen Körper alles ab. Für werdende Mütter gibt es neben Spitälern auch andere Optionen, wo sie ihre Kinder zur Welt bringen können. Geburtshäuser zum Beispiel.

So eines wurde auch im vergangenen Juli in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, eröffnet. Nun steht das Geburtshaus jedoch bereits wieder vor dem Aus. Grund dafür sind die Schreie der Mütter. Die haben der Institution eine Lärmklage eingefahren, wie der «Volksfreund» zuerst berichtete.

Gebärzimmer 10 Meter neben Balkon

Ein Nachbar klagt wegen vermeintlicher Lärmbelästigung durch Gebärende und hat vor dem Verwaltungsgericht Trier eine Rücknahme der Betriebsgenehmigung erwirkt. Der Streit dreht sich vor allem um den sogenannten «Wellnessraum» mit Gebärwanne, der nur zehn Meter von seinem Balkon und Schlafzimmer entfernt liegt.

«Ich kann ins Geburtszimmer hineinschauen», sagte der Kläger vor Gericht. Laut der vorsitzenden Richterin am Verwaltungsgericht ist der geringe Abstand zwischen dem Geburtsraum und der Nachbarwohnung ein kritischer Punkt. 

Kein Kompromiss mit geschlossenen Fenstern

Ein Vorschlag der Stadt, Geburten im betroffenen Raum nur bei geschlossenen Fenstern zuzulassen, wurde vom Gericht und den Klägern abgelehnt. Letztlich entschied das Gericht, dass der grössere Geburtsraum nicht mehr genutzt werden darf.

Für die Betreiber des Geburtshauses ist das ein schwerer Schlag. «Für uns und die Familien ist das natürlich eine Katastrophe», sagte Geschäftsführerin Lisa Brauns gegenüber der Zeitung. Wie es für die Einrichtung weitergeht, bleibt ungewiss. Pro Monat kamen dort bislang drei bis sechs Babys zur Welt, und für die Betreibenden ist klar: «Wir geben nicht auf.» Das schreiben sie auf Instagram.

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