«Es ist ein Albtraum – sind das echt meine Beine?»
Französin ist nach Bad in See mit Blasen übersät

Nachdem eine Französin mit ihrer Tochter ein Bad in einem beliebten Badesee genommen hatte, erlebten die beiden eine böse Überraschung. Ihre Beine waren von dicken, braunen Blasen übersät.
Publiziert: 20.06.2024 um 21:21 Uhr
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Aktualisiert: 21.06.2024 um 16:18 Uhr
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So sahen Tanushis Beine nach der Abkühlung im See aus.
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Janine EnderliRedaktorin News

Sie sind dick, haben die Grösse eines Tennisballs und sind mit brauner Flüssigkeit gefüllt: Die Blasen, die sich vor zehn Tagen auf den Beinen von Albana Tanushi gebildet haben, sind nichts für schwache Nerven. Die Französin spazierte mit ihrer Tochter um den beliebten See Lac du Bourget im Osten Frankreichs. Aufgrund der hohen Temperaturen entschieden sich die beiden für ein Bad im kühlen See, wie die Zeitung «Le Dauphiné Libéré» berichtet. Kein Wunder: Der Lac du Bourget, der rund eineinhalb Autostunden südwestlich von Genf liegt, ist ein beliebter Touristen-Hotspot.

Am nächsten Tag erwartete Tanushi eine böse Überraschung. An den Beinen verspürte sie plötzlich ein komisches Gefühl, das sie gegenüber dem Fernsehsender BFMTV als eine Mischung zwischen Brennen und Hitze beschrieb: «Ich hatte ein wenig Schmerzen, es hat gestochen, man konnte sehen, dass alles rot war», erklärte auch ihre Tochter gegenüber dem Sender.

«Die Blasen schwollen vor meinen Augen an»

Gegen Abend verschlimmerte sich die Situation zunehmend, es bildeten sich riesige, braune Blasen an den Beinen. Tanushi beschloss, in die Notaufnahme in Aix-les-Bains zu gehen, wo ihr ein Arzt eine Kortisoncreme und ein Medikament gegen allergische Reaktionen verschrieb. Doch diese Massnahmen halfen nicht. Die Blasen wuchsen und wuchsen. «Sie schwollen vor meinen Augen an.»

Sie fragte sich, ob sie da wirklich ihre Beine vor sich sehe. «Ich dachte mir, bin das wirklich ich?», erzählte die noch immer erschrockene Französin dem Sender. «Es fühlte sich alles wie ein Albtraum an.»

Schliesslich suchte die verzweifelte Mutter einen Dermatologen auf, der den beiden Französinnen morphinhaltige Medikamente, Reinigungskuren und weitere Salben verschrieb. Nach ein paar Tagen Behandlung bildeten sich die Blasen langsam zurück.

Simon Müller ist Leitender Dermatologe am Unispital Basel und kennt solche Reaktionen, aber nicht so übel wie bei Albana Tanushi. «Es handelt sich dabei um eine phytophototoxische Reaktion, bei der es zu einem akuten toxischen Schaden der Haut kommt, ähnlich einer Verbrennung», sagt der Mediziner zu Blick. Ursache sind der Kontakt mit bestimmten Substanzen im Saft von Pflanzen unter Sonneneinstrahlung. «Typisch hierfür sind die strichförmigen Rötungen, die entweder Abrinnspuren des Pflanzensaftes oder Abdrucke der Pflanzen («Wiesengräser-Dermatitis») entsprechen.» Typisch sei auch, dass die Reaktion erst einige Stunden später eintritt.

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Es gibt einen «Margarita Burn»

Pflanzen, die solche Reaktionen hervorrufen können, sind Riesenbärenklau, Johanniskraut, Dill, Petersilie, Sellerie, Wiesenkümmel, Butterblumen, Feigensaft und Rautengewächse wie Limetten oder Bergamotte. Müller zu Blick: «Die letzten beiden führen nicht selten beim Ausquetschen von Limetten für Margaritas, Caipirinhas oder Mojitos zum «Margarita Burn», der sehr heftig sein kann, wenn eben Limettensaft auf der Haut verbleibt und die Sonne darauf scheint. Ein ähnliches Phänomen kann es bei Parfüms geben, die Bergamotte enthalten.

Der Fall aus Frankreich ist aber aussergewöhnlich, so der Dermatologe. Was der Auslöser war, sei aber schwer zu sagen. Um solche Reaktionen zu verhindern, sollte man sich durch Kleidung schützen. Und bei Kontakt mit Pflanzensaft, diesen sofort abspülen. Sollten dann doch sich Blasen bilden, am besten sofort zum Arzt.

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