Darum gehts
- Trump ernennt Jeff Landry zum Sondergesandten für Grönland
- Der US-Präsident hegt schon lange Übernahmepläne für die Insel
- Strategische Lage und Rohstoffe machen Grönland geopolitisch interessant
Es ist eine lange Obsession von Donald Trump (79): Grönland soll Teil der USA werden. Nachdem es zuletzt etwas ruhiger um den Übernahmeplan geworden ist, will der US-Präsident das Thema jetzt erneut aufs Tapet bringen.
Trump ernennt den Gouverneur des Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry (54), zum Sondergesandten für die offiziell zu Dänemark gehörende Insel. Dieser verstehe, wie wichtig Grönland für die Sicherheit der USA sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
«Grönland zu einem Teil der USA machen»
Landry bezeichnete es auf der Plattform X als eine Ehre, dazu beitragen zu dürfen, «Grönland zu einem Teil der USA zu machen». Sondergesandte wurden bei früheren Präsidenten vor allem für schwierige Verhandlungen und Krisenherde ernannt.
Gar nicht erfreut ist die dänische Regierung: Sie wird als Reaktion den US-Botschafter einbestellen. Das kündigte Aussenminister Lars Lökke Rasmussen (61) am Montag an. Er nannte die Ernennung des Sondergesandten durch Trump «völlig inakzeptabel».
Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen (34) zeigte sich weniger empört. Es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, schrieb Nielsen bei Facebook. Die Ernennung des US-Sondergesandten ändere nichts an der Tatsache, dass Grönland sein Schicksal selbst in der Hand habe. «Wir kooperieren gerne mit anderen Ländern, auch mit den USA, aber das muss immer mit Respekt vor uns und unseren Werten und Wünschen geschehen», schrieb Nielsen.
Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte Trump Dänemark zum Verkauf der grössten Insel der Welt aufgefordert. Anfang Jahr erhöhte er nach seiner erneuten Wahl zum Präsidenten den Druck. Sein Sohn Don Jr. (47) und Vizepräsident JD Vance (41) besuchten Grönland – offiziell als Touristen, aber auch um Druck auf Dänemark zu machen.
Strategische Lage und Rohstoffe
Die strategische Lage im Nordatlantik macht Grönland aus geopolitischer Sicht interessant. Dazu kommen Rohstoffe wie zum Beispiel seltene Erden. Diese werden etwa für den Bau von Akkus gebraucht und spielen in der Energiewende eine wichtige Rolle.
Dänische Medien hatten jüngst berichtet, dass die US-Regierung sich darum bemühe, direkte Kontakte zur Regierung Grönlands aufzubauen. Die dänische Regierung soll dabei möglichst umgangen werden. Diese hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach klar gemacht, dass Grönland nicht zum Verkauf steht.