Deutschland
Erste deutsche Panzerhaubitzen in der Ukraine eingetroffen

Knapp vier Monate nach Kriegsbeginn sind die ersten schweren Artilleriegeschütze aus Deutschland in der Ukraine eingetroffen.
Publiziert: 21.06.2022 um 16:19 Uhr
|
Aktualisiert: 22.06.2022 um 10:53 Uhr
FILED - Oleksiy Resnikov, Ukraine's defense minister, at a conference on the Ukraine war at Ramstein Air Base in the United States. Photo: Boris Roessler/dpa

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow bedankte sich am Dienstag auf Twitter bei seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht (SPD) für die Lieferung der Panzerhaubitzen 2000. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sagte der Nachrichtenagentur dpa, es seien alle sieben versprochenen Geschütze in der Ukraine eingetroffen.

Krieg in der Ukraine

Blick informiert im Ticker Live über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine.

Blick informiert im Ticker Live über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine.

Widerstand gegen russische Artillerie

Es sind die ersten schweren Waffen, die Deutschland in die Ukraine geliefert hat. Die Panzerhaubitze ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen. Die Bundeswehr hat solche Geschütze derzeit in Litauen zum Schutz der Nato-Ostflanke stationiert.

Mit der Panzerhaubitze 2000 hoffen die ukrainischen Streitkräfte, der übermächtigen russischen Artillerie besser standhalten zu können. Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba hatte kürzlich gesagt, die russische Artillerie sei der ukrainischen um das 15-fache überlegen.

Ukraine hofft auf weitere Hilfe

«Das ist bereits der sechste Artillerietyp mit 155-Millimeter-Kaliber, den wir erhalten», schrieb der ukrainische Verteidigungsminister Resnikow auf sozialen Netzwerken. Zuvor hatte die Ukraine bereits US-amerikanische, britische, polnische und französische Haubitzen erhalten. Zwar dankte er den deutschen Partnern für die Hilfe, doch hoffe Kiew weiter auf eine stärkere Unterstützung.

Deutsche Waffenlieferungen veröffentlicht

Die deutsche Regierung veröffentlichte am Dienstag erstmals alle Waffenlieferungen an die Ukraine. Man passe sich damit der Praxis der engsten Verbündeten - zum Beispiel der USA - an, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit den Schritt. Die Liste enthält alle Waffen und anderen Rüstungsgüter, die bereits geliefert wurden oder deren Lieferung geplant ist. Sie ist nun im Internet auf der Seite der Regierung zu finden. Bisher war sie nur für Abgeordnete in der Geheimschutzstelle des Bundestags einsehbar.

Öffentlich bekanntgegeben hatte Deutschland seine Lieferungen an die ukrainischen Streitkräfte für den Abwehrkampf gegen Russland bisher nur punktuell. Allerdings wurden sie nach Eintreffen im Kriegsgebiet von ukrainischer Seite veröffentlicht.

Werbung

(SDA)

Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare