Das steckt dahinter
Internet dreht wegen diesem Lidl-Milchdrink durch

Ein Protein-Drink in der Geschmacksrichtung Banane von Lidl sorgt gerade für mächtig Wirbel im Netz. Aber wieso?
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Dieser Protein-Drink sorgt im Netz für Diskussionen.
Foto: x

Darum gehts

  • Ein Post auf X nennt Lidl-Protein-Drink «Gift» und sorgt für Aufsehen
  • Süssstoff Sucralose als vermeintliches «Gift» identifiziert, Sarkasmus missverstanden
  • Post erreichte über fünf Millionen Aufrufe und über 300 Kommentare
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Johannes HilligRedaktor News

«Das ‹Gift› wurde gefunden. Wie können die so etwas an Menschen verkaufen?????», heisst es in einem Post auf X. Dazu zwei Bilder: Auf dem ersten ist ein Protein-Drink der Eigenmarke von Lidl zu sehen. Geschmacksrichtung Banane. Auf dem zweiten Foto ist die Rückseite des Drinks mit den Inhaltsstoffen zu finden.

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Die Liste ist recht kurz: Milchprotein, Magermilch, Bananenpulver, Magermilchpulver, Aroma, Farbstoffe: Carotine, Süssungsmittel: Sucralose. 

«Bananen und Milch sind giftig?»

Unter dem Post wird gerätselt, was mit «Gift» gemeint sein könnte. Die zwei Sätze und die zwei Fotos sorgen für mächtig Wirbel. Über fünf Millionen Aufrufe hat der Post auf X mittlerweile. Und über 300 Kommentare. «Bananen und Milch sind giftig?», schreibt jemand verwundert.

Ein anderer Kommentar lautet: «Diese Zutaten sehen gar nicht schlecht aus, wahrscheinlich besser als 90 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel im Supermarkt.» In den Kommentaren verrät der Ersteller auch, was er gemeint hat. Es geht um den Süssstoff Sucralose. Und er ergänzt: «Das war Sarkasmus.» Doch den «Witz» können viele nicht verstehen. Und wundern sich über den Post.

Lidl Schweiz erklärt auf Blick-Anfrage: «Wir nehmen den besagten Post zur Kenntnis und freuen uns, dass unsere Eigenmarke Milbona im Netz mit viel Humor und Sarkasmus diskutiert wird . Die grosse Reichweite des Beitrags und die vielen positiven Kommentare sehen wir als Kompliment.» Und weiter: «Um eine bewusste Ernährung ohne Zuckerzusatz zu ermöglichen, setzen wir gezielt ausgewählte Süssungsmittel ein, die guten Geschmack mit funktionalen Nährwerten verbinden.»

«Sie sind also sehr kritisch zu bewerten»

Aber ist Sucralose jetzt wirklich so schlimm? Oder eben doch harmlos? Tatsächlich werden Süssstoffe gerne in Fitness- und Sportprodukten verarbeitet. Kein Wunder: kaum oder gar keine Kalorien und trotzdem voller Genuss. Deswegen kommen Aspartam, Sucralose, Saccharin oder Stevia oft zum Einsatz. Besonders Sucralose wird gerne von der Industrie als billiger Ersatz genommen.

Doch so schön es klingt, es hat offenbar auch seine Schattenseiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Süssstoffe als «möglicherweise krebserregend für den Menschen» ein. «Sie sind also sehr kritisch zu bewerten, und wer sich gesund ernähren möchte, sollte auf Süssstoffe verzichten», sagte Matthias Riedl (60), deutscher Ernährungsmediziner und Diabetologe, vor zwei Jahren zu Blick.

Sie können laut Riedl die Darmflora verändern und dadurch das Risiko für Diabetes-Typ-2 erhöhen. Aber: Im direkten Vergleich mit Kristallzucker sind sie gemäss Experte gesünder. Bei Cola sei die Zero-Variante mit Süssstoffen also die bessere Option als die normale Cola mit Kristallzucker.

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