Weil Geburtenrate rekordtief ist
Millionen-Stadt bringt mit App Schwung ins Liebesleben

In Tokio kommen immer weniger Kinder zur Welt. Die Behörden sind alarmiert. Nun soll eine neue Dating-App wieder für mehr Nachwuchs sorgen.
Publiziert: 07.06.2024 um 18:02 Uhr
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Aktualisiert: 07.06.2024 um 18:05 Uhr
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In Tokio sollen sich Junge wieder vermehrt verlieben und Kinder kriegen.
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Patrik BergerReporter Wirtschaft

Japan hat ein Problem mit dem Nachwuchs. Die Geburtenrate im Land mit 125 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist tief. Sehr tief. Nur gerade 727'277 Kinder haben 2023 das Licht der Welt erblickt, wie CNN berichtet. Das sind viel zu wenig, um einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt auch in Zukunft ein prosperierendes Wachstum zu garantieren. Und ein neuer Tiefststand. Alarmstufe rot in Sachen Familienplanung!

Besonders wenig Lust auf Nachwuchs hat die Bevölkerung in der Millionenstadt Tokio: Die Geburtenrate liegt bei 0,99. Zum Vergleich: Die Schweiz hat eine Geburtenrate von 1,52. Damit die Bevölkerungszahl in einem Land stabil bleibt, braucht es eine Geburtenrate von mindestens 2,1. Davon ist Tokio also weit entfernt. Deshalb reagieren die Behörden nun. Reichlich verzweifelt allerdings.

Online-Fragebogen ausfüllen

Weil gleichzeitig auch noch die Scheidungsrate steigt, sind sie geradezu alarmiert. Sie vertrauen auf die Kraft der Künstlichen Intelligenz (KI), um Männchen und Weibchen zusammenzuführen und davon zu überzeugen, zusammen Kinder zu bekommen. Die Stadtverwaltung lanciert eine neue Dating-App, um den Bewohnerinnen und Bewohnern die Familiengründung zu erleichtern und das Bevölkerungswachstum in die Gänge zu bringen.

Die Stadt bewegt sich damit auf ungewohntem Terrain, gehört das Vermitteln von Dates nicht unbedingt zur Kernaufgabe von städtischen Beamten. Interessierte müssen einen digitalen Fragebogen ausfüllen und angeben, was sie sich von einem Partner oder einer Partnerin wünschen. Die KI übernimmt dann den Rest und führt Menschen zusammen, deren Wertvorstellungen übereinstimmen.

Baby-Bonus hat nicht gebracht

Die neue Dating-App ist die neuste Massnahme von vielen. Allesamt haben sie die sinkende Geburtenrate nicht zum Steigen bringen können. Die Stadt übernimmt einen Teil der Mietkosten von jungen Eltern. Einige Städte zahlen Eltern mit Nachwuchs sogar einen Baby-Bonus aus. Auch die Einwanderungsbestimmungen Japans wurden gelockert – erfolglos. Mehr Babys sind deshalb nicht zur Welt gekommen. 

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