Weil die Zinsen wieder steigen
Jeder Vierte will die Bank wechseln

Die SNB hat den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Banken ziehen nach. Aber nicht alle gleich stark. Deshalb will laut einer Comparis-Studie ein Viertel der Sparer die Bank wechseln.
Publiziert: 28.03.2023 um 00:37 Uhr
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Aktualisiert: 28.03.2023 um 06:18 Uhr
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Eine Kundin bezieht am Bancomaten Geld.
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Patrik BergerReporter Wirtschaft

Nach mehreren tristen Jahren für Kleinsparer gibt es endlich wieder etwas für das sauer Ersparte! Schweizer Banken zahlen wieder Zinsen auf ihren Sparkonti. Der Wettbewerb zwischen den Banken spielt. Das hat Folgen: Die grossen Zinsunterschiede auf Sparkonten treiben die Schweizerinnen und Schweizer zu anderen Banken. Konkret: Jede vierte Person will ihr Geld auf eine andere Bank verschieben. Bei den unter 36-Jährigen plant sogar jeder Dritte einen Wechsel.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Comparis, die Blick vorliegt. «Die Zinsen zugunsten der Sparenden werden zu zögerlich angepasst. Gerade in Zeiten hoher Inflation stösst dies vielen sauer auf», erklärt Comparis-Experte Dirk Renkert (58). Deshalb sind offenbar viele zu einem Wechsel der Bank bereit.

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Grosse Unterschiede

Denn obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Leitzinsen erhöht hat, hat noch längst nicht jede Bank die Sparzinsen für Kundinnen und Kunden im gleichen Ausmass angehoben. Die Differenzen der Sparzinsen gehen von über 2 bis zu 0,25 Prozent und weniger. Deshalb will nun jede vierte Person mit einem Sparkonto in diesem Jahr die Bank wechseln.

«Die Umfrage zeigt die Unzufriedenheit über die aktuelle Kontoverzinsung», sagt Renkert weiter. Spannend: Die Studie zeigt einen deutlichen Generationengraben: Bei den 18- bis 35-Jährigen planen 33 Prozent, ihr Geld bei einer anderen Bank anzulegen. In der Kategorie von 36 bis 55 Jahre sind es 26 Prozent.

Auffallend ist: Beide Generationen sind dabei deutlich wechselwilliger als Personen ab 56 Jahren (17 Prozent). Experte Renkert ordnet ein: «Für ältere Personen stehen Aspekte wie eine langjährige Geschäftsbeziehung und der gewohnte Kundenservice stärker im Vordergrund als bloss der Zins.»

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Banken reagieren sofort

Kurz nachdem die Schweizerische Nationalbank den Leitzins am Donnerstag um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent erhöht hat, haben bereits erste Banken Zinserhöhungen auf ihren Konten angekündigt. So hebt die Postfinance Zinssätze auf Spar- und Vorsorgekonten per 1. Mai an. Konkret gibt es auf den Sparkonten neu 0,7 Prozent bis 50'000 Franken. Zuvor waren es 0,4 Prozent bis 25'000 Franken.

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Per 1. April 2023 hebt auch Valiant die Zinsen auf allen Spar- und Vorsorgekonten an. Auf dem Sparkonto gibt es bis 25'000 Franken nun 0,5 Prozent Zins, ab 25'000 Franken sind es 0,1 Prozent. Auch bei der Graubündner Kantonalbank (GKB) geht es mit den Zinsen aufwärts. Die Zinssätze für langfristige Sparguthaben ab April 2023 betragen neu bis zu 1 Prozent.

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