«Wollen Sie gleich noch eine Versicherung für Ihr Handy abschliessen?» Diese Frage kennt jeder Telekom-Kunde. Oft lässt man sich aus Euphorie über das neu gekaufte Gerät zu einem Vertrag verleiten.
Eine Versicherung fürs Handy kostet bei Swisscom, Salt und Sunrise zwischen 6 und 13 Franken – pro Monat!
Laut Konsumentenschützern sind solche Versicherungen im Normalfall zwar sehr teuer, aber eine Vielzahl der Schadensereignisse ist nicht gedeckt.
Wasserschäden am Handy nicht gedeckt
Die Liste der ungedeckten Schäden ist lange. Die Spalte der gedeckten Schäden dafür umso kürzer. So sind auch oft genau die Schadensfälle vom Schutz ausgeschlossen, bei denen man über eine Versicherungsdeckung speziell froh wäre: Dazu gehört beispielsweise der Wasserschaden. Fällt das Handy ins WC oder rutscht es einem beim Sonnenbaden am See aus der Hand, ist das Gerät futsch – und die Handyversicherung zahlt nichts.
Bei der Swisscom sind aber auch Tollpatsche versichert: «Die Handyversicherung Protection Plus deckt auch Feuchtigkeits- und Sturzschäden – damit ist das Smartphone bei einem Missgeschick gut geschützt», wie Annina Merk, Sprecherin der Swisscom, erklärt. Um bei einem Displayschaden vom Versicherungsschutz zu profitieren, muss das Gerät in einem Swisscom Shop zur Reparatur gebracht oder eingeschickt werden. Und auch dann fällt ein Selbstbehalt von 70 Franken für den Kunden an.
Die Kosten für eine Handyreparatur sind meist günstiger, als die Versicherungsprämie pro Jahr kostet. Schäden am Display können zwar teuer werden, doch ist der Glasschaden am Display meist in einer anderen Versicherung, wie im Hausrat, eingeschlossen.
Der Konsumentenschutz rät auf Anfrage von BLICK, nur für die Fälle Versicherungen abzuschliessen, bei denen der Schaden so hoch sein könnte, dass man ihn nicht aus der eigenen Tasche bezahlen kann.
Dies ist bei Handys selten der Fall. «Handyversicherungen sind ein gutes Zusatzgeschäft für die Verkäufer, weil es in den Verträgen diverse Ausschlussklauseln gibt. Die Prämien sind auf das Jahr gerechnet recht hoch, und der Versicherte hat auch noch den Selbstbehalt zu tragen», wie Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, erklärt.
Handy weg, Geld für Prämien futsch
Tatsächlich ist auch der Schutz vor Diebstahl nicht bei allen Handyversicherungen gedeckt. Dafür haben die meisten Hausratversicherungen bereits eine Grunddeckung im Falle eines Diebstahls vorgesehen.
Aber Achtung: Nur wenn das Handy in den eigenen vier Wänden gestohlen wird. Für Diebstähle auswärts kann eine Zusatzdeckung Abhilfe schaffen.
Wer also beim nächsten Handykauf mit dem Gedanken spielt, eine Versicherung abzuschliessen, sollte sich gut über die gedeckten und vor allem die ungedeckten Schadensereignisse informieren – und sich vom nigelnagelneuen Handydisplay nicht blenden lassen.