Darum gehts
- Der Textilhandel in der Schweiz bleibt 2025 unter Druck, Mode verliert Priorität
- Chicorée plant fünf neue Filialen trotz Umsatzminus von einem Prozent
- Segment Bekleidung und Schuhe schrumpfte 2025 um 3,5 Prozent laut UBS-Studie
Wenn das Budget schrumpft, verliert die Mode an Priorität. Der Textilhandel kommt nicht aus der Talsohle. Nach einem rückläufigen Jahr 2024 verzeichnete die Branche auch 2025 keine Erholung. Das Konsumklima bleibt gedämpft – viele Konsumentinnen und Konsumenten kaufen seltener, gezielter und vor allem weniger ein.
Das spürt auch Jörg Weber, Gründer und Präsident des Modehändlers Chicorée. «Wenn die Leute sparen, dann bei Kleidern», sagt er. Zudem habe sich die Kundschaft an Rabatte gewöhnt. «Viele warten mit Käufen, bis die Ware 50 Prozent billiger ist.»
Bald 190 Chicorée-Filialen in der Schweiz
Eigentlich setzte sich das Familienunternehmen für 2025 ein Umsatzwachstum zum Ziel. Doch es resultierte ein Minus von einem Prozent. Damit steht Chicorée im Branchenvergleich noch gut da. Laut einer Studie der UBS schrumpfte das Segment Bekleidung und Schuhe um 3,5 Prozent – nach 2,1 Prozent 2024. Die Anbieter in der Schweiz spüren die Konkurrenz von ausländischen Onlineshops. Die Mitglieder der Swiss Retail Federation, zu denen C&A und Dosenbach gehören, verzeichneten einen Rückgang von 3,7 Prozent im stationären Handel und ein Plus von 5,7 Prozent online. Unter dem Strich blieb ein Minus.
Gleich neun Filialen schloss der Modehändler Bayard. Grund waren laut Geschäftsführerin Silvia Bayard zu hohe Mietkosten, was die Boutiquen unrentabel machte. Bei den verbleibenden 70 Standorten lag der Umsatz 2025 auf Vorjahresniveau. Im Gegensatz zu Bayard baut Chicorée das Filialnetz aus. Im laufenden Jahr sind fünf neue Läden geplant, womit das Unternehmen auf 190 Standorte kommt.