US-Steuerstreit
Julius Bär rechnet mit 350-Mio-Dollar-Busse

Das Verstecken von Kundengeldern vor dem US-amerikanischen Fiskus kommt auch die Bank Julius Bär teuer zu stehen. Sie schätzt die Busse zur Beilegung des Steuerstreits auf 350 Millionen Dollar. Der entsprechende Betrag wurde zurückgestellt.
Publiziert: 23.06.2015 um 21:17 Uhr
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Aktualisiert: 09.10.2018 um 03:50 Uhr
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Eine Filiale der Bank Julius Bär in Genf (Symbolbild)

Julius Bär steht im Steuerstreit offenbar vor einer Einigung mit dem amerikanischen Justizdepartement (DOJ). Die Bank bilde eine vorläufige Rückstellung über 350 Millionen Dollar, teilte Julius Bär heute Abend mit.

Die Vergleichsverhandlungen mit dem DOJ seien nun so weit gediehen, dass Julius Bär eine vorläufige Einschätzung eines wahrscheinlichen und ungefähren Betrags vornehmen könne, der für den Abschluss eines Vergleichs erforderlich sei.

Julius Bär veröffentlicht am 20. Juli seine Halbjahreszahlen. Gemäss Mitteilung wird die Rückstellung das Ergebnis belasten.

Höhe der Busse noch nicht definitiv

Gleichzeitig relativiert die Bank im Communiqué, dass sich die definitive Höhe der Busse noch ändern könne. Obwohl kein fester Zeitplan für einen abschliessenden Vergleich bestehe, werde Julius Bär weiter darauf hinarbeiten, diese bedauerliche Altlast möglichst bald zu bereinigen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ergänzte ein Sprecher von Julius Bär, die US-Behörden hätten für einen Vergleich im Steuerstreit kein Schuldeingeständnis gefordert.

Zur Zeit ist noch nicht bekannt, wie hoch die US-Vermögen bei Julius Bär waren, die vor dem US-Fiskus versteckt worden waren. Diese Zahl gibt das DOJ erst bei der definitiven Einigung bekannt. Grundsätzlich sind Strafzahlungen von bis zur Hälfte der versteckten Gelder vorgesehen.

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Auch bei der ZKB laufen Verhandlungen noch

Das US-Justizministerium hatte seit Jahren gegen Schweizer Banken ermittelt und zur Beilegung des Steuerstreits 2013 ein Selbstanzeigeprogramm angeboten. Weil die US-Behörden damals aber schon ein Verfahren gegen Julius Bär wegen mutmasslicher Steuerdelikten eingeleitet hatten, landete die Bank automatisch in Kategorie 1.

In dieser Kategorie waren auch die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Bank Leumi, die sich alle mit hohen Bussgeldzahlungen freikauften: Die Bank Leumi zahlte 400 Millionen Dollar, die UBS 780 Millionen und bei der Credit Suisse waren es gar 2,6 Milliarden Dollar.

Noch nicht abgeschlossen sind die Vergleichsverhandlungen neben Julius Bär bei der Zürcher Kantonalbank und rund zehn weiteren in der Kategorie 1 eingeteilten Banken. (SDA)

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