Am besten in der ländlichen Idylle, aber keinesfalls weiter als 20 Fahrminuten von einem Stadtzentrum entfernt: So wollen Herr und Frau Schweizer am liebsten wohnen. Natürlich spielt die Steuerbelastung bei der Wahl des Wohnorts – vor allem für die weniger Betuchten – eine grosse Rolle.
Der Vergleichsdienst Comparis hat ein paar spannende Resultate veröffentlicht. Diese stammen aus einer repräsentativen Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Innofact von März 2022. Die Befragung wurde in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.
Romantische Abgeschiedenheit ist nichts für die Bewohnerschaft des Berglandes: Die Mehrheit der Befragten ist nicht einmal bereit, eine halbe Stunde Weg ins nächste Zentrum auf sich zu nehmen.
Aber auch im öffentlichen Verkehr finden 52 Prozent der Personen, die im Bergland wohnen, eine 20-minütige Reisezeit akzeptabel.
Signifikat mehr Personen im Tessin (62 Prozent) als Deutschschweizer halten die 20-Minuten-Grenze als maximal akzeptabel.
Weiter zeigt die Studie, dass vor allem Personen mit einem tiefen Haushaltseinkommen von brutto bis 4000 Franken einen kurzen Weg ins nächste Zentrum wollen. Konkret: 66 Prozent beim ÖV und 70 Prozent beim Individualverkehr.
Gleich darauf folgt die Agglomeration mit 31 Prozent und erst dann die Stadt mit 26 Prozent. Vor allem Befragte über 35 Jahren und Personen mit einer tieferen Bildung, also ohne Gymnasiums- oder Hochschulabschluss, würden sich bevorzugt auf dem Land eine Liegenschaft kaufen.
Die Steuerbelastung trägt zur Wahl der Wohngebiete bei. Es sind aber nicht etwa die Reichen, die auf die Steuerbelastung achten.
Bei Personen mit einem Einkommen über 8000 Franken monatlich ist der Anteil mit 19 Prozent bloss halb so hoch.
Vor allem Personen über 55 Jahren finden die Steuerbelastung sehr wichtig, mit einem Anteil von 41 Prozent. Bei den unter 35-Jährigen kümmern sich nur 16 Prozent stark um die Steuerbelastung am eigenen Wohnort.