Klimaprotest in Zürch: Hier werden die Aktivisten abgeführt(01:52)

UBS- und CS-Blockade
Müssen Klima-Aktivisten im Gefängnis bleiben?

Klima-Aktivisten haben die Eingänge an den Sitzen der beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS blockiert. In Zürich hat die Polizei mittlerweile diverse Demonstranten abgeführt.
Publiziert: 08.07.2019 um 07:15 Uhr
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Aktualisiert: 04.01.2021 um 15:23 Uhr
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Gegen 9.30 Uhr marschiert die Polizei auf dem Paradeplatz auf.
Christian Kolbe, Andrea Cattani und Helena Schmid

Gegen 7 Uhr marschieren die Mitglieder der Gruppe «Collective Climate Justice» vor den Geschäftsstellen von Credit Suisse und UBS auf und blockieren die Zugänge zu den Gebäuden.. In einer Seitenstrasse des Zürcher Paradeplatzes ketten sich Aktivisten vor den Personaleingang der CS an Blumentöpfe.

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In Basel protestieren die Mitglieder der internationalen Klimabewegung vor der UBS in der Aeschenvorstadt. Gemäss Angaben der Aktivisten beteiligen sich Hunderte Menschen am Protest. Gegenüber BLICK sagt eine der Teilnehmerinnen auf dem Paradeplatz: «Wenn es sein muss, bleiben wir 48 Stunden hier.» So weit kommt es aber nicht.

Basler Polizei räumt Bank-Areal

Um den Demonstranten aus dem Weg zu gehen, werden zunächst die Angestellten der Banken vom Wachpersonal mittlerweile über andere Eingänge in die Büros geführt. Die Credit Suisse wollte die Aktivisten zuerst einmal gewähren lassen. Gegenüber BLICK hiess es von der CS: «Wir beobachten die Situation, wollen die Aktion aber ansonsten nicht weiter kommentieren.»

Anders die Basler Polizei. Am Nachmittag stellten die Beamten den Demonstranten ein Ultimatum: Wer um 14.15 Uhr das Grundstück nicht verlassen hat, wird einer Personenkontrolle unterzogen. Der Platz wurde geräumt. «Vier Personen hatten sich an zwei Elementen festgemacht, die mussten zunächst befreit werden», sagt Toprak Yerguz, Sprecher der Basler Polizei, zu BLICK. Insgesamt wurden 37 Personen kontrolliert, 19 von Ihnen wurden vorläufig festgenommen. Später kam es zu Randalen wegen der Einsperrung der Demonstranten, meldete ein Leserreporter.

Aktivisten losgesägt

In Zürich lassen die Aktivisten ein von der Polizei gestelltes Ultimatum offenbar ungenutzt verstreichen. Kurz nach 9 Uhr ist die Geduld der Stadtpolizei dann zu Ende. Mehrere Dutzend Einsatzkräfte werden auf den Paradeplatz beordert, dann führen sie einen Aktivist nach dem anderen ab. Einige müssen sogar losgesägt werden.

Die Demonstranten kooperieren zwar nicht mit den Polizisten, wehren sich aber auch nicht gegen die Räumung. Insgesamt 64 Personen – 34 Männer, 30 Frauen im Alter von 15 bis 65 Jahren – werden vorläufig festgenommen, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt. In Basel kommt es zu 19 vorläufigen Festnahmen,

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Der Zürcher SP-Kantonsrat Nico Siegrist twitterte am Montagabend, dass die Polizei damit drohe, die Aktivisten über Nacht im Gefängnis zu behalten.

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Ausstieg aus Geschäften mit Kohle, Öl und Gas gefordert

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In den Augen der Demonstranten gehören die beiden Schweizer Grossbanken zu den grössten CO2-Verursachern in der Schweiz. Nicht wegen ihrer direkten Geschäftstätigkeit, sondern, weil sie klimaschädliche Geschäfte finanzierten. Das «Collective Climate Justice» fordert vom Schweizer Finanzplatz den sofortigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Der Aufmarsch vor den Banken wurde zusammen mit Greenpeace koordiniert.

In Zürich kam es wegen des Polizeieinsatzes am Paradeplatz zu diversen Beeinträchtigungen im Trambetrieb. Diverse Linien mussten umgeleitet oder unterbrochen werden. Kurz nach 13 Uhr wurde die Polizeiaktion am Paradeplatz bei der Credit Suisse beendet.

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