Swiss Media Forum
Verleger fordern Login-Pflicht für SRG

Die Chefs der grossen Schweizer Medienhäuser trafen sich beim Branchenkongress Swiss Media Forum in Luzern zur jährlichen «Elefantenrunde». Eine Forderung gab zu reden.
Publiziert: 23.05.2024 um 22:47 Uhr
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Aktualisiert: 24.05.2024 um 08:08 Uhr
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Marc Walder, CEO der Ringier AG, forderte beim Swiss Media Forum ein zwingendes Login für die digitalen Inhalte der SRG.

«Die Halbierungsinitiative der SVP bringt den Medienstandort Schweiz nicht weiter. Im Gegenteil. Ein zwingendes Login für die digitalen Inhalte der SRG hingegen wäre eine Verpflichtung der SRG, die den Medienstandort Schweiz effektiv stärken würde», sagte Marc Walder, CEO Ringier AG. TX-Group-Präsident Pietro Supino unterstützte den Gedanken auf dem Podium. 

Die Werbevolumina, die aus der Schweiz direkt in die USA zu den Tech-Plattformen Google, Meta und Amazon fliessen, betragen – pro Jahr – laut IAB Europe, dem europäischen Verband für das digitale Marketing- und Werbeökosystem, über zwei Milliarden Franken.

Datenqualität in der Schweiz würde besser

Der Hauptgrund für das Abwandern der Werbe-Milliarden: Die US-Tech-Plattformen wie Google, Facebook oder Amazon sind fähig, Werbung präziser angepasst auf die Userinnen und User auszuliefern. Weil die meisten Medien in der Schweiz ohne Login zugänglich sind, verlieren sie Hunderte von Millionen an Werbeeinnahmen.

Ringier CEO Marc Walder führte aus: «Würde die SRG ein verpflichtendes Login für ihre digitalen Plattformen einführen, könnten die privaten Medienunternehmen dies – endlich – auch tun.» 

Die Datenqualität würde auf dem Markt Schweiz substantiell besser – und damit würde wieder mehr Werbegeld in der Schweiz ausgegeben. SRG-Generaldirektor Gilles Marchand äusserte sich in Luzern gegenüber diesem Vorschlag als «offen und gesprächsbereit».

Herausforderungen durch KI und Techplattformen

In der Elefantenrunde sassen neben Marchand, Supino und Walder NZZ-CEO Felix Graf und CH-Media-CEO Michael Wanner. Hauptthema des Gesprächs waren die Herausforderungen durch künstliche Intelligenz (KI) und die grossen Techplattformen. 

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Man wolle diesen Neuerungen offen begegnen – in diesem Punkt waren sie sich einig. Es gebe zwar noch kein nachhaltiges Geschäftsmodell, sagte Felix Graf, «aber wir wollen nicht als Tech-Gegner herüberkommen, sondern wir müssen ein Geschäftsmodell finden und in Fairness mit den Plattformen zusammenarbeiten».

Am ersten Tag des zweitägigen Forums hatten unter anderem auch Verlegerpräsident Andrea Masüger, Gewerkschaftsbundpräsident Pierre-Yves Maillard, Israels Botschafterin in der Schweiz, Ifat Reshef, und UBS-Chef Sergio Ermotti einen Auftritt. 

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