Start-up bringt Kuchen nach Hause
Süsse Lieferung

Wegen Corona müssen Unternehmer kreativ werden. Wie das geht, zeigt das Start-up Grainglow, das einen Lieferdienst ins Leben gerufen hat.
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Mit ihrem Start-up Grainglow, das sie 2019 gegründet haben, kreieren Lara und Matty kunstvolle Kuchen
Foto: Nathalie Taiana
Dana Liechti

Wer ein Unternehmen führt, hat kein leichtes Los. Schon gar nicht in Zeiten von Corona. Doch Not macht erfinderisch. Auch Lara (30) aus Bern und Matty (31) aus Merenschwand AG mussten kreativ werden.

Ihr 2019 gegründetes Start-up Grainglow produziert kunstvolle Kuchen, die vor allem bei einer jüngeren Kundschaft für Begeisterung sorgen. Normalerweise ­liefern Lara und Matty an verschiedene Cafés in der Deutschschweiz. Die aber sind seit Wochen geschlossen. «Von gestern auf heute ­hatten wir keine Einnahmen mehr», sagt Lara. «Also fragten wir uns, wie wir unsere Kuchen unter Einhaltung der Hygieneregeln trotzdem verkaufen können.» Eine Idee war schnell geboren: Lara und ­Matty entschieden sich, kurzerhand ­einen Lieferservice aufzu­bauen und ihre Kuchen persönlich auszuliefern. Kontaktfrei natürlich.«Wir bringen unseren Kunden die gewünschten Kuchenstücke nach Hause und legen sie ihnen in den Briefkasten.»

Bio-Zutaten

Das Konzept funktioniert: Die erste Tour im März kam so gut an, dass die beiden mittlerweile Unterstützung bei der Auslieferung brauchen. «Das Interesse ist riesig», sagt Matty. Die süssen Hauslieferungen sorgen sogar dafür, dass die Bekanntheit von Grainglow in den sozialen Medien im Moment rasant wächst. Kein Wunder, denn die Kuchenstücke in Geschmacksrichtungen wie ­Salted Caramel, Snickerz oder Stracciatella sind liebevoll verziert, werden aus Bio-Zutaten hergestellt und können ohne jedes schlechte Gewissen verdrückt werden: Sie kommen ganz ohne raffinierten Zucker aus, sind vegan und glutenfrei.

Auch wenn Lara und Matty für ihre Liefertouren häufig von frühmorgens bis spätabends unterwegs sind, gefällt ­ihnen das in der Krise geborene ­Geschäftsmodell. So entstehe eine ganz neue Nähe zu den Kunden – trotz aller Distanz­regeln. «Wann sonst sieht man, wo die Kunden wohnen? Das ist doch spannend!», sagt Lara.

Start-up vor dem Konkurs gerettet

Das Schönste an den Touren ­seien die vielen positiven Rückmeldungen. «Die Kunden legen uns oft Karten mit lieben Worten in den Briefkasten und auch immer wieder kleine Geschenke wie Schoggi-Osterhasen oder Kaffee zum Mitnehmen, das ist schön», sagt Lara.

«Und viele sagen uns sogar, dass wir ihnen den Tag retten», ergänzt Matty. Kuchen im Briefkasten als süsser Aufsteller in dieser tristen Zeit: Lara und Matty haben einen Nerv getroffen. Und ihr noch junges Start-up mit Bravour vor dem Konkurs gerettet.

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