Sonst wird die Zahlung blockiert
Diese Wörter sollten Sie nicht in die Twint-Betreffzeile schreiben

Twinter aufgepasst: Ein falsches Wort in der Betreff- oder Nachrichtenzeile kann eine Zahlung stoppen. Es gilt zum Beispiel, Länder auf der Sanktionsliste zu vermeiden.
Publiziert: 02.12.2021 um 00:38 Uhr
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Der Twint des Anstosses: Weil in der Betreffzeile «Afghanistan» vermerkt war, ...
Christian Kolbe

Aufgepasst beim Twinten: Blick hat kürzlich einen Fall publik gemacht, bei dem ein falsches Wort in der Betreffzeile weitreichende Konsequenzen hatte. Die Zahlung für ein Mittagessen unter Freunden wurde nicht ausgeführt, die Bank des Empfängers stoppte den Vorgang. Das heikle Wort: Afghanistan – weil die Freunde in einem afghanischen Restaurant gegessen haben.

Der Auslöser für den Zahlungstopp: Der Vorgang blieb in den Sicherheitsfiltern der Bank, in diesem Fall die Credit Suisse hängen. Diese scannen alle Bewegungen nach verdächtigen Wörtern, etwa nach Ländern, die auf schweizerischen oder internationalen Sanktionslisten stehen. Interessant: Das Finanzinstitut des Bezahlers – die Postfinance – liess die Zahlung problemlos passieren.

Nicht zu viele Details

Auch wenn der Afghanistan-Fall nach Angaben von Branchenkennern der einzige seiner Art ist, lohnt es sich dennoch, über einige Regeln für reibungsloses Twinten nachzudenken. Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie die Schweizerische Bankiervereinigung auf Anfrage schreibt: «Eine einheitliche Liste von Triggerwords gibt es nicht, da jedes Institut die Sanktionen individuell umsetzt.» Kommt dazu: Neben Ländern können auch Personen oder Organisationen sanktioniert sein.

Wer also zum Beispiel Taliban, IS oder Bin Laden in den Betreff schreibt, der muss damit rechnen, dass seine Zahlung nicht beim Empfänger landet. Die CS nennt in ihrem Schreiben an den Empfänger in diesem Fall explizit Länder und Gebiete wie Iran, Krim, Kuba, Nordkorea oder Syrien. Detaillierter will sich die Grossbank nicht in die Karten schauen lassen. Auch andere Banken halten sich bedeckt, mit welchen Stichworten ihre Sicherheitsfilter gefüttert werden.

Es gibt viele Sanktionslisten

Für alle Schweizer Firmen – und damit auch für alle unsere Banken - verbindlich ist die Sanktionsliste des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco. Auch wenn Syrien derzeit das einzige Land auf der Liste ist, mit dem Bankbeziehungen explizit verboten sind, ist es ratsam, auch andere Länder unerwähnt zu lassen: Etwa Irak, Sudan, Belarus, Somalia oder Myanmar.

Interessant: Afghanistan steht weder auf einer Schweizer noch auf einer US-Sanktionsliste – allerdings auf einer der Vereinten Nationen, die auch von der EU übernommen wird. Das zeigt: Global tätige Grossbanken wie die CS oder die UBS müssen bei ihren Suchfiltern viel weiter gehen als Finanzinstitute, die hauptsächlich in der Schweiz Geschäfte machen. Das könnte erklären, warum Afghanistan bei der Postfinance durchgerutscht ist – und erst bei der CS hängengeblieben ist.

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Auch andere Reizwörter wie «Bombenfete», «Schutzgeld» oder «Mafia» sollten tunlichst unterlassen werden. Also lieber «Lunch mit Peter» in die Betreffzeile schreiben – als «Essen in der Mafia-Pizzeria». Denn Letzteres dürfte den Suchfiltern gar nicht schmecken.

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