So viele Kunden wie noch nie
Caritas-Markt verzeichnet traurigen Verkaufsrekord

2025 kauften über 1,1 Millionen Menschen im Caritas-Markt ein – so viele wie noch nie. Die Nachfrage nach günstigen Lebensmitteln zeigt, wie stark die Armut in der Schweiz zunimmt.
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Es ist ein trauriger Rekord: 2025 kauften so viele Menschen wie noch nie in den Caritas-Märkten ein.
Foto: Stefan Bohrer

Darum gehts

  • Caritas-Markt verzeichnete 2025 über 1,1 Millionen Verkäufe in 22 Filialen
  • Besonders nachgefragt: Saisonale Früchte und Gemüse, Nachfrage stieg um 4 Prozent
  • Umsatz 2025: 17,6 Millionen Franken, trotz gezielter Preissenkungen für Grundbedarf
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Wer zu wenig Geld zum Leben hat, kann im Caritas-Markt Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu stark ermässigten Preisen einkaufen. 2025 registrierten die 22 Standorte über 1,1 Millionen Verkäufe, was einer Zunahme von mehr als 10'000 Verkäufen gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Damit verzeichnet der Caritas-Markt den vierten Verkaufsrekord in Folge – ein trauriger Rekord, wie Geschäftsleiter Thomas Künzler sagt: «In vielen Märkten zählen wir nebst der Stammkundschaft immer mehr neue Kundinnen und Kunden. Das zeigt, wie gross aktuell die finanzielle Belastung vieler Haushalte ist.»

Besonders gefragt: Früchte und Gemüse

Zu den meistverkauften Produkten gehörten im vergangenen Jahr Grundnahrungsmittel wie Teigwaren, Milch oder Öl. Besonders hoch ist die Nachfrage nach saisonalen Früchten und Gemüse. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um vier Prozent.

Um das Budget der armutsbetroffenen Menschen zu entlasten, nimmt der Caritas-Markt gezielte Preissenkungen vor, insbesondere bei den Grundnahrungsmitteln. «Unsere Kundschaft ist sehr preissensibel», sagt Thomas Künzler. «Wer wenig Geld zur Verfügung hat, braucht gerade bei den wichtigsten Lebensmitteln jede Ersparnis. Eine ausgewogene Ernährung muss auch für Menschen in Armut möglich sein.»

Aufgrund dieser Preissenkungen erzielte der Caritas-Markt 2025 mit rund 17,6 Millionen Franken einen leicht tieferen Umsatz als im Vorjahr.

Das ist der Caritas-Markt

In der Schweiz hat gemäss Bundesamt für Statistik mehr als jede sechste Person zu wenig Geld zum Leben. Im Caritas-Markt können sie Lebensmittel und Produkte des alltäglichen Bedarfs bis zu 70 Prozent günstiger einkaufen. Möglich ist das dank der Unterstützung von über 400 Partnern wie Produzenten, Lieferanten oder Stiftungen. Dazu gehören unter anderem Denner, Migros, Schwarzkopf, Nestlé, Emmi, Dr. Oetker oder Webstar.

Für einen Einkauf im Caritas-Markt ist eine Ausweiskarte nötig. Diese wird von Sozialämtern, kirchlichen und privaten Sozialinstitutionen sowie den regionalen Caritas-Organisationen ausgestellt. Zu einem Einkauf berechtigt sind unter anderem Personen, die Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen oder eine KulturLegi besitzen.

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