Schon wieder ein Angebotswechsel
Swisscom streicht günstiges Internetabo und zügelt Kunden zu einem teureren

Die Swisscom hat bereits ihr TV- und Webmail-Angebot angepasst – und beim Preis draufgepackt. Jetzt ersetzt der Telekomriese das All-inclusive-Paket «inOne home light». Der Wechsel geschieht automatisch, wenn man sich nicht wehrt.
Publiziert: 20.06.2024 um 01:15 Uhr
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Aktualisiert: 20.06.2024 um 12:37 Uhr
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Die Swisscom änderte im April ihr Webmail-Angebot – das Bluewin Basic Postfach kostet seit Mai 2.90 Franken im Monat.
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Olivia RuffinerRedaktorin

Eine erneute Abo-Anpassung bei der Swisscom: Der Schweizer Telekomriese streicht ab dem 24. Juli das All-in-one-Paket «inOne home light», das Telefon, Internet und TV umfasst. Ersetzt wird es durch das neue Abonnement Basic Home. Der einzige Unterschied: Das neue Abo verfügt über Hochgeschwindigkeitsinternet von 50 Mbit/s statt den zuvor angebotenen 10 Mbit/s. 

Das hat auch Auswirkungen auf die Kosten. Während das alte Abo 50 Franken pro Monat kostete, zahlen Kunden jetzt 59.90 Franken – also monatlich 9.90 Franken mehr! Der Wechsel geschieht automatisch.

Die Swisscom erklärt die Massnahme gegenüber Blick so: «Der inOne home light Tarif wurde 2019 als Nischenprodukt für Wenignutzer, das nie aktiv vermarktet wurde, im ehemaligen inOne Portfolio angeboten. Inzwischen passt der Tarif nicht mehr ins aktuelle Portfolio.» Der Ausweg: Kunden, die mit dem neuen Produkt nicht einverstanden seien, dürften sich jederzeit beim Kundendienst melden, so der blaue Riese.

Swisscom ist in diesem Bereich Wiederholungstäter

Sara Stalder (57), Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes nennt es eine Preiserhöhung, getarnt als Angebotswechsel. «Dass die Swisscom diesen Marketingtrick, ihrer Kundschaft ungefragt etwas überzustülpen, anwendet, ist für einen Staatsbetrieb unwürdig», findet sie in einer Mitteilung am Donnerstag. Für den Konsumentenschutz liegt hier eine systematische Masche zur Umsatzsteigerung vor. 

Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Swisscom an ihren Angeboten schraubt – und das zum Nachteil der Kunden. So kündigte der Telekomkonzern Ende April an, für das Webmail-Angebot Bluewin E-Mail basic neu 2.90 Franken pro Monat zu verlangen. Bisher war dieser Dienst kostenlos. 

Swisscom reagiert mit dieser Änderung auf ein schwieriges Marktumfeld. «Unser Ziel ist es, dass Bluewin E-Mail für Swisscom kostendeckend betrieben werden kann. Das ist derzeit nicht der Fall», erklärte eine Sprecherin damals gegenüber Blick. 

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Swisscom gab TV-Angeboten einen Neuanstrich

Zuvor ärgerten sich Swisscom-Kunden bereits über Änderungen bei Swisscom-TV. Bisher gab es für kleinere Haushalte die «Multiroom-Option», bei der zwei Fernseher angeschlossen werden konnten. Das kostete die Kunden 5 Franken pro Monat, doch Swisscom strich die Option. Bisherige Multiroom-Kunden werden per 1. Juli zu Kunden des neuen Abos «Multiroom MAX». Dieses kostet dann 9.90 Fr. im Monat, also fast das Doppelte. 

Die Swisscom begründete diese Änderung mit dem Fakt, dass es das Angebot eigentlich schon länger nicht mehr gibt. «Im Hintergrund generieren solche alten Tarife immer Aufwand und erhöhen die Komplexität der Systeme», teilte eine Sprecherin mit.

Nach Abo-Erhöhungen und Kritik eine Charmeoffensive

Swisscom-Kunden, die diese ganzen Änderungen stets geduldig mitmachten, werden aber auch belohnt. Kürzlich machte die Swisscom ihren langjährigen Kunden ein grosszügiges Geschenk. Sie erhielten Post mit einer Auswahl von Gutscheinen für 150 Franken oder Elektronikgadgets von ähnlich hohem Wert.

Auch ein Silberstreif am Horizont bietet die Sprecherin: «Wir überprüfen die Angebote laufend, bei den Blue-Tarifen aus dem aktuellen Sortiment sind keine Anpassungen geplant.» Die Angebotsanpassungen scheinen also vorerst ein Ende zu haben.

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