Riesen-Run auf Gold und Silber
Jetzt werden Bank-Schliessfächer zum begehrten und teuren Gut

Der Ansturm auf sichere Schliessfächer bei den Banken ist gross. Die Fächer sind aber teuer, sie kosten bis zu 3650 Franken im Jahr. Die Unterschiede sind gross.
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Schliessfächer bei einer Bank sind derzeit sehr gefragt.
Foto: pixabay.com

Darum gehts

  • Die Nachfrage nach Gold und Silber ist bis Dezember 2025 stark
  • 1000-Gramm-Silberbarren online oft ausverkauft, Goldvreneli kostet knapp 700 Franken
  • Schweizer Bankschliessfächer kosten jährlich zwischen 50 und 3650 Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Reto Zanettin
Cash

Die Nachfrage nach Gold und Silber hält an. Bisweilen ist sie so gross, dass es zu Engpässen kommt. So beispielsweise sind 1000-Gramm-Silberbarren in den Online-Shops mancher Händler nicht mehr bestellbar – «Aktuell nicht verfügbar» oder «Lieferung vorübergehend nicht möglich» heisst es (Stand: 30. Dezember 2025).

Andere Stückelungen sind aber nach wie vor gut erhältlich. Zu den aktuellen Notierungen von Gold kostet ein 20-Franken-Goldvreneli knapp 700 Franken, die Ein-Unze-Silbermünze «Wiener Philharmoniker» ist für etwas über 70 Franken zu haben. Die Preise sind im langjährigen Vergleich hoch, physisches Edelmetall entsprechend wertvoll. Wer es kauft, steht daher vor der Frage, wie er oder sie es am besten aufbewahrt.

Artikel von Cash.ch

Dieser Artikel wurde erstmals auf Cash.ch publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.cash.ch.

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Das Lagern zu Hause ist erfahrungsgemäss weniger sicher als das Aufbewahren in einem Schliessfach – Kriminelle dringen leichter in eine Wohnung ein als in einen Banktresor. Allerdings kostet ein Schliessfach, und zwar je nach Bank unterschiedlich viel. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht zu den jährlichen Kosten für kleine Schliessfächer; die Angaben stammen aus einem Vergleich der Online-Plattform Moneyland.ch.

BankJährliche Kosten (CHF) Volumen (Liter) Kosten pro Liter (CHF)
Aargauische Kantonalbank, Filiale Aarau 80.-6,0013.35
Bank BSU90.-9,0010.-
Bank Cler, Filiale Zürich110.-17,506.30
Basler Kantonalbank, Hauptsitz90.-8,3010.85
Berner Kantonalbank, Bundesplatz70.-5,9011.85
Graubündner Kantonalbank 70.-6,4510.85
Hypothekarbank Lenzburg, Lenzburg60.-5,5010.90
Luzerner Kantonalbank, Hauptsitz, 24-h-Zugang120.-4,3027.90
Luzerner Kantonalbank, Hauptsitz80.-4,5017.75
Migros Bank80.-10,008.-
Raiffeisen*107.-n/an/a
Sparkasse Schwyz65.-5,0013.-
St. Galler Kantonalbank 50.-3,5014.28
Thurgauer Kantonalbank 60.-5,9010.15
UBS, Hauptsitz Zürich150.-2,7055.60
Valiant Bank80.-10,08.-
Waadtländer Kantonalbank 150.-9,0016.65
Zürcher Kantonalbank, Schrankfächer90.-2,7033.35
Zürcher Kantonalbank, Autosafes120.-2,8042.85

Kosten für kleinere Bankschliessfächer bei Schweizer Banken / * Empfehlung von Raiffeisen an die lokalen Raiffeisenbanken / Quelle: Moneyland.ch. 

Die Spanne der Kosten ist in absoluten Frankenbeträgen und bezogen auf das Volumen der Schliessfächer beachtenswert. Es gibt Angebote für weniger als 70 Franken pro Jahr und solche für mehr 120 Franken pro Jahr. Und die Preise pro Volumen reichen von wenigen Franken bis zu einer Fünfzigernote. 

Da und dort ist ein zweiter Blick auf die Angebote aufschlussreich, beispielsweise ist das relativ teure Fach der Luzerner Kantonalbank rund um die Uhr zugänglich, was je nach Situation ein entscheidender Vorteil sein kann.

Manche Fächer sind mit drei oder vier Litern Volumen eher klein und wohl zu klein für grössere Mengen an Edelmetall – oder falls ausser diesen noch andere Sachen, etwa Urkunden, persönliche Bilder oder Datenträger mit wichtigen Daten, versorgt werden sollen. Dafür bieten die Banken grössere Schliessfächer an; die folgende Tabelle gibt eine Übersicht.

Bank Jährliche Kosten (CHF) Volumen (Liter) Kosten pro Liter (CHF)
Aargauische Kantonalbank600.-222,002.70
Bank BSU580.-150,003.85
Bank Cler, Filiale Genf1300.-406,003.20
Basler Kantonalbank 1500.-756,002.-
Berner Kantonalbank, Filiale Biel650.-200,003.25
Graubündner Kantonalbank 550.-155,003.54
Hypothekarbank Lenzburg, Hauptsitz840.-438,001.90
Luzerner Kantonalbank, Hauptsitz, 24-h-Zugang240.-20,0012.-
Luzerner Kantonalbank, Hauptsitz400.-158,002.53
Migros Bank550.-100,005.50
Sparkasse Schwyz, Hauptsitz350.-145,002.40
Thurgauer Kantonalbank, Weinfelden300.-221,001.60
UBS, Hauptsitz Zürich2425.-630,003.85
Valiant Bank480.-100,004.80
Waadtländer Kantonalbank 3650.-1200,003.05
Zürcher Kantonalbank, Schrankfächer960.-511,001.90
Zürcher Kantonalbank, Autosafe300.-14,0021.45

Kosten für grössere Bankschliessfächer bei Schweizer Banken / Quelle: Moneyland.ch. 

Auch die Angebote der grossen Schliessfächer unterscheiden sich in den jährlichen Kosten und darin, wie voluminös die Fächer sind. Es gibt solche mit 100 Litern und andere, die 400, 700 oder über 1000 Liter fassen.

Bei der Wahl eines passenden Schliessfachs sind aber nicht nur Kosten und Fassungsvermögen relevant. So sind auch die Nähe zum Wohn- oder Arbeitsort und die Zugangszeiten für die Wahl massgebend: Hat man nach einem kurzen Weg während 24 Stunden Zugriff auf die Wertsachen? Ein langer Anfahrtsweg und eingeschränkte Öffnungszeiten können sich als unpraktisch oder hinderlich erweisen, auch wenn das Schliessfach an sich günstig ist.

Etwa bewirbt der Edelmetallhändler Degussa die von ihm verkauften Gold-Kombi-Barren mit dem Argument an, man könne den Barren mit den 50 Ein-Gramm-Stücken nach den eigenen Vorstellungen aufteilen – zum Beispiel im Fall, «dass Gold in Zukunft zu einem Tauschmittel neben den offiziellen Zahlungsmitteln würde», wie es heisst. Und steht es Spitz auf Knopf, kann der Zugriff auf solche Kombi-Barren entscheidend sein. 

Physisches Edelmetall nur eine Anlageform

Gold und Silber in Form von Barren und Münzen ist nur eine Möglichkeit, in die Edelmetalle zu investieren. Chancen bieten auch Aktien von Minengesellschaften. Sie steigen und fallen mit den Preisen der Metalle. Dies aber nicht eins zu eins, da – wie bei jeder Aktie – auch das Management, der Kennzahlenkranz und dessen Entwicklung eine zentrale Rolle für den Kursverlauf spielen.

Weiter können Edelmetall-ETF oder sogenannte ETC («Exchange-traded Commodities»; börsengehandelte Rohstoffe) interessant sein. Als Anleger kauft man zum Beispiel Anteile eines Fonds. Das Silber oder Gold wird physisch eingelagert, und es kann auch ausgeliefert werden.

Etwa kann man beim Silber-ETF der Zürcher Kantonalbank jederzeit eine Sachauszahlung verlangen. Das physische Silber wird dann in Barren «von zirka 30 Kilogramm» ausgegeben, wie es im Faktenblatt heisst. Es vor einem Investment anzuschauen, wird einem solche möglicherweise nicht unerheblichen Angaben aufzeigen.

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