Alles vom Chef bezahlt: Drohnenvideos zeigen die spektakulären Stationen der Reise(00:57)

Neun Tage Costa Rica
Schweizer Hotel lädt Angestellte zu Traumferien ein

Die Gratis-Ferienreise für die Köche und Serviceangestellten des St. Moritzer Hotels Waldhaus am See ist eigentlich ein «Teamtausch». Bald werden sie Kollegen aus Costa Rica im Bündnerland empfangen. Das steckt hinter der aussergewöhnlichen Aktion.
Publiziert: 22.11.2023 um 20:34 Uhr
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Aktualisiert: 23.11.2023 um 14:38 Uhr
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Pura Vida! Mitarbeitende des St. Moritzer Hotels Waldhaus am See an einem Pazifikstrand in Costa Rica.
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Jean-Claude RaemyRedaktor Wirtschaft

Neun Tage in Costa Rica. Am Pazifikstrand, auf Hängebrücken im Dschungel, bei einem Vulkan, auf Krokodilbesichtigung oder in Ananasplantagen.

Das alles haben die Mitarbeitenden des Hotels Waldhaus am See in St. Moritz GR dieser Tage erlebt. Auf Einladung der Hoteldirektion (20Minuten berichtete zuerst)! «Für einige war es die erste Reise im Flugzeug oder ausserhalb Europas», erklärt Sandro Bernasconi (38), Pächter des Hotels Waldhaus am See, als ihn Blick telefonisch kurz vor der Heimreise erreicht.

Rund 100'000 Franken hat Bernasconi für die Mitarbeiter-Reise aufgeworfen. Der Wert der Reise liegt allerdings bei 150'000 Franken. Denn für einen Teil der Hotelübernachtungen und sonstigen Leistungen bezahlt Bernasconi nichts.

Ein Austausch zwischen Hotelbelegschaften

Der Hotelmanager erklärt, wie es zur Reise kam: Er sei mit Urs Schmid (38), Geschäftsführer des Hotels Capitan Suizo in Tamarindo (Costa Rica), seit Jugendtagen befreundet. Die beiden Engadiner haben gemeinsam die Schulbank gedrückt und die RS absolviert.

Trotz der grossen Distanz halten sie Kontakt und diskutieren über einen «Jobtausch», bei dem der eine das Hotel des anderen temporär leiten soll. Daraus wird ein «Teamtausch»: Das ganze Team des einen soll Ferien beim anderen machen dürfen.

Nach einer Corona-bedingten Verzögerung ist es am 12. November so weit: 26 der 35 Angestellten des Waldhaus am See – einige davon mit privater Begleitung – brechen mit Edelweiss Air nach Liberia (Costa Rica) auf, für neun Tage. Ausser privaten Auslagen tragen sie keine Kosten, müssen nur Ferientage hergeben. Bernasconi hält fest, dass es sich um freiwillige Ferien handelt und nicht um eine Art «Teambuilding-Anlass». Aber mit Katamaran-Ausflug oder einem kleinen Fussballturnier vor Ort sei die Reise «auch für den Teamgeist gut».

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Im Oktober 2024 wird dann die komplette Belegschaft des Hotels Capitan Suizo zu Besuch nach St. Moritz kommen.

Es ist der zweite Streich

Es ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeitende des Waldhaus am See in den Genuss von Gratisferien kommen. «Meine Eltern haben bereits vor 23 Jahren eine Reise mit der ganzen Belegschaft nach London unternommen», erklärt Bernasconi.

Eigentlich geht das Ganze noch viel weiter zurück. Eigentümer des Waldhaus am See ist die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte Ost. Diese ging 2016 aus einer Fusion des Milchverbands Winterthur und des Milchverbands St. Gallen-Appenzell hervor. Ursprünglich gekauft hatte das Waldhaus am See der Milchverband Winterthur, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Ziel, den eigenen Mitarbeitenden günstige Ferien in St. Moritz zu ermöglichen.

«Heute gehts für die Mitarbeitenden eben etwas weiter in die von der Firma gesponserten Ferien», schmunzelt Bernasconi.

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Die Reise sei aber nicht die einzige Investition für die Mitarbeitenden. Während des Aufenthalts in Costa Rica wurden die 13 Mitarbeiter-Zimmer im Waldhaus am See vollständig überholt. Auch den Wellness-Bereich hat Bernasconi bereits renovieren lassen. «Die letzten Jahre lief es für uns gut, weshalb wir nun in die Zukunft investieren», hält er fest.

Schweizer Seilschaften ermöglichen die Traumreise

Damit sich Bernasconi bei der Costa-Rica-Reise finanziell nicht überlupft, spart er nicht nur bei den Übernachtungen im Capitan Suizo. Auch auf weiteren Reisestationen – zwei Tage in La Fortuna, beim Vulkan Arenal, sowie zwei weitere Tage in Jaco, südlicher an der Pazifikküste – gibt es Reduktionen.

Vor Ort ist nämlich ein Schweizer für die Gruppe verantwortlich: Stéphane Dähler (38), Sohn des kürzlich verstorbenen Ananaskönigs Johann Dähler, der mit seiner Firma Swiss Tropical Costa Rica Touristenreisen im zentralamerikanischen Land anbietet. Er agiert gratis als Reiseführer auf seiner Ananasplantage und seiner Büffelfarm, und vermittelt dank guter Kontakte weitere Reduktionen für die Schweizer Gruppe. Etwa beim Besuch der «Fundacion Hagnauer», einem 1989 vom Schweizer Werner Hagnauer gegründeten Puma-Schutzgebiet. Oder für eine Bierdegustation mit dem Schweizer Marc Bieler, der vor Ort mit seiner einheimischen Frau Bier braut.

«Wir möchten möglichst viele Schweizer für unsere Wahlheimat begeistern», sagt Dähler gegenüber Blick. Dähler wird auch bei der Reise der costa-ricanischen Hotelangestellten in die Schweiz seine Finger im Spiel haben. Damit auch die Köche, Serviceangestellten und Rezeptionisten von Urs Schmid ein unvergessliches Abenteuer in der Ferne erleben können.

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