Nach vierter Swisscom-Panne: SVP-Nationalrätin: «Lasse mich nicht mehr abspeisen»(02:00)

Vierte Swisscom-Panne macht SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger hässig
«Lasse mich nicht mehr abspeisen»

Die Swisscom hatte in weiten Teilen des Landes Probleme mit der Mobiltelefonie. Auch Notrufe funktionierten nicht. Seit 14.55 Uhr ist das Problem laut Swisscom behoben.
Publiziert: 26.05.2020 um 12:05 Uhr
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Aktualisiert: 27.05.2020 um 09:20 Uhr
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Hier hat die Swisscom Probleme.
Patrik Berger, Lea Hartmann

Aus der Leitung geflogen: Seit dem Mittag war im Mobilfunknetz der Swisscom der Wurm drin. In grossen Teilen des Mittellandes und der Ostschweiz ging fast nichts mehr. BLICK-Leser aus der Region St. Gallen und dem Grossraum Zürich melden sich.

Die Mobiltelefonie in allen Landesteilen war betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist bereits die vierte grössere Panne im laufenden Jahr. Die Swisscom hat sich zu den Gründen der Störung bisher noch nicht geäussert. Das Problem ist weiter unbekannt.

Um 16 Uhr kann die Swisscom Entwarnung geben. «Die Störung ist behoben. Die Services stehen seit 14.55 Uhr wieder zur Verfügung. Die Systeme werden von unseren Technikern weiterhin eng überwacht», sagt eine Swisscom-Sprecherin zu BLICK.

Über 3 Stunden down

Zwischen 11.50 Uhr und 14.55 Uhr waren Gespräche über das Mobilnetz für Geschäfts- und Privatkunden beeinträchtigt, heisst es. «Weiter waren Anrufe von Mobile wie auch von Festnetz auf Business Nummern (08xx) teilweise nicht möglich. Wir bedauern den Zwischenfall ausserordentlich.» Die Notrufnummern seien nicht von der Störung betroffen gewesen.

In einigen Teilen der Schweiz waren laut der App «Alert Swiss» des Bundes Verbindungen aus dem Mobilnetz der Swisscom auf die Notrufnummern 112, 117, 118, 144 nicht mehr möglich. Die Kantonspolizeien empfahlen, im Notfall über das Festnetz oder mit Handys von anderen Telefonanbietern zu telefonieren.

Etwa die Kantonspolizei Graubünden: «Wegen einer Mobilnetz-Störung sind die Notruf-Nummern seit dem Mittag eingeschränkt erreichbar. Die Notrufnummern im Kanton Graubünden können vom Festnetz aus erreicht werden.»

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Polizei und Sanität nicht mehr erreichbar

Kurz vor Mittag trafen viele Meldungen von BLICK-Lesern ein. «Seit 11.50 Uhr ist das Telefonieren über das Mobilnetz beeinträchtigt. Eine genaue Eingrenzung wird aktuell vorgenommen. Die Ursache wird analysiert», sagte eine Swisscom-Sprecherin zu BLICK. «Wir arbeiten intensiv an der Behebung und werden erneut informieren.»

Laut der Website «Alert Swiss» sind zumindest in mehreren Kantonen, darunter Aargau, Bern, Luzern und Obwalden, auch die Notrufnummern 112, 117, 118, 144 nicht mehr über das Handy erreichbar. Die betroffenen Polizeikorps informierten auf den sozialen Medien.

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Die ersten Störungsmeldungen von Kunden und auf Online-Portalen betrafen die Mobiltelefonie. Diese dürfte in der ganzen Schweiz gestört sein, wie der Webseite von «Alert Swiss» des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz zu entnehmen ist.

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Vierte Störung dieses Jahr

Immer wieder ist es in den letzten Monaten zu ähnliche Störungen gekommen. Zweitweise waren weder TV, noch Internet oder Festnetz verfügbar. Sogar die Notrufdienste gingen nicht! Schuld waren Wartungsarbeiten. Teilweise nannte die Swisscom das Aufspielen von Updates als Grund.

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Deshalb befasst sich jetzt die Politik mit den Problemen bei der Nummer 1 im Schweizer Telekommarkt. Die Swisscom-Führung muss in gut einem Monat in Bundesbern antraben und sich vor der Fernmeldekommission des Nationalrats erklären. Die Anhörung war bereits nach den letzten Störungen im Frühling angesetzt worden. «Jetzt ist sie umso dringender», sagt SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger (46). «Ich lasse mich nicht mehr mit der Aussage abspeisen, dass das halt passieren kann. Nun müssen Antworten her.»

«Gerade beim Notruf gibt es kein Pardon»

Auch der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas (39) ist ungehalten. Die Swisscom habe Massnahmen angekündigt. Dass es nun das vierte Mal innert so kurzer Zeit zu einer grossflächigen Störung gekommen ist, sei «inakzeptabel». Ganz besonders, sollten auch die Notrufnummern wieder betroffen gewesen sein. «Gerade beim Notruf gibt es kein Pardon.»

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat bereits im Februar eine Untersuchung angekündigt. Abgeschlossen ist sie noch nicht. SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher (56) hofft, dass damit bald Klarheit geschafft wird: «Das Bakom muss der Sache nachgehen und prüfen, was die Ursache für die Pannen ist und wo Handlungsbedarf besteht.»

Nach der Panne im Februar schloss Swisscom-Chef Urs Schaeppi (60) personelle Konsequenzen nicht aus. Es sei inakzeptabel, dass Notrufnummern ausfallen. «Stabilität und Kapazität sind unsere obersten Prioritäten», verspracht Schaeppi im Interview mit dem «SonntagsBlick» weiter.

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Die Pannenserie der Swisscom

17. Januar: Ein kleines, aber wichtiges Netzwerkteil löst in weiten Teilen der Schweiz massive Störungen im Festnetz aus. Das defekte Teil führt auch zu einem Ausfall der Notfallnummern.

3. Februar bis 4. Februar: Ausgerechnet während der Übertragung der Superbowl, des grössten US-Sportereignisses, haben die Kunden von Swisscom TV eine Mattscheibe.

11. Februar: Das Festnetz ist schweizweit wegen Wartungsarbeiten lahmgelegt. Ganze 90 Minuten lang sind die Notrufnummern nicht erreichbar.

20. Februar: Swisscom-CEO Urs Schaeppi (60) musste im Bundeshaus antraben. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (60) wollte aus erster Hand erfahren, warum es bei der Swisscom immer wieder zu Störungen kommt.

2. März: Swisscom hat Probleme mit dem Roaming. Gespräche über das Mobilenetz nach Frankreich und Belgien waren nicht möglich.

26. Mai: Über drei Stunden lang gibt es landesweite Probleme im Mobilenetz. Noch immer ist die Ursache ungeklärt.

17. Januar: Ein kleines, aber wichtiges Netzwerkteil löst in weiten Teilen der Schweiz massive Störungen im Festnetz aus. Das defekte Teil führt auch zu einem Ausfall der Notfallnummern.

3. Februar bis 4. Februar: Ausgerechnet während der Übertragung der Superbowl, des grössten US-Sportereignisses, haben die Kunden von Swisscom TV eine Mattscheibe.

11. Februar: Das Festnetz ist schweizweit wegen Wartungsarbeiten lahmgelegt. Ganze 90 Minuten lang sind die Notrufnummern nicht erreichbar.

20. Februar: Swisscom-CEO Urs Schaeppi (60) musste im Bundeshaus antraben. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (60) wollte aus erster Hand erfahren, warum es bei der Swisscom immer wieder zu Störungen kommt.

2. März: Swisscom hat Probleme mit dem Roaming. Gespräche über das Mobilenetz nach Frankreich und Belgien waren nicht möglich.

26. Mai: Über drei Stunden lang gibt es landesweite Probleme im Mobilenetz. Noch immer ist die Ursache ungeklärt.

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