Milliardenverluste für die Oligarchen
So viel Geld haben die reichsten Russen durch den Krieg verloren

Die reichsten Russen haben durch den Krieg viele Milliarden verloren. Darben müssen sie deswegen nicht.
Publiziert: 25.02.2023 um 00:50 Uhr
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Aktualisiert: 25.02.2023 um 10:03 Uhr
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Nach einem Jahr Krieg in der Ukraine haben die reichsten Russen rund 63 Milliarden Franken ihres Vermögens verloren.
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

23 Russen stehen auf der Bloomberg-Liste der 500 reichsten Menschen. Das Vermögen dieser russischen Milliardäre ist seit dem Überfall ihres Heimatlandes auf die Ukraine vor genau einem Jahr um 63 Milliarden Franken geschrumpft. Und damit rund vier Mal stärker als das Vermögen anderer Milliardäre ausserhalb von Russland.

Der grösste Verlierer: Alexei Mordashow (57), Russland grösster Stahlmagnat und umstrittener Grossaktionär des deutschen Reiseveranstalters Tui. Sein Vermögen verlor innert Jahresfrist um 6,3 Milliarden Franken an Wert. Darben muss der Oligarch deswegen nicht, er ist auch mit seinem geschrumpften Vermögen der viertreichste Russe.

Prominente Verlierer

Mit Wladimir Lisin (66) steht ein weiterer Stahlkocher weit oben auf der Verliererliste. Sein Vermögen reduzierte sich um fünfeinhalb Milliarden Franken, als Präsident des internationalen Schiesssport-Weltverbandes ISSF wurde der Russe im Dezember durch einen Italiener ersetzt. Eine Wahlniederlage, die der nach wie vor drittreichste Russe sicher verkraften kann.

Weitere prominente Namen sind auf der Verliererliste zu finden: Roman Abramowitsch (56, minus 5,3 Milliarden), Andrei Melnitschenko (50, minus 4,3 Milliarden), Gennadi Timtschenko (70, minus 4 Milliarden) oder Sulzer-Grossaktionär Viktor Vekselberg (65, minus 4 Milliarden).

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Sanktionen greifen nur kurzfristig

Pikant: Wie die Auswertung von Bloomberg zeigt, haben die russischen Oligarchen in den ersten Wochen des Krieges sogar noch mehr Geld verloren, danach haben die Sanktionen offenbar viel schlechter gegriffen. Und die Vermögen sind im Verlaufe des Krieges sogar wieder angestiegen. Dies, obwohl sich etwa Abramowitsch von seinen Besitztümern in London – darunter der Fussballklub Chelsea – trennen musste. Dass Vekselberg seit April keinen Zugriff mehr auf seine 90-Millionen-Superjacht hat, hat seine Vermögenssituation nicht wirklich geschmälert.

Und wer von sich behaupten kann, er stelle für die Weltwirtschaft unabdingbare Produkte her, hat nur wenig Geld verloren oder gar im Krieg dazu verdient. Das gilt etwa für den Nickel-Magnaten Wladimir Potanin (62). Das Vermögen des reichsten Russen ist nur um 750 Millionen Franken geschrumpft. Der Düngemittelproduzent Andrey Guryev hat seinen Reichtum sogar um fast zwei Milliarden vergrössert.

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