«Wir werden den SNB-Leitzins bei 0 Prozent belassen»
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SNB-Präsident Schlegel:«Wir werden den SNB-Leitzins bei 0 Prozent belassen»

Martin Schlegel erklärt Entscheid
SNB belässt Leitzins auf 0 Prozent – Negativzinsen vor Weihnachten abgewendet

Die Schweizerische Nationalbank lässt den Leitzins unverändert bei 0 Prozent. Damit gibts keine Negativzinsen kurz vor Weihnachten. Ab 10 Uhr erklärt SNB-Präsident Martin Schlegel den Entscheid. Blick berichtet live.
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Martin Schlegel hat entschieden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • SNB-Präsident Martin Schlegel belässt Leitzins unverändert, Nullzinsen bleiben bestehen
  • Negativzinsen bleiben vorerst aus, Entscheidung wird an Medienkonferenz erklärt
  • SNB hatte zuvor den Leitzins sechsmal in Folge gesenkt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
11.12.2025, 10:50 Uhr

Keine Negativzinsen kurz vor Weihnachten

  • Die Überraschung bleibt aus: Die SNB verändert bei ihrer letzten Lagebeurteilung 2025 den Leitzins nicht. Somit herrschen in der Schweiz wie erwartet weiterhin Nullzinsen.
  • Bereits beim letzten Entscheid Ende September hatte die Nationalbank eine Zinspause eingelegt.
  • Zuletzt ist die Inflation in der Schweiz leicht gesunken. Aber: «In der mittleren Frist zeigt sich der Inflationsdruck praktisch unverändert», so SNB-Präsident Martin Schlegel. Fürs nächste Jahr rechnet die Nationalbank mit einer durchschnittlichen Inflation von 0,3 Prozent. Für 2027 mit 0,6 Prozent. Darum sieht Schlegel auch keinen Grund, an der Geldpolitik der SNB etwas zu ändern.
  • Mögliche Negativzinsen im nächsten Jahr bleiben ein Thema. Wie gewohnt, lässt sich Martin Schlegel diesbezüglich nicht in die Karten blicken. Er betont jedoch: «Wir führen Negativzinsen ein, wenn es wirklich nötig ist.»
  • Die wirtschaftliche Weltlage hat sich im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung etwas aufgehellt. Trotz einiger Unsicherheiten zeigte sich die Wirtschaftsentwicklung in vielen Ländern bisher widerstandsfähiger als angenommen. Aus Schweizer Sicht positiv: Seit Mittwoch ist klar, dass der US-Strafzoll auf hiesige Güter nur noch 15 statt 39 Prozent beträgt. Die SNB rechnet deshalb für dieses Jahr mit einem BIP-Wachstum von 1,5 Prozent, was leicht mehr ist als zuvor. Für 2026 prognostiziert die SNB ein Wachstum von 1 Prozent.

11.12.2025, 10:38 Uhr

Medienkonferenz ist vorbei

Als alle Fragen durch sind, nutzt Martin Schlegel die Gelegenheit, um den Anwesenden für die Arbeit in diesem Jahr zu danken. «Ich wünsche allen einen guten Abschluss des Jahres und dann einen guten Start ins neue Jahr.» Nach 35 Minuten ist die Medienkonferenz damit beendet.

11.12.2025, 10:36 Uhr

Schlegel über sein erstes Jahr als Präsident

Martin Schlegel steht nun seit rund einem Jahr an der Spitze der Nationalbank. Wie blickt er auf diese Zeit zurück? Viel will Schlegel dazu nicht sagen. Dann wendet er sich aber direkt an die Journalisten: «Schauen Sie uns genau auf die Finger, kommentieren Sie aktiv.»

11.12.2025, 10:34 Uhr

Was bedeutet der tiefere US-Strafzoll aus Sicht der SNB?

Zur Sprache kommt auch noch der amerikanische Strafzoll, der nun rückwirkend per 14. November auf 15 Prozent gesunken ist, wie seit gestern bekannt ist. Weil die Schweiz nun den gleichen Zoll wie die EU habe, gebe es nun für hiesige Firmen gleiche Voraussetzungen im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz, so Schlegel. «Gleichzeitig besteht nun Klarheit.» Beides dürfte sich positiv auf die Schweizer Wirtschaft auswirken.

11.12.2025, 10:29 Uhr

Wie sieht die SNB die Klagen der UBS über die höher Eigenkapitalanforderungen?

Die UBS macht stark mobil gegen die höheren Eigenkapitalvorschriften des Bundes, die auf die Grossbank zukommen könnte. Ein Journalist fragt, was die SNB davon halte. Präsident Schlegel übergibt für die Antwort an seinen Vize Martin. Dieser lässt sich nicht wirklich auf die Äste heraus. «Es ist wichtig für die Schweiz, eine gute Regelung für eine Bank dieser Grösse zu haben.» Es sei für unser Land ein grosser Vorteil, eine solch grosse Bank wie die UBS zu haben.

11.12.2025, 10:20 Uhr

Warum hat die SNB die Prognose für das BIP-Wachstum erhöht?

Die SNB rechnet für dieses Jahr mit einem BIP-Wachstum von 1,5 Prozent – ein leicht höherer Wert als bei früheren Prognosen. Das habe damit zu tun, dass sich die wirtschaftliche Lage etwas verbessert habe, so Schlegel. Etwa dank der tieferen US-Strafzöllen für die Schweiz. «Zudem ist das Jahr schon weit fortgeschritten, da lassen sich Prognosen einfacher erstellen.»

11.12.2025, 10:16 Uhr

Wird es 2026 Negativzinsen geben?

Nun eine Frage zu negativen Zinsen. Martin Schlegel: «Wenn es erforderlich ist, führen wir Negativzinsen ein.» Der Frage, ob sich die Wahrscheinlichkeit dafür nun erhöht habe, weicht der Präsident aus. «Wir schauen von Lagebeurteilung zu Lagebeurteilung. Darum kann ich das nicht beantworten.»

11.12.2025, 10:15 Uhr

Jetzt stellen die Journalisten ihre Fragen

Nun sind bereits die anwesenden Journalisten mit ihren Fragen dran. Was sind wichtige wirtschaftliche Treiber im nächsten Jahr, welche die Inflation 2026 stabilisieren werden? Martin Schlegel rechnet mit einer leicht tieferen Arbeitslosigkeit. Und: «Die Lohnerhöhungen werden im nächsten Jahr nicht Null sein.» Das helfe, die Inflation zu stabilisieren.

11.12.2025, 10:12 Uhr

Petra Tschudin zur Schweizer Wirtschaft

Nun spricht Petra Tschudin – wieder auf Deutsch: «In der Schweiz schrumpfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) im dritten Quartal. Der Rückgang war insbesondere auf die pharmazeutische Industrie zurückzuführen.» Diese Entwicklung führt die SNB auf Vorgezogene Exporte in die USA im ersten Halbjahr 2025 wegen den US-Strafzöllen zurück. «Die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz haben sich mit den tieferen US-Zöllen und einer etwas besseren internationalen Entwicklung leicht aufgehellt», so Tschudin. Für das Gesamtjahr 2025 erwarte die Nationalbank ein BIP-Wachstum von knapp 1,5 Prozent. Für 2026 rechne die SNB mit einem leicht tieferen Wachstum von rund 1 Prozent.

11.12.2025, 10:08 Uhr

Inflation in USA und EU

Die Nationalbank gehe davon aus, dass die Weltwirtschaft über die nächsten Quartale moderat wachsen werde, so Martin weiter. «Die Inflation dürfte in den USA noch einige Zeit erhöht bleiben.» Für die Eurozone geht die SNB bei der Inflation hingegen von einem Wert nahe am Zielwert aus. «Die Unsicherheit hat im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung etwas abgenommen», so Martin.

11.12.2025, 10:06 Uhr

SNB-Vize Antoine Martin über internationale Risiken

Schlegel übergibt seinem Vize Antoine Martin. Dieser spricht auf Französisch über die Entwicklungen in der Weltwirtschaft. «Die US-Zölle und die handelspolitische Unsicherheit belasteten zwar die globale Konjunktur, doch dieWirtschaftsentwicklung blieb in vielen Ländern bisher widerstandsfähiger als angenommen», so Martin Die Inflation blieb in den USA erhöht, während sie sich in der Eurozone nahe dem Zielwert bewegte.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Martin Schlegel (49) verzichtet auf die grosse Überraschung. Wie erwartet verändert er den Leitzins nicht. Somit herrschen in der Schweiz weiterhin Nullzinsen. Die viel diskutierten Negativzinsen bleiben vorerst also aus.

Zuletzt hatte die SNB den Leitzins sechsmal in Folge gesenkt, bevor es im September zur ersten Zinsverschnaufpause seit Monaten kam. Wieso schraubt Schlegel heute nicht an den Zinsen? Um 10 Uhr erklärt er den Entscheid an einer Medienkonferenz. Blick berichtet live im Stream und im Ticker.

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