Konsultationsverfahren läuft
Berner Pharmafirma will 180 Stellen abbauen

Im CSL-Behring-Werk in Bern stehen 180 Jobs auf der Kippe. Der Mutterkonzern CSL Limited will weltweit 15 Prozent der Stellen streichen. Die Mitarbeitenden kritisieren die mangelnde Transparenz des Managements.
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Der Standort von CSL Behring in Bern Wankdorf.
Foto: PD

Darum gehts

  • CSL Behring plant in Bern Stellenabbau von rund 180 Mitarbeitenden
  • Mitarbeiter tragen Leuchtwesten aus Protest gegen mangelnde Transparenz
  • CSL-Aktienkurs fiel in sechs Monaten um 44 Prozent
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Beim Pharmaunternehmen CSL Behring droht am Standort in Bern der Abbau von rund 180 Stellen, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Das entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft im Berner Werk mit insgesamt 1800 Mitarbeitenden.

Der Mutterkonzern CSL Limited hat weltweit ein Sparprogramm verordnet. 15 Prozent der Stellen sollen gestrichen werden. In Bern traf es zunächst die Forschungs- und Entwicklungsabteilung – rund 160 Jobs gingen 2024 verloren. Nun steht offenbar die grosse Blutplasmafabrik im Fokus.

Massenentlassung angemeldet

Gemäss einem Insider wurde beim Kanton Bern eine Massenentlassung angemeldet. Das zuständige Amt bestätigte gegenüber der «Berner Zeitung» ein laufendes Konsultationsverfahren. Offiziell nennt das Unternehmen keine Zahl, intern ist laut dem Bericht von 180 Stellen die Rede. 

«Diese Weiterentwicklung ist notwendig, um langfristig erfolgreich zu sein und unsere Rolle als verlässlicher Partner im Gesundheitswesen weltweit zu sichern», sagt eine Sprecherin zu Blick. Sie bestätigt, dass CSL Behring in Bern einen Stellenabbau plant und «dass wir die Schwelle für eine Konsultation überschreiten». Konkrete Zahlen nennt sie aber nicht.

Protest mit Leuchtwesten

Die Stimmung unter den Mitarbeitenden ist laut dem Bericht angespannt. In mehreren Meetings informierte das Management über das Sparprogramm – ohne konkret zu sagen, welche Abteilungen betroffen sind. In einer Videokonferenz trugen einige Angestellte aus Protest Leuchtwesten. Der Frust über mangelnde Transparenz sei gross, berichten Mitarbeitende.

Hintergrund ist die schwierige Lage des Konzerns. Der Aktienkurs von CSL ist innert sechs Monaten um 44 Prozent eingebrochen. Diese Woche musste CEO Paul McKenzie (60) sein Büro räumen.

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