Darum gehts
- Lufthansa-Personal streikt seit Donnerstag 00:01 Uhr für höhere Betriebsrenten, Tarifverhandlungen gefordert
- Swiss unterstützt mit Flügen, da 460 Lufthansa-Verbindungen gestrichen wurden
- 69'000 Passagiere betroffen, Streik dauert bis Mitternacht, 4800 Piloten beteiligt
Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa sind in der Nacht auf Donnerstag in den angekündigten Streik getreten. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo bestätigte, dass der Warnstreik für das Kabinenpersonal bei Lufthansa und Lufthansa CityLine um 00:01 Uhr begonnen habe. «Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben», sagte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen.
Die Arbeitsniederlegungen sind für den ganzen Tag bis Mitternacht Uhr geplant, so dass hunderte Jets der grössten deutschen Airline am Boden bleiben müssen. Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen wegen des ganztägigen Streiks deutschlandweit mehr als 460 Flüge mit 69'000 betroffenen Passagieren aus – die Swiss spring für ihre Mutter teilweise in die Bresche.
Insgesamt 4800 Lufthansa-Piloten streiken
Auf den Abflugplänen grösserer Flughäfen wie Frankfurt und Berlin finden sich nur ganz vereinzelte Lufthansa-Verbindungen, die aufrechterhalten werden sollen. Fluggäste sollten vor allem auf digitalen Wegen informiert werden und möglichst nicht auf eigene Faust zum Flughafen kommen.
Die rund 4800 Pilotinnen und Piloten streiken bei Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo für höhere Betriebsrenten. Die Flugbegleiterinnen und -begleiter wollen mit einem Warnstreik Tarifverhandlungen zu mehreren Themen erzwingen. Hier hat die Gewerkschaft Ufo auch das Personal der von der Schliessung bedrohten Regionaltochter Lufthansa Cityline zum Ausstand aufgerufen. Der Vorstand hat die Forderungen zurückgewiesen. Andere Konzerngesellschaften sollen nicht bestreikt werden.
Hohe Bereitschaft für Arbeitskampf
Am Flughafen in Frankfurt am Main sind die Auswirkungen des Streiks bereits sichtbar. Laut Flughafenbetreiber Fraport war es insbesondere im Terminalbereich A deutlich leerer als sonst. Dieser Abschnitt wird ausschliesslich von Lufthansa genutzt. Weil alle übrigen Airlines aber nicht bestreikt werden, herrschte in den anderen Abschnitten reger Publikumsverkehr.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ging nach ersten Rückmeldungen von einer hohen Arbeitskampfbereitschaft ihrer Mitglieder aus. Genauere Angaben wollte sie gegen Mittag machen.