Inflation bringt Arbeitnehmende zum Umdenken
Lohn ist Hauptgrund für Kündigung

Ein guter Lohn wird Angestellten wieder wichtiger. Das liegt unter anderem an der Inflation – und geht auf die Kosten der Nachhaltigkeit.
Publiziert: 04.06.2024 um 14:09 Uhr
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Letztes Jahr war eine unausgeglichene Work-Life-Balance der Hauptgrund für eine Kündigung.
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Die Prioritäten der Angestellten haben sich geändert. Neu ist das Gehalt der Hauptgrund für einen Jobwechsel, zeigt der Puls Arbeitsmarkt Schweiz 2024. Letztes Jahr rangierte der Lohn noch auf dem sechsten Platz. An der Umfrage haben sowohl Akademiker als auch Handwerker und Büro-Angestellte teilgenommen.

Dabei war 2023 noch eine unausgeglichene Work-Life-Balance der Hauptgrund für eine Kündigung. Mittlerweile rangiert diese auf dem vierten Platz. «Die Inflation bekommen gerade Mittel- und Geringverdiener deutlich zu spüren. Das führt zu einer Auseinandersetzung mit dem Salär», sagt Christian Dietrich (49), Geschäftsführer von Klar. Die auf Employer Branding spezialisierte Agentur hat die repräsentative Umfrage bei Blue Eyes Marketing in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden 753 Arbeitnehmende aus der Deutschschweiz befragt. 

Umdenken nach Corona

Als weitere Gründe für eine Kündigung nennen Angestellte vor allem den Arbeitsort oder das Arbeitsklima. Die Sinnhaftigkeit des Jobs sowie die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz werden als weniger wichtig angesehen als noch im Vorjahr. «Wir sehen, dass Themen, die während der Coronakrise an Bedeutung gewonnen haben, wieder unwichtiger werden», so Dietrich weiter. 

Dasselbe gilt für die Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Diese ist 30 Prozent der Angestellten überhaupt nicht wichtig – das sind fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Einem Fünftel ist ein eigener Firmenparkplatz gar wichtiger als der nachhaltige Umgang mit Ressourcen. 

Auch beim Homeoffice findet wieder ein Umdenken statt. «Der Damm ist zwar gebrochen – aber Unternehmen stellen sich wieder mehr die Frage nach dem Teamspirit», so Dietrich. Auch 46 Prozent der befragten Angestellten denken, dass der Zusammenhalt unter den Angestellten mit Homeoffice leide. Knapp ein Drittel denkt zudem, dass die Effizienz beim Arbeiten von zu Hause aus schlechter ist. 

Das zählt bei der Stellensuche

Was erstaunt: «Das Salär ist der Hauptgrund, ein Unternehmen zu verlassen. Um mit einem Arbeitgeber zufrieden zu sein, sind aber dann andere Faktoren wichtiger», so Dietrich. 71 Prozent der befragten Angestellten nennen das Arbeitsklima als wichtigsten Faktor bei der Stellensuche. Der Lohn landet mit 42 Prozent nur auf Platz 7. Die Work-Life-Balance ist mit 46 Prozent knapp der Hälfte wichtig.

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Insgesamt fürchten sich 28 Prozent der Befragten vor einer Kündigung. Ein Drittel der Befragten hat zudem zu viel Druck und Stress am Arbeitsplatz. Fast gleich viele glauben, demnächst eine Auszeit zu brauchen. 

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