Darum gehts
- Finma hat die Zürcher MBaer Bank am Freitag liquidiert
- Liquidatoren seien bereits eingesetzt worden, erklärt die Finma
- Grund sind schwere Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäscherei
Plötzlich geht alles ganz schnell: Am gestrigen Donnerstag kündigte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma noch an, einen Prüfbeauftragten bei der MBaer Merchant Bank einsetzen zu wollen, der das Zürcher Geldinstitut genauer unter die Lupe nimmt. Der Grund: Die Bank soll Millionen von US-Dollar im Auftrag von iran- und russlandaffinen Personen durch das amerikanische Finanzsystem geschleust haben. Deshalb stufte sie die US-Behörde FinCEN (Financial Crimes Enforcement Network) auch als «primäres Risiko für Geldwäscherei» ein. Zudem wollte sie der Bank den Zugang zum US-Finanzsystem verwehren.
Jetzt ist die Bank von Michael Bär, dem Urenkel von Financier Julius Bär, von der Finma in die Liquidation geschickt worden. Die Behörde hatte zuvor schwere Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäscherei festgestellt, erklärt die Finma am Freitag in einer Mitteilung.
Nachdem die MBaer Bank nun eine Beschwerde gegen das Finma-Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zurückgezogen hat, habe die Aufsichtsbehörde der Bank die Bewilligung entzogen, teilt die Aufsichtsbehörde weiter mit. Sie habe bereits Liquidatoren bei der Bank eingesetzt.
Die MBaer verfügte laut der Finma per Ende 2025 über Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken und führte knapp 700 Kundenbeziehungen. Sie zählte mehr als 60 Angestellte.