Am Mittwochabend versammelten sich neun von insgesamt elf beteiligten Oberengadiner Gemeinden und stimmten über «Sanadura» ab – die neue Trägerschaft für das kriselnde Spital Oberengadin. Einige Versammlungen verzeichneten eine Rekordbeteiligung. Beispielsweise Samedan, dem Standort des zweitgrössten Bündner Spitals, wo 429 Stimmberechtigte erschienen.
Die Bevölkerung stimmte, teilweise einstimmig, der Gründung der neuen Verwaltungsgesellschaft und dem Kredit von 19,5 Millionen Franken für drei Leistungsvereinbarungen zu. Damit der Plan tatsächlich zustande kommt, mussten mindestens sieben Gemeinden ihre Zustimmung erteilen.
Trotzdem verlieren 48 Mitarbeiter ihren Job
Die erste Vereinbarung garantiert die medizinische Versorgung durch einen neuen Vertrag mit dem Kantonsspital Chur und der Klinik Gut in St. Moritz. Dieser Vertrag gilt von Anfang April bis Ende 2026. Eine mehrjährige Vereinbarung wird in den nächsten Monaten vorbereitet und im Herbst zur Abstimmung gebracht. Zwei weitere Leistungsvereinbarungen sind notwendig, um die Langzeitpflege, zu der Altersheime und Spitex gehören, sicherzustellen.
Trotz des positiven Ausgangs wird die Neuorganisation des Gesundheitswesens im Oberengadin Konsequenzen für das Spitalpersonal haben. 48 Personen, die vorwiegend im Pflegebereich beschäftigt sind, verlieren Ende März ihren Arbeitsplatz. Dies wird auch zu einem Abbau von Leistungen und Betten führen. Drei der sieben Stockwerke werden geschlossen. Auch die Zahl der stationären Fälle wird zurückgehen.
In Samedan bleiben damit die Notfallversorgung, die Chirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Pädiatrie, die Radiologie, die Traumatologie, die Orthopädie und eine Station für semi-intensive Therapie bestehen. Hinzu kommen ambulante Spezialangebote wie Dialyse und Onkologie.