Enter Air besitzt Flotte von 23 Flugzeugen
Polen steigen bei Germania Flug ein

Der Schweizer Ableger der deutschen Fluggesellschaft Germania hat fast die Hälfte seiner Anteile an die polnische Enter Air abgetreten. Das kommt überraschend.
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Seit Februar hat Leyla Ibrahimi-Salahi, Chefin von Air Prishtina, bei Germania Schweiz das Sagen.
Foto: zvg
Patrik Berger

Nach der Pleite der Berliner Airline Germania gelangte die Schweizer Tochter Germania Flug AG in die Hände der Schweizer Unternehmerin und Air-Prishtina-Chefin Leyla Ibrahimi-Salahi. Sie wollte eine Schweizer Airline aufbauen, versprach sie.

«Es wird definitiv nicht nur eine Balkan-Airline sein. Das würde nicht reichen zum Überleben. Dieses Geschäft ist eine gute Stütze, darüber hinaus wollen wir weiter klassische Warmwasserziele wie zum Beispiel Gran Canaria anbieten», sagte sie. Nun trennt sie sich aber bereits wieder von 49,9 Prozent ihrer Anteile an der Fluggesellschaft.

Per 3. Mai übernimmt die polnische Charterfluggesellschaft Enter Air diese Anteile, wie die Germania Flug mitteilte. Die restlichen 50,1 Prozent bleiben bei der Schweizer Albex Aviation von Ibrahimi-Salahi. Finanzielle Details wurden keine genannt. Die konkursite Airline Germania aus Deutschland war ursprünglich zu 40 Prozent an der Schweizer Germania Flug AG beteiligt.

Die Polen haben 23 Flugzeuge

Auswirkungen auf den Flugplan des Unternehmens habe der Schritt keine, hiess es weiter. Enter Air verfüge über eine Flotte von 23 Flugzeugen mit, wodurch sich für die Germania Flug AG «unerlässliche Synergieeffekte» erzielen liessen, wird Germania-Verwaltungsrat Urs Pelizzoni zitiert.

Enter Air wurde im November 2009 gegründet und führte ihren ersten kommerziellen Flug im April 2010 durch. Die am Chopin-Flughafen Warschau beheimatete Airline betreibt eine Flotte von 23 Maschinen sowie ein eigenes Crew-Training Center.

Jetzt muss ein neuer Name her

Erst vor kurzem hatte die Germania Flug bekannt gegeben, dass sie mehrere Destinationen aus dem Flugplan streicht. Als Grund hatte sie genannt, dass ihr im Sommer aufgrund des Groundings der «Boeing 737 Max»-Flugzeuge lediglich drei statt wie geplant vier Flugzeuge zur Verfügung stünden.

Nun muss dringend ein neuer Name her! Eine Airline, die Germania heisst, zur Hälfte Polen gehört, aber in der Schweiz stationiert ist? Das passt irgendwie nicht zusammen. «Ein Markenwechsel sowie eine Anpassung des Erscheinungsbildes sind weitere Schritte in unserem Transformationsprozess», sagt CEO Tobias Somandin.

Kürzlich zeigte ein Eintrag im Markenregister, wie die Airline in Zukunft heissen könnte. Germania Flug AG hat den Begriff «chair» zum Zweck von «Beförderungsdienstleistungen einer Fluggesellschaft» hinterlegt. Vermutlich setzt sich dies aus «ch» für Schweiz und «air» zusammen. Für einen Schweiz-Anstrich von Germania wäre damit gesorgt. Wenigstens beim Namen.

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